Sulingens Stürmer Thorolf Meyer – mit 37 Jahren ist noch lange nicht Schluss

Der „große alte Mann“ hat noch immer Lust und Laune

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37 Jahre und noch immer kein Gedanke ans Aufhören: Thorolf Meyer (re.) vom Landesliga-Aufsteiger TuS Sulingen. ·

Sulingen - Von Arne FlüggeAls Thorolf Meyer am Mittwochabend auf die Laufstrecke ging, musste er sich ganz schön quälen. Die Mannschaftsfahrt nach Mallorca, von der er erst zwei Tage zuvor zurückgekehrt war, hatte ihre Spuren hinterlassen. „Das war wie immer ganz schön hart“, stöhnt der Stürmer vom Double-Sieger TuS Sulingen.

Doch Kneifen gilt nicht. Das hat Meyer in seiner bisher langen Karriere nie getan. Und daher absolvierte er das 45-minütige Lauftraining auch bis zum Ende. Auch wenn’s ziemlich schwerfiel. Schließlich will er bereits einen gewissen Fitnesszustand erreicht haben, wenn der Aufsteiger am Dienstag das Mannschaftstraining aufnimmt und in das Abenteuer Fußball-Landesliga startet. „Die Vorfreude ist riesig“, sagt der Angreifer: „Zwar ist die letzte Saison eigentlich nicht mehr zu toppen, doch dass wir diesen Aufstieg realisiert haben und jetzt in der Landesliga spielen – das ist doch Wahnsinn.“ Vor allem für ihn, den Bezirksliga-Torschützenkönig der abgelaufenen Spielzeit.

Am 20. Juli wird Meyer 37 Jahre alt. Und trotzdem gehört er noch immer zu den Stützen des Teams. „Die Jungs machen es mir aber auch leicht“, schmunzelt Meyer: „Sie wissen, dass ich nicht mehr so viel laufen kann und legen mir deshalb den einen oder anderen Ball auch perfekt auf.“

Obwohl Thorolf Meyer in seiner Karriere beim BW Lohne bereits Oberliga-Erfahrung gesammelt und die Landesliga von seinen Engagements beim Barnstorfer SV und dem ASC Nienburg kennt, „ist das jetzt noch einmal etwas ganz Besonderes für mich“. Vor fünf Jahren war er zum TuS Sulingen (damals Kreisliga) zurückgekehrt. „Ich hatte ein großes Ziel: Irgendwann mit dem TuS Sulingen vor dem Ortsrivalen FC Sulingen zu stehen“, berichtet Meyer: „Das haben wir nun geschafft. Jetzt spiele ich mit meinem Heimatverein in der Landesliga. Das ist einfach super.“

Und dass er dabei FC-Stürmer Svend Kafemann (27 Treffer) die Torjäger-Kanone der Bezirksliga um ein Törchen noch weggeschnappt hatte, setzte dem Ganzen noch die Krone auf.

Obwohl es in der vergangenen Saison häufiger schon mal bei Meyer im Gebälk geknackt hat, wollte sich der Fußballer mit Leib und Seele mit dem Thema Aufhören gar nicht erst beschäftigen. „So lange die alten Knochen noch halten, ich Spaß habe und die Freude aufs Fußballspielen größer ist als die Schmerzen – so lange mache ich weiter“, verspricht der 36-Jährige. Er weiß aber auch, „dass es immer schwieriger wird, mit den Jungs mitzuhalten“.

Von daher weiß der Angreifer noch nicht, ob dies nun seine letzte Saison auf hohem Niveau sein wird. Als Co-Trainer von Coach Walter Brinkmann („Mit ihm macht das Riesenspaß“) ist er ohnehin fest beim TuS Sulingen installiert. „Irgendwann aber“, sagt Meyer, „muss ja Schluss sein.“ Und irgendwie scheint es ihm noch schwerzufallen, sich von den Jungs zu trennen, die Meyer als „hammergeile Super-Mannschaft“ bezeichnet: „So lange wir noch so einen Riesenspaß haben, kann man einfach nicht ans Aufhören denken.“

Ohnehin ist Thorolf Meyer ein sehr lebenslustiger Mensch. „Genieße jeden Tag als wäre es dein letzter“, hat er sich zum Motto gemacht. Er kann aber auch anders. „Mich nerven charakterlose Menschen, die einen enttäuschen und nicht die Wahrheit sagen. Unehrlichkeit ist das Schlimmste“, betont Meyer. Und worüber regt er sich auf dem Platz am meisten auf? „Über mich“, grinst Meyer: „Ich bin ein ganz, ganz schlechter Verlierer. Und mich nerven Gegenspieler, die mich ausschalten. Daran hab’ ich echt zu knabbern.“

Seinen Spitznamen „Toto“ hat der Sulinger fast schon so lange wie er denken kann. „Als wir in der Grundschule Lesen und Schreiben gelernt haben, konnten einige Thorolf nicht aussprechen. Irgendjemand, ich weiß nicht mehr wer, hat mich dann Toto genannt. Das ist hängen geblieben.“

Bis heute. Obwohl „Toto“ im Kreise der Mannschaft gern und ehrfürchtig als „der große alte Mann“ (Kapitän Dennis Neumann) bezeichnet wird. Und der soll den TuS Sulingen nun ins Jahr eins der Landesliga führen. „Ich hoffe, dass wir die Euphorie in die ersten Spiele mitnehmen können“, sagt Meyer: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Wenn wir das geschafft haben, ist alles gut.“ Und dann wird sich der Kreis wieder schließen. Auf „Malle“.

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