Haarsträubende Fehler beim 22:43 gegen TV Langen / Engelmann so laut wie selten / Koch hat Mitleid

Brinkumer teilweise wie die Anfänger

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Brinkums Jan Burgdorf (beim Wurf) steigerte sich nach der Pause gewaltig und erzielte in dieser Zeit sieben seiner insgesamt acht Treffer.

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Eigentlich ist Sven Engelmann ein bedachter Trainer, der auf der Bank nur selten ausrastet. Im ersten Heimspiel der Saison in der Handball-Verbandsliga der Männer war das anders. Immer wieder brüllte der Coach des FTSV Jahn Brinkum Kommandos und Anweisungen aufs Feld, aber zur Umsetzung war sein Team kaum in der Lage. Folge: Gegen den TV Langen setzte es eine herbe 22:43 (7:20)-Packung. Besonders in der ersten Halbzeit agierten die Brinkumer oft wie Anfänger – Verbandsliga-Niveau hatte das nicht.

Engelmann ist es hoch anzurechnen, dass er seinen Jungs nach dem Match keineswegs verbal den Kopf abriss, sondern moderat wirkte: „Wir müssen eben Stück für Stück vorankommen mit dieser größtenteils neuen Mannschaft. In der zweiten Halbzeit hat das schon besser geklappt.“ Und was macht Engelmann Mut, dass Brinkum nicht zum Prügelknaben der Liga verkommt? „Die Jungs wollen etwas lernen, und die Saison ist ja noch lang“, meinte der 49-Jährige.

Im ersten Abschnitt jedoch war es grausam, was die 50 Zuschauer, so sie denn zu Brinkum hielten, da zu sehen bekamen. Jahn-Keeper Jonas Schröder, mit seinen insgesamt knapp 20 gehaltenen Bällen noch ein Lichtblick im Team, war eine „arme Sau“. Immer wieder rollten die ersten und zweiten Wellen der Langener auf seinen Kasten zu und schlugen ein. Brinkums Defensive war quasi nicht vorhanden. Einige Spieler liefen sogar gar nicht erst zurück. Und da hörte Engelmanns „Welpenschutz“ auf: „So was geht gar nicht. Die Jungs haben Jonas förmlich im Stich gelassen.“

Aber auch vorn hakte es an allen Ecken und Kanten. Engelmann musste einfachstes Handball-Rüstzeug lautstark vermitteln („Jungs, geht doch zum Tor!“), stieß aber oft auf taube Ohren. Anstatt eine sich bietende Lücke in der TVL-Deckung mal zu nutzen, brach etwa Patrick Albers viel zu oft ab und ließ die Chance verpuffen.

Konsequenz des Zwei-Klassen-Unterschieds: Langen lag zur Pause schon mit 20:7 vorn. Beim 25:9 (37.) gab es von Gäste-Coach Thomas Koch sogar noch Mitleid gratis (für jeden Gegner eigentlich die Höchststrafe): „Die haben es ja auch schwer. Ist gut so, dass wir nicht alle Chancen nutzen. Sonst kriegt Brinkum heute 50 Stück.“ Ganz weit weg von diesen 50 Gegentoren war Brinkum indes nach 60 Minuten nicht.

Aber in der zweiten Halbzeit wurde es zumindest in Ansätzen besser, was aber in erster Linie die Leistung im Angriff betraf. Vor allem Jan Burgdorf taute im rechten Rückraum (und dies als Rechtshänder!) nach und nach auf und traute sich immer mehr zu. Belohnung: Von seinen acht Treffern erzielte er sieben in den zweiten 30 Minuten. Ein kleiner Lichtblick, aber auf so ewas setzt Engelmann in den kommenden Wochen, die weiter schwer werden.

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