18-jähriger Nico Kiesewetter trifft für Seckenhausen aus fast 40 Metern

„Da hab’ ich einfach mal draufgehalten“

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Nico Kiesewetter (re.) von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst lebt von seiner Unbekümmertheit. Der 18-Jährige scheut auch mal den etwas riskanteren Abschluss nicht. ·

Seckenhausen - Von Arne Flügge. Spektakulär, kurios, traumhaft, irre? Das Tor, mit dem Nico Kiesewetter die furiose Aufholjagd von Fußball-Bezirksligist TSG Seckenhausen-Fahrenhorst beim TuS Drakenburg einleitete, verdient so ziemlich jede dieser Beschreibungen.

„Wir hatten nichts mehr zu verlieren. Da hab’ ich einfach mal draufgehalten – und es hat geklappt“, strahlt der Offensivspieler.

Es lief die 85. Minute, Seckenhausen lag schier aussichtslos mit 0:3 zurück. Dann passierte es. Drakenburgs Keeper Tobias Frese wollte den Ball von der Strafraumkante nach vorn hauen, traf die Kugel aber nicht richtig. Der Querschläger flog auf Kiesewetter zu, der den Ball mit der Brust annahm und volley aus der Drehung unter die Latte hämmerte – und das aus fast 40 Metern. „So ein Ding habe ich noch nicht gesehen“, staunt selbst der erfahrene TSG-Spielertrainer Torben Budelmann.

Doch damit nicht genug. Fünf Minuten später markierte Kiesewetter auch das 2:3, ehe Tobias Thiemann in der Nachspielzeit gar noch das 3:3 gelang. „Das war absolut irre, echt krass. Wir haben uns gefreut, als ob wir gerade Meister geworden wären“, sagt Kiesewetter. Wobei Drakenburg den Gegner auch gekitzelt und während des Spiels mit Absteiger-Schmährufen verärgert hatte. „Es war unmöglich, uns so zu beleidigen. Aber ich denke, wir haben die richtige Reaktion darauf gezeigt“, grinst Seckenhausens Offensivtalent.

Zum zweiten Mal in Folge hatte die Mannschaft damit einen 0:3-Rückstand wettgemacht. Vor einer Woche rettete Seckenhausen noch ein 4:4 gegen Diepholz ins Ziel. Zweifacher Torschütze auch da: Nico Kiesewetter.

„Der Junge ist unbekümmert, hat unglaubliche Qualitäten und ist vor dem Tor schon sehr abgezockt. Wie er die Buden manchmal macht, ist sensationell“, lobt Coach Budelmann den erst 18-jährigen Kiesewetter: „Er ist ein bodenständiger Typ, der sich absolut in den Dienst der Mannschaft stellt.“ Freilich habe Kiesewetter noch großes Entwicklungspotenzial und müsse wie die anderen jungen Spieler im Team noch viel lernen. „Doch das gesteht er auch ein“, weiß „Budel“.

Zu Saisonbeginn war Kiesewetter aus der A-Jugend gekommen, erhielt im Jahr des großen Umbruchs bei der TSG das Vertrauen von Budelmann und rechtfertigt dies nun Woche für Woche. Allerdings erwartet der Trainer jetzt keine Wunderdinge von seinem Youngster: „Es werden auch wieder schlechtere Spiele kommen.“

Das weiß Kiesewetter, doch derzeit genießt er den Augenblick. „Es war schon eine Mega-Umstellung für mich, und ich habe nicht damit gerechnet, dass ich den Sprung gleich schaffen werde. Dass es geklappt hat, ist umso schöner“, berichtet der Offensivspieler, der sich auf der linken Außenbahn am wohlsten fühlt.

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