Organisator Förster genervt von Absagen des Ringarztes und einiger Aktiven / 300 Zuschauer sehen Sieg von Denis Peter

Gute Kontakte retten noch den Boxabend

Rüdiger Förster begrüßte Boxprominenz in Seckenhausen: Nadine Apetz, Laura Zimmermann und Florian Unger (v.l.). ·

Seckenhausen - „Ich frage mich manchmal, warum ich mir diesen Stress noch antue“, erklärte ein sichtlich genervter Rüdiger Förster vor dem Boxabend im Festzelt in Stuhr-Wulfhoop. Zehn Paarungen hatte er eingeplant, darunter auch Kämpfe von drei Boxern des TuS Syke. Aber dann hagelte es Absagen, auch der vorgesehene Ringarzt meldete sich ab – der Boxabend war gefährdet.

Aber dank der ausgezeichneten Kontakte der Boxring-46-Vorsitzenden konnte die Veranstaltung vor etwa 300 Besuchern doch noch über die Bühne gehen, und statt der geplanten zehn Kämpfe waren es schließlich sogar zwölf Paarungen.

Viele ältere Besucher fühlten sich in Zeiten zurückversetzt, in denen Boxabende in Kneipen veranstaltet wurden. Es herrschte echte Bierzeltatmosphäre, wobei das Stimmengewirr an der Theke häufig die Ansagen von Ringsprecher Enrico Klebe übertönte. Unübersehbar waren jedoch die Sieger der beiden ersten Kämpfe, die ihre jeweiligen Gegner zur vorzeitigen Aufgabe zwangen.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der dritte Kampf, bei dem Carsten Bergmann aus Stuhr seinen ersten Fight gegen Tobias Schween aus Delmenhorst bestritt. Schween nutzte seine überlegene Reichweite, um den Gegner auf Distanz zu halten, dem offensichtlich die Erfahrung fehlte,

Mutige Punktrichter

korrigieren ihr Urteil

um in den Nahkampf zu gelangen. Bergmann führte einen beherzten Kampf, war ständig im Angriff, verlor aber nach Punkten.

Die Ringrichter Manfred Scholz und Hans-Hermann Bünger aus Oldenburg hatten ein leichtes Amt, denn die Duelle verliefen sehr fair. Aufregung gab es allerdings, als die Punktrichter den Nienburger Herbert Gering gegen Michael Hannemann von Tura Bremen zum Punktsieger erklärten. Lautstarker Protest der Turaner und Buh-Rufe der Zuschauer veranlassten die Punktrichter, noch einmal nachzuzählen. Anzuerkennen war ihr Mut, ihre Entscheidung daraufhin zu korrigieren.

Den Hauptkampf bestritten zwei mehrfache Niedersachsenmeister, doch Adrian Christopher, der auch schon an deutschen Meisterschaften teilgenommen hatte, verlor trotz größerer Erfahrung gegen den angriffslustigen Denis Peter (Benstorf-Oldendorf) klar nach Punkten.

Obgleich zahlreiche Boxer in Seckenhausen zum ersten Mal in den Ring stiegen, gab es viele interessante Paarungen und die Erkenntnis, dass die Trainer ihre Schützlinge gut auf den ersten Kampf vorbereitet hatten. Andererseits traten auch erfahrene Boxer in den Ring, darunter Eduard Brumm (TuS Holzhausen), dem seine Erfahrung aus 63 Kämpfen aber nichts nützte: Er unterlag dem wesentlich agileren Isah Temis (VfB Oldenburg), der später von der Jury zum besten Techniker des Abends gewählt wurde.

Bedingt durch die vielen Absagen kam vom TuS Syke lediglich Howanes Bambaljan im letzten Kampf des Abends zum Einsatz. Er erreichte gegen den erfahrenen Caner Arici (Jahn Delmenhorst) ein beachtliches Unentschieden.

In einer Kampfpause zeichnete Rüdiger Förster drei erfolgreiche Boxer aus, die an diesem Abend allerdings nicht in den Ring stiegen, weil sich für sie kein Gegner fand: Schwergewichts-Landesmeister Florian Unger, der im Halbfinale bei den deutschen Meisterschaften gegen den späteren deutschen Meister Erik Pfeifer ausgeschieden war, Er coachte an diesem Abend die Boxer des TSV Benstorf-Oldendorf. Außerdem wurden zwei Boxerinnen von Tura Bremen ausgezeichnet: Die Verbands- und Jugend-Niedersachsenmeisterin Laura Zimmermann sowie die deutsche Meisterin im Damen-Weltergewicht, Nadine Apetz. Sie studiert in Australien Neurowissenschaften, befindet sich zurzeit jedoch in Hennef im Trainingslager, wo sie sich auf die Europameisterschaften in Rotterdam vorbereitet. · bt

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