Kreisläufer besucht mit TV Cloppenburg morgen die HSG Barnstorf/Diepholz

Ulf Grädtke kehrt heim – in Erwartung einer Klatsche

Ulf Grädtke kehrt mit seinem neuen Club zurück in die Mühlenkamp-Hallle. ·
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Ulf Grädtke kehrt mit seinem neuen Club zurück in die Mühlenkamp-Hallle.

Barnstorf - Von Cord Krüger. Oliver Galeotti wundert sich. „Wie konnte die HSG Barnstorf/Diepholz in Bremervörde verlieren?“, rätselt der Teammanager des TV Cloppenburg.

Zwar weiß auch er, dass der TSV Bremervörde als amtierender Meister der Handball-Oberliga keine Laufkundschaft darstellt, doch Galeotti stellt klar: „Die HSG gehört mit dieser spielerischen Klasse nicht in die Oberliga. Dieser Kasmauskas zum Beispiel kann Tore werfen, wann und so oft er will.“ Also gibt er sich trotz der 23:28-Schlappe des Tabellenfünften keinen Illusionen hin, wie das morgige Spiel ab 20 Uhr in der Diepholzer Mühlenkamp-Halle gegen „seine“ Cloppenburger abläuft: „Wir fahren da hin, holen uns eine Klatsche ab und fahren wieder nach Hause.“

Doch „dieser Kasmauskas“, Marius mit Vornamen, könnte vielleicht ein wenig benebelt im linken Rückraum agieren. Denn den 1,91-Meter-Kraftklotz hat die Grippe erwischt – ebenso wie seinen litauischen Landsmann Arunas Srederis und Rückraum-Alternative Matthias Andreßen. Rechtsaußen Nils Mosel läuft seit seiner Hüftverletzung aus dem Bremervörde-Spiel noch nicht rund und beließ es im Dienstagstraining nur bei Bewegungstherapie. Denis Maksimovich klagt zudem über die regelmäßig wiederkehrenden Kniebeschwerden infolge seines Knorpelschadens.

Allesamt personelle Fragezeichen, die dem selbst „ziemlich vergrippten“ HSG-Trainer Heiner Thiemann noch keine konkrete Planung erlauben. Doch egal, wer morgen aufläuft: Von allen verlangt er dass sie ihre Lehren aus der Niederlage beim TSV ziehen: „Wenn wir selbst nur 23 Tore werfen, muss ich sagen, dass wir das Spiel im Angriff verloren haben.“ Vor allem die überhasteten Abschlüsse stießen dem 61-Jährigen sauer auf: „Natürlich hatte Bremervörde einen guten Torwart. Aber es reicht nicht, wenn wir uns nur 50- oder 60-prozentige Chancen erspielen und dann aufs Tor werfen. Da muss man auch den besser postierten Nebenmann sehen.“

Auch die Deckungsgarbeit gefiel dem HSG-Coach nicht: „In den vorherigen Spielen waren wir körperlich robuster bei der Sache, haben konsequenter zugegriffen. Wir müssen jetzt aggressiver in die Zweikämpfe gehen.“

Da dürfen sich seine Ex-Spieler Ulf Grädtke, Kim Pansing und Tobias Meyer im TVC-Trikot also schon mal auf einiges gefasst machen – doch Kreisläufer Grädtke wirkt wenig überrascht: „Es würde mich sehr wundern, wenn Heiner gegen uns mal etwas Anderes ausprobiert als das, was er schon seit Jahrzehnten spielen lässt: aus einer kompakten Deckung schnelle Gegenstöße, und ganz hinten ein starker Torwart – in diesem Fall Donatas Biras“, nennt Grädtke die Präferenzen seines einstigen Übungsleiters. „Wenn ich, besonders aber Kim Pansing als unser Kapitän, die Jungs darauf einstellen können, verlieren wir vielleicht mit acht Toren Unterschied. Und wenn man realistisch ist, mit zehn.“

Trotz dieser Erwartung fuhr der Diepholzer gestern gern ins Südoldenburgische zum Training: „Für mich war Cloppenburg das Richtige“, sagt er über sein jetziges Team, in dem er als Stütze gilt. Mehr als 100 Feldtore stehen für ihn in dieser Saison schon zu Buche. „Leistungsmäßig stimmt es. Ich kann spielen – und das macht mir Spaß.“

Jener Spaß kam zuletzt bei der HSG zu kurz. Vor gut einem Jahr verließ er seinen Heimatverein, weil er an Ausnahme-Kreisläufer Andrius Gervé nicht vorbei kam. Es folgte eine Halbserie bei der LIT Nordhemmern-Mindenerwald. „Das war spannend und fordernd“, sagt Grädtke über die Zeit beim Drittligisten – doch nach dessen Abstieg schloss er sich dem TV Cloppenburg an. „Vom Tabellenstand könnte man meinen, dass es hier durchwachsen ist“, sagt er mit Blick auf den achten Platz. „Aber bei allen Höhen und Tiefen ist die Stimmung gut – und wenn wir Heimspiele haben, dann brennt die Luft: 500, 600 Leute sind immer da.“ Bei seiner morgigen Heimkehr muss Ulf Grädtke darauf verzichten.

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