Blinder Weyher Triathlet träumt schon von Rio

Hämmerlings Debüt vor 300 000 Fans

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Nach 1:16,17 Stunden überquerte der Weyher Nick Hämmerling (li.) zusammen mit Guide Horst Wittmershaus die Ziellinie in Hamburg und wurde bei seiner Triathlon-Premiere auf Anhieb Zweiter in der Kategorie Tri6.

Weyhe - Für den seit der Geburt blinden Weyher Nick Hämmerling stellte der Triathlon in Hamburg etwas ganz Besonderes dar, denn vor etwa 300 000 Zuschauern wurden im Rahmen dees ITU World Triathlons auch die internationalen Deutschen Paratriathlon-Meisterschaften ausgetragen. Für den 26-Jährigen war es der erste und mit Spannung erwartete Triathlon überhaupt.

„Ich war gut vorbereitet und habe sechs bis acht Einheiten pro Woche neben meinem Beruf als Physiotherapeut trainiert“, berichtete der leidenschaftliche Musiker. Von Nervosität war bei dem Triathlon-Neuling vor dem Start nicht zu sehen. Mit dem Startschuss, einer großen Portion Selbstsicherheit und seinem Guide und Weyher Vereinskollegen Horst Wittmershaus ging es zunächst auf die 500 m lange Schwimmstrecke. In einer großen Startgruppe mit nicht behinderten Sportlern suchten sich Hämmerling und Wittmershaus, die mit einem Seil verbunden waren, die Ideallinie in Richtung Schwimmausstieg. Unerwartet früh und nur 42 Sekunden nach dem Europameister Ralf Arnold verließen die beiden das Wasser und machten sich auf dem Weg zum Rad.

Nach einem schnellen Wechsel und mit einem geliehenen Tourenrad-Tandem hieß es nun, den Abstand auf das Führungsduo Arnold/Schmidtke (Guide) auf der 22 km langen Radstrecke nicht zu groß werden zu lassen. Arnold/Schmidtke waren mit einer reinen Zeitfahrmaschine mit Scheibenrad, Triathlon-Lenker und Aeroposition auf die Radstrecke gegangen, was ihnen erhebliche Vorteile brachte. Die beiden Weyher konnten dennoch mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37 km/h etliche Athleten hinter sich lassen und schoben sich im Gesamtklassement immer weiter nach vorne.

Nach 38 Minuten und nur etwa sechs Minuten langsamer als das Favoritenteam kamen Hämmerling/Wittmershaus zum zweiten Wechsel, dem sich der abschließende 5-km-Lauf anschloss. Hier zeigte sich dann, dass ein gutes Zusammenspiel zwischen Paratriathlet und Guide eine der wichtigsten Voraussetzungen für den sportlichen Erfolg ist. Obwohl Hämmerling auf der sehr engen und kurvenreichen Laufstrecke durch andere Sportler häufig beim Überholen behindert wurde, gelang es ihm dennoch, zahlreiche Plätze gutmachen.

Unter dem Jubel von tausenden Zuschauern überquerte er nach 1:16,17 Std. mit nur zehn Minuten Rückstand auf den Europameister erschöpft die Ziellinie auf dem Hamburger Rathausplatz. Doch die Anstrengung hatte sich gelohnt. In seinem ersten Triathlon vollbrachte Hämmerling die Kunst, den zweiten Platz in der Kategorie Tri6 zu belegen. Und ganz nebenbei hat er im Gesamtfeld mit nicht behinderten Sportlern mit dieser Zeit unter die ersten 80 Athleten von etwa 1 500 Sportlern gefinisht.

Dieser Erfolg ließ nicht nur die Konkurrenz und den Deutschen Behindertensportverband (DBS) aufhorchen – auch Hämmerling ist selbstbewusst. „Warum nicht die Paralympics in Rio de Janeiro 2016 anpeilen. Das ist doch ein Traum, für den es sich zu trainieren lohnt“, freute sich der Weyher.

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