Grün-Gold-Club Bremen und der 1. FC Ludwigsburg sind Deutsche Meister der Formationen

Tolle Rückkehr von „Rocky“

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Sie waren wieder die Besten: Die Tänzerinnen und Tänzer vom Bremer Grün-Gold-Club holten sich den deutschen Meistertitel.

Bremen - Von Petra Philippsen. Trainer Roberto Albanese ist volles Risiko gegangen – und wurde mit der neunten Deutschen Meisterschaft in Folge für seine Lateinformation vom Grün-Gold-Club Bremen belohnt. Das B-Team des GGC denkt dagegen nach Platz drei über einen Protest gegen seine Wertung nach.

Die Bremer Stadthalle leuchtete am Samstagabend in den Farben der Tricolore. Aus Solidarität mit den Opfern der Anschläge in Paris, für die es zu Beginn der DM der Formationen Standard und Latein eine Schweigeminute gab. Bremens Bürgermeister Carsten Sieling hielt es für den richtigen Schritt, die Veranstaltung durchzuziehen: „Dass wir alle hier sind, ist auch eine Antwort auf den Terror. Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen“, sagte er in seiner Eröffnungsrede vor 6150 Zuschauern.

Danach stand der sportliche Wettkampf im Mittelpunkt. Bis zur Finalrunde hatten sich die Teams in den beiden Kategorien von jeweils acht auf vier reduziert. Das Bremer Publikum fieberte natürlich dem Auftritt des A-Teams des Grün-Gold-Clubs entgegen, das seit Jahren das Latein-Formationstanzen national dominiert und auch amtierender Weltmeister ist. Ein Selbstläufer also? Nicht für Roberto Albanese. Der charismatische Erfolgscoach wollte sich nicht auf die Choreografie „West Side Story“ verlassen, mit der die Bremer im vergangenen Jahr alles abgeräumt hatten. Auch im Hinblick auf die WM am 12. Dezember in Wien entwickelte er eine komplett neue Choreografie – und zwar hinter verschlossenen Türen. Bis Samstag drang nichts durch. Erstmals gab es keine Generalprobe vor Publikum. „Das Risiko war hoch, aber ich wollte die Überraschung“, sagte Albanese, „es sollte im Vorfeld keine Diskussion darüber geben, dass ich olle Kamellen aufleben lasse.“

„Rocky 2015“ ist eine Neuauflage jener Choreografie, mit der Grün-Gold 2006 erstmals Weltmeister geworden war. Doch außer der Musik aus den berühmten Boxer-Filmen war nichts „oll“ – im Gegenteil. Albanese kreierte neue Pirouetten-Ideen mit Vierergrüppchen bei den Roundabouts und bestach wie gewöhnlich mit fließenden Übergängen zwischen den Bildern, Höchstschwierigkeiten und extrem hohem Tempo. Die Halle tobte – und das zwölfköpfige Wertungsgericht vergab furiose 37 von 40 Punkten. Damit lagen die Bremer am Ende fast vier Zähler vor Hauptkonkurrent FG Aachen/Düsseldorf, dessen Trainer Oliver Seefeld bei „Showstars“ zehn neue Tänzer integrieren musste – und zufrieden war: „Unser Hauptziel war, das WM-Ticket zu lösen. Das haben wir geschafft.“

Darauf hatte auch das Bremer B-Team mit Albaneses alter Choreografie „Final Countdown“ gehofft. Der fehlerfreie Auftritt reichte mit 32,57 Punkten für Rang drei. Doch es gab technische Probleme und minutenlange Konfusion bei den Wertungsrichtern, so dass Trainerin Uta Albanese gemischte Gefühle hatte: „Ich bin total stolz auf meine Mannschaft, aber es war merkwürdig bei der Wertung. Wir überlegen, ob wir Protest einlegen werden.“

Bei den Standardformationen holte sich der 1. FC Ludwigsburg trotz des Sturzes einer Tänzerin erstmals seit 2009 den DM-Titel, auf den sonst der Braunschweiger TSC (diesmal Zweiter) abonniert war. Dritter wurde Göttingen.

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