Auf dem Niedersachsenring im Schwarmer Bruch

Grasbahnrennen in Schwarme: Weltmeister Martin Smolinski steht am Startband

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Kaum zu glauben, aber wahr: Weltmeister Martin Smolinski wird am Sonntag das Schwarmer Publikum begrüßen.

Das ist ein echter Kracher, den Marc Wessel (44) dem Publikum beim 69. Schwarmer Grasbahnrennen am Sonntag präsentieren kann: Dem ersten Vorsitzenden und Rennleiter des MSC Schwarme ist es gelungen, einen amtierenden Weltmeister auf den Niedersachsenring im Schwarmer Bruch zu lotsen. 

Schwarme - Der derzeit mit großem Abstand beste deutsche Bahn- und Speedwayfahrer Martin Smolinski wird bei seiner Schwarmer Premiere versuchen, den Siegerpokal und 1000 Euro Prämie mit ins bayrische Gräfeling zu nehmen. Die Verhandlungen mit dem amtierenden Langbahn-Weltmeister beschreibt Wessel so: „Das war gar kein so großes Ding. Ich habe zwei, drei WhatsApp-Nachrichten geschrieben, die Martin wohlwollend beantwortet hat. Dann habe ich ihm den Vertrag zugeschickt, den er dann auch unterschrieben zurückgeschickt hat. Es ist alles in trockenen Tüchern“, sagt Wessel mit einem gewissen Stolz in der Stimme. 

Keine Frage: Smolinski wird absolut im Rampenlicht stehen. Der 34-Jährige darf sich bei den Erfolgen durchaus mit den deutschen Bahnlegenden Egon Müller oder Gerd Riss auf eine Stufe stellen. Dass der Vollprofi (seit 15 Jahren einer der wenigen in Deutschland) in Schwarme startet, ist dem Umstand zu verdanken, dass heute und morgen weitere Rennen in der näheren Umgebung stattfinden. Heute tritt Smolinski in Cloppenburg bei der „Night of the Fights“ an. Und morgen geht es dann weiter in Vechta, wo die Team-WM auf der Langbahn ansteht. 2010, 2011 und auch 2017 holte sich der Bayer mit dem deutschen Team schon dreimal den Titel. In diesem Jahr langte es immerhin schon zum DM-Titel im Speedway. „Da bot es sich doch an, das Rennen in Schwarme auch noch zu bestreiten“, erklärte der Bahnstar. 

Die bei Fahrern durchaus als nicht leicht eingestufte Schwarmer Piste flößt Smolinski wenig Respekt ein: „Ob rund oder eckig – das ist mir alles egal. Ich bin da sehr entspannt und möchte am Sonntag natürlich gewinnen. Schließlich betreibe ich einen hohen Aufwand, was zumindest in Deutschland kein anderer so zu bieten hat.“ Understatement hört sich sicherlich anders an, aber Smolinski lässt auch Taten folgen. Zuletzt stand für ihn ein WM-Lauf (Langbahn) in Südfrankreich auf dem Programm. 

Smolinski verpasste das Podest als Vierter knapp, war allerdings noch durch eine Rückenverletzung, die er beim Rennen in Teterow erlitten hatte, gehandicapt. An Absage dachte er aber nicht: „Ich war täglich beim Arzt und es ging einigermaßen“, sagte Smolinski, der vor dem WM-Finale am 22. September in Roden (Holland) nur einen Punkt hinter dem führenden Franzosen Dimitri Berge auf Platz zwei liegt und damit gute Chancen hat, seinen Titel zu verteidigen. Der Dreierpack Cloppenburg/Vechta/Schwarme sollte nicht gefährdet sein. Schwarme wäre damit eine Art Generalprobe für den WM-Showdown eine Woche später in Roden. 

In Schwarme stehen aber nicht nur die A-Solisten im Mittelpunkt. Auch die Seitenwagen kommen zu ihrem Recht. Und dies sogar mit Prädikat, denn am Sonntag geht es für die Piloten mit ihren „Schmiermaxen“ um den DM-Titel in der B-Klasse. Ferner stehen noch Rennen bei B-Solisten und den C-Junioren im Zeitplan. Marc Wessel hofft auf mindestens 1000 zahlende Zuschauer, um den Etat in Höhe von gut 10.000 Euro auch stemmen zu können. 

Damit das Fahrerfeld der A-Solisten auch bezahlt werden kann, verzichten die Schwarmer in diesem Jahr auf die Konkurrenz bei den A-Seitenwagen. „Aber da fahren ja sowieso kaum noch Leute“, weiß Wessel zu berichten. Der Schwarmer Chef denkt aber schon voraus. Im kommenden Jahr feiert der MSC sein 70-jähriges Rennjubiläum. Und das soll natürlich entsprechend zelebriert werden. Wessel hat sich dafür schon mal um die Deutsche Meisterschaft der A-Solisten beworben: „In diesem Jahr veranstaltet der Süden das Rennen – 2020 ist der Norden dran. Mal sehen, ob wir dann den Zuschlag bekommen.“

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