Freude, aber auch Entspannung – und vor allem keine Meisterfeiern in Seckenhausen sowie Bruchhausen-Vilsen

Gleiches Bild bei den Bezirksliga-Aufsteigern

„Hier herrscht absolute Ruhe“, sagt Vilsens Coach Patrick Tolle. Er ist erst einmal froh, dass es in der Coronakrise so langsam wieder bergauf geht. 
FOTO: REHNERT
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„Hier herrscht absolute Ruhe“, sagt Vilsens Coach Patrick Tolle. Er ist erst einmal froh, dass es in der Coronakrise so langsam wieder bergauf geht. FOTO: REHNERT

Diepholz – Es ist schon eine komische Zeit für die Amateurfußballer, das gilt im Landkreis Diepholz genauso wie im Rest der Republik. Jetzt, wo normalerweise die letzten Spieltage gespielt wären oder anstehen würden, wo Gänsehautsituationen wegen bevorstehender Auf- und Abstiege, Pokalsiege oder Meisterfeiern die Regel wären, herrscht – Ruhe! Natürlich wegen des C-Wortes, das aber kaum noch jemand mehr hören will.

Am vergangenen Sonntag sollten die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und der SV Bruchhausen-Vilsen eigentlich ihre letzten Spiele in der Fußball-Kreisliga gegen den TuS Varrel und den TuS Sudweyhe II bestreiten, um anschließend die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga gebührend und zweifelsfrei feucht-fröhlich feiern zu können. „Wir haben uns bis zum Abbruch ja unsere Spitzenplätze durch unsere Leistungen verdient“, sind sich die beiden Trainer Andre Schmitz (TSG) und Patrick Tolle (SVBV) einig. Doch das jetzige Szenario hat so gar nichts mit Feierlichkeiten zu tun. Und das nicht nur,weil diese Form von Party unter Corona noch verboten ist, sondern weil es andere Schwerpunkte gibt.

„Hier herrscht absolute Ruhe, denn auch wenn Fußball die schönste Nebensache der Welt ist, so sind wir alle froh, wieder in unseren Jobs zu sein, denn damit sind ja auch Existenzen verbunden, und die sind definitiv wichtiger“, unterstreicht Tolle. Und auch der Seckenhauser Meistertrainer ist tiefenentspannt. „Es wird weder eine abgespeckte, eine virtuelle, noch sonst eine Feier geben, vielleicht werden wir das Ganze nach der Sommerpause mit einer Saisoneröffnungsfeier nachholen – wann auch immer das dann sein mag“, betont Schmitz.

Beide Übungsleiter haben den Vorteil, dass die Bezirksliga nun nicht wie die Jungfrau zum Kinde unerwartet kam, denn es hatte sich bis zum Abbruch ja schon abgezeichnet, dass die beiden Clubs angesichts ihrer Dominanz nach dem letztjährigen Abstieg wohl wieder zurückkehren würden. Und daher haben beide auch entsprechende Planungen schon vor dem unfreiwilligen Saisonende in die Wege geleitet.

So wird Schmitz in Seckenhausen zukünftig mehr in den Hintergrund treten und sich um die organisatorischen Dinge kümmern, das sportliche Sagen hat dann Iman Saghey Bi-Ria. „Eigentlich ist er jetzt viel zu fit, um nicht mehr zu kicken“, meint Schmitz schelmisch, macht sich aber gleichzeitig keine Sorgen, wer den Torjäger ersetzen soll. Denn Zugänge wird’s in Seckenhausen definitiv geben: So kommt Andre Kiesewetter aus Etelsen zurück, sein Cousin Luca rückt aus der A-Jugend nach, aus Varrel wechselt Pardes Khil zur TSG, und aus der eigenen Fünften wollen Tim Plander und Yannick Leushuis noch einmal den Sprung in den Leistungsbereich wagen.

In Bruchhausen-Vilsen bleibt im Führungsteam alles beim Alten. Patrick Tolle und Jörn Meyer haben ebenfalls schon diverse Zugänge, aber die Namen wollen sie noch nicht verraten. „Da warten wir erst den Verbandstag ab, bis endgültig feststeht, dass wir in der Bezirksliga spielen“, erklärt Tolle. Das Ziel in der neuen „alten“ Spielklasse soll dann natürlich der Klassenverbleib sein. „Alles andere wäre vermessen, zumal wir ja gar nicht wissen, in welchem Modus und mit wie vielen Mannschaften wir spielen werden“, sagt der Übungsleiter.

In Seckenhausen zeigen sich die Verantwortlichen da schon etwas forscher. „Wir schauen auf einen einstelligen Tabellenplatz“, sagt Schmitz, der sich momentan mit einem ganz anderen Problem herumschlagen muss: „Eigentlich sollte vom 19. bis 22. Juni unsere Abschlussfahrt nach Mallorca stattfinden, aber obwohl die Reisewarnung aufgehoben wurde, ist nicht sicher, dass wir fahren können, weil Spanien erst später die Grenzen öffnen will. Dass der Reiseunternehmer allerdings bei 550 Euro Kosten pro Person 400 Euro Stornogebühren verlangt, ist eine absolute Frechheit und derzeit sicherlich die viel größere Sorge als die geplatzte Meisterfeier.“

In einer weiteren Sache sind sich beide Coaches einig: Vor Anfang September wird im Amateurbereich wohl kein Fußball gespielt werden. „Wir wollen uns in Etappen vorbereiten und hoffentlich, sofern erlaubt, ab August wieder ins echte Mannschaftstraining einsteigen“, meint Vilsens Trainer. Dann soll es auch endlich die Feiern geben, auf die beide Mannschaften am vergangenen Sonntag verzichten mussten.

Von Jörg Beese

Möchte eine mögliche Aufstiegsparty „vielleicht nach der Sommerpause mit einer Saisoneröffnungsfeier nachholen“: Seckenhausens Trainer Andre Schmitz. FOTO: J. DIEKMANN

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