Syker Duathletin ahnt nach einem titelreichen Jahr: „Mehr geht nicht“

Golenia auf dem Gipfel – mit WM-Gold in der Schweiz

Christiane Golenia (r.) und ihre Duathlon-Freundin Claudia Schlindwein aus Montabaur nahmen die Herausforderung Zofingen an – mit dem goldenen Resultat des WM-Titels für Golenia.
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Christiane Golenia (r.) und ihre Duathlon-Freundin Claudia Schlindwein aus Montabaur nahmen die Herausforderung Zofingen an – mit dem goldenen Resultat des WM-Titels für Golenia.

Syke - Von Cord KrügerZofingen – dieser Name steht für tausendfache Qualen: Die Kleinstadt in der Schweiz beansprucht für sich den Status des härtesten Duathlons der Welt – und auch Christiane Golenia zieht einen erneuten Start auf dieser Strecke nicht mehr in Erwägung. Allerdings nicht aus schlechter Erfahrung, sondern aus einem goldschimmernden Grund: Hier krönte sich die Sykerin im September zur Duathlon-Weltmeisterin ihrer Altersklasse (AK) 50, und seitdem weiß sie: „Mehr geht nicht.“

Die gedemütigte Favoritin Sheila Power aus den USA, die von der souveränen Siegerin noch auf dem Treppchen fauchend eine Revanche für dieses Jahr gefordert hatte, muss nun also ohne Kontrahentin Golenia die Distanz über zehn Kilometer Laufen, 50 Kilometer Rad und nochmals 30 Laufkilometer angehen. „Dann darf sie auch ruhig gewinnen“, sagt die 53-Jährige schmunzelnd. „Ich hingegen will es jetzt nach 41 Wettkampfjahren ruhiger angehen lassen.“ Im Klartext: Ausdauersport ja, Wettkampfstress nein.

So wechselt die Finanzbeamtin die Fronten und tourt künftig als Teammanagerin mit den Sportlern der Deutschen Triathlon-Union zu den wichtigsten Lauf-Events um den Globus. „Aktiv ins Geschehen will ich nur noch aus Spaß an der Freude eingreifen – etwa für die Rotkäppchen der Tri-Wölfe im LC Hansa Stuhr“, verrät Christiane Golenia. Den Zeitpunkt ihres Karriere-Endes hätte sie nicht besser wählen können, denn in der letzten Saison eilte sie von Triumph zu Triumph – angefangen vom ersten Platz beim Weyher Duathlon über den Landesmeistertitel ihrer Altersklasse über die Duathlon-Kurzdistanz und bis zur deutschen Duathlon-Langstrecken-Meisterschaft in Falkenstein. Zwischendurch einen Landesliga-Wettkampf mit den Tri-Wölfen bestritten und ihre Altersklasse dominiert, danach noch mal eben den Halbmarathon in Bremerhaven gewonnen – ehe es von der Küste ins Schweizer Kanton Aarau ging: Auf dem Zofinger Kurs galt es, insgesamt 2 800 Höhenmeter zu überwinden – eine der größten Herausforderungen für die erfahrene Ausdauersportlerin, doch ihr Trainer Frank Mömkes hatte sie gut auf dieses Wagnis vorbereitet: „Man kann auch im Flachland für so etwas trainieren – immer gegen den Wind, immer mit dem höchsten Gang auf dem Fahrrad, immer mit wenigen Umdrehungen. Das tat weh, aber Frank hat genau das richtige Fingerspitzengefühl bewiesen“, verdeutlicht die Weltmeisterin.“ So baute sie ihre Kletterstärke noch aus, so dass sich ihr Schwachpunkt nicht negativ auf die Zeit auswirkte: „Bei den Abfahrten bin ich manchmal zu vorsichtig…“

Als sie dann nach 50 Metern aus dem Sattel stieg, sah sie in der Wechselzone noch kein weiteres Rennrad ihrer Kontrahentinnen. „Erst da wusste ich, dass ich vorn dabei war.“ Die Rolle der Gejagten macht Christiane Golenia aber nichts aus. „Wichtig ist mir nur, dass ich alles gegeben und meine Leistung abgerufen habe. Wenn es dann nur zu Platz zehn reicht, weil neun andere besser waren, ist das auch in Ordnung. In Zofingen kam hingegen niemand an ihre Gesamtzeit von Gesamtzeit von 8:41:00,3 Stunden heran. „Tatsächlich hätte ich die Erfolge nie für möglich gehalten“, räumt die Tri-Wölfin ein.

Obwohl es jedoch ihre erfolgreichste Saison war, liegt Christiane Golenias größter Sieg bereits zwölf Jahre zurück – als sie ihre Krebserkrankung überwand. Was ihr dabei half, weiß sie weiterhin zu schätzen: „Der Sport ist für mich in der Nachsorge die beste Medizin – und deshalb bleibe ich weiter in Bewegung.“

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