Startnummer 22: Gesine Rösner

Gesine Rösner

Gesine Rösner strahlte mit der Sonne über Düsseldorf um die Wette. Die Schwarmer Triathletin sicherte sich in der Rhein-Metropole den deutschen Meistertitel.

Schwarme - Von Cord Krüger. Im ersten Moment hatte Gesine Rösner kurz die Orientierung verloren. „Natürlich habe ich mich sehr gefreut“, beschrieb die Schwarmer Triathletin ihre Gefühlslage, als sie von der Nominierung zur Sportlerwahl erfuhr.

Doch zunächst hatte sie dieses 2016 nicht als erfolgreiches Jahr in Erinnerung. „Ziemliches Chaos“, liegt hinter der 55-Jährigen vom Tri-Team Schwarme – mit ihrem schweren Sturz beim Ostseeman-Triathlon als negativem Höhepunkt. „Aber in dieser Sportart passiert immer etwas, und man kann in jeder Disziplin wieder Zeiten gutmachen.“

Bester Beweis: Rösners starke Laufleistung in Düsseldorf, die ihr im Juni die deutsche Meisterschaft über die Sprintdistanz in ihrer Altersklasse bescherte. Zwei Monate zuvor hatte die 55-Jährige die Duathlon-Vize-Europameisterschaft der Altersklasse 50 errungen. „Von daher ist das Jahr doch ganz gut gelaufen.“ Wichtiger als diese Titel ist der selbstständigen Trainerin mit der A-Lizenz Leistungssport, dass sie ihrem Beruf und ihrer Leidenschaft Triathlon weiter nachgehen kann. Denn beim Sturz in Glücksburg „hat mir der Helm das Leben gerettet“.

Es geschah nach etwa 60 Rad-Kilometern bei einer schnellen Abfahrt im Staffel-Wettbewerb des Ostseeman. In Höhe einer Verkehrsinsel kam Gesine Rösner zu Fall und zog sich einen achtfachen Rippenbruch zu – fünfmal hinten, dreimal vorn. Ein Arzt auf Höhe der Unfallstelle eilte sofort zu ihr, gab ihr Schmerzmittel. 

Wenige Sekunden später musste sie schon einem NDR-Team Rede und Antwort stehen. „Die Leute vom Fernsehen hatten diesen Arzt bei seiner Arbeit begleitet. Ich wusste gar nicht mehr, was ich gesagt habe. Aber ein paar Leute aus Schwarme haben die Sendung gesehen und mir versichert, dass es Hand und Fuß hatte“, schildert die Ausdauersportlerin schmunzelnd.

Vorfreude auf Triathlon-EM 2017

Darüber lachen zu können, den nötigen Optimismus, vor allem aber die Kämpfer-Mentalität mitzubringen – das alles half Gesine Rösner zurück. Schon vier Wochen später ging sie ihren nächsten Triathlon an. „Bis dahin konnte ich mit Nordic Walking und aufrechtem Gehen im Wasser meine Muskulatur halten“, schildert die Athletin, die zusammen mit ihrem Mann Peter das „Kompetenz-Zentrum Ernährung und Bewegung“ (KEB) betreibt. Sportarzt Peter Rösner motivierte sie als ihr Mentor zum Weitermachen, musste allerdings keine große Überzeugungsarbeit verrichten: „Ich könnte gar nicht anders.“

Also blickt die Unternehmerin, die oft 16 Stunden täglich mit praktischen Übungen für Patienten, angehende Trainer und Schwimmmeister in Bewegung ist, nach vorn – und freut sich auf die Triathlon-EM 2017 im Sprint, für die sie als Deutsche Meisterin ja qualifiziert ist. Vielleicht ein gutes Omen, dass dieser Wettkampf wieder in Düsseldorf steigt – dem Schauplatz ihres DM-Titels. 

Obwohl die Umstände dort ebenfalls hätten besser sein können: Am Tag vor dem Start steckten die Rösners lange im Hotel-Fahrstuhl fest. Während des Schwimmens im kalten Wasser „kam ich überhaupt nicht in meinen Rhythmus und musste in den Bruststil wechseln, obwohl ich das sonst nie mache. Es ist unfair, wenn die Konkurrenten hinter mir von den Beinen erwischt werden. Das habe ich selbst oft genug zu spüren bekommen.“

Erfolgreiche Aufholjagd dank starker Mentalität

Beim Ausstieg und dem Wechsel aufs Rad checkte sie kurz die Mimik ihres Gatten, „und Peters Gesichtsausdruck sagte mir, dass das wohl nichts werden würde.“ Doch weit gefehlt: Beim abschließenden Laufen holte sie Kontrahentin um Kontrahentin ein. „Das Läuferische kann ich ganz gut“, sagt die Powerfrau bescheiden. Damit untertreibt sie – sonst wäre am Ende nicht der Titel für sie herausgesprungen.

Schon während der Duathlon-EM im April hatten die zwei Lauf-Abschnitte den Ausschlag gegeben, während Rösner mit ihrer neuen Rennmaschine so ihre Abstimmungsprobleme besaß. „Es war auf jeden Fall eine gewonnene Silber- und keine verlorene Goldmedaille“, sieht die Mutter der ebenfalls erfolgreichen Triathletin Maren Rösner das Glas wieder halb voll als halb leer. Mit diesem Optimismus hat sie es weit gebracht. Trotz des reichlich chaotischen Jahres 2016.

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