Gute Gene und harte Arbeit sind das Erfolgsrezept von Wetschens 20-jährigem Torjäger

Winkler – der entfesselte Vollstrecker

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Schnürte beim 5:4-Erfolg über den FC Sulingen einen Viererpack: Wetschens Stürmer Steffen Winkler.

Kreis-Diepholz - Von Daniel Wiechert. WetschenKreis-Diepholz - Von Daniel Wiechert. „Jeder ist seines Glückes Schmied“, heißt es. Dass an der altbackenen Weisheit, die wohl in jedem ominösen Erfolgsratgeber zu finden ist, etwas dran ist, bewies jetzt Steffen Winkler. Am Samstagnachmittag hatte der glühende Schalke-Anhänger noch erleben müssen, wie die Königsblauen beim 0:2 in Freiburg versagten (Winkler: „Grausam, was die spielen.“). Nur 24 Stunden später ballerte der 20-Jährige seinen TSV Wetschen im Hit mit einem Viererpack zum 5:4-Erfolg gegen den FC Sulingen – und rettete sich so sein fußballerisches Wochenende.

Der Auszubildende zum Industriekaufmann bei den Stadtwerken legte in seine Saisontreffer zehn bis 13 eine gehörige Portion Trotz. Denn Nils Unger hatte sich bei seinem Tor zum 1:0 (11.) am Kopf verletzt und musste ausgewechselt werden. „Das war ein Schock für uns“, sagt Winkler: „Wir wollten dann unbedingt für Nils die drei Punkte holen.“

TSV-Coach Thomas Otte beorderte ihn für Unger von Rechtsaußen in die Zentrale –ein geschickter Winkelzug: Erst erhöhte Winkler auf 2:0 (20.), bevor er nach der Pause per Doppelpack (52./59.) binnen sieben Minuten aus einem zwischenzeitlichen 2:2 ein 4:2 machte. Per Konter (77.) legte der 20-Jährige dann sein viertes Tor zum 5:3 nach.

Kein Wunder, dass kurz nach dem Schlusspfiff Winklers Telefon bimmelte. Am Apparat: Gratulant Papa Dieter Winkler – einst selbst Torjäger beim Barnstorfer SV. „Mir wird schon öfters gesagt: ‚Du spielst ja wie der Alte.‘ Daher glaube ich, dass mir das schon ein bisschen in die Wiege gelegt wurde“, glaubt Steffen Winkler, der eine „gewisse Abgewichstheit“ bei sich selbst ausgemacht hat: „Ich bin eher der Vollstrecker. Im Gegensatz zu Nils Unger, der technisch-versiert ist und auch mal ein Solo zündet.“ Überhaupt schwärmt Winkler, der sich mit Fifa an der Playstation und lauter Musik auf die Spiele vorbereitet, vom letztjährigen Torschützenkönig Unger. „Er ist eine Granate. Irgendwann will ich auch mal so gut werden wie er.“

Der Anfang ist gemacht. Dass es gleich so rasant gehen würde – schließlich ist Winkler erst im Sommer vom BSV Rehden II nach Wetschen gewechselt – „hätte ich nicht zu träumen gewagt“, gibt der Vollblutstürmer zu.

Der steile Aufstieg kommt aber nicht von ungefähr. „Steffen ist extrem ehrgeizig“, erklärt Trainer Otte, „wenn ihm im Training mal etwas nicht gelingt, ist er direkt sauer auf sich selbst.“

Und der jetzige Lauf hat Winkler angefixt. Stillstand ist unerwünscht. Er will mehr, sich verbessern. „Ich muss an meinem linken Fuß arbeiten“, sagt er: „Außerdem ist im läuferischen Bereich nie ein Limit erreicht. Ich muss künftig noch mehr entgegenkommen, noch mehr mitspielen, noch mehr Bälle für die anderen abklatschen lassen.“

Diese positive Besessenheit gipfelte jetzt im Viererpack – zuvor hatte er bereits einen Doppelpack (gegen Rehden II) und einen Dreierpack (gegen Mühlenfeld) geschnürt. Kommt jetzt der Fünferpack? „Vielleicht sprechen wir uns ja noch einmal wieder“, sagt Winkler mit einem Lachen. Er schmiedet eifrig weiter an seiner Erfolgsstory.

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