Emder gewinnt Weyher Duathlon / Wittmershaus denkt über Kreisgrenzen hinaus

Gestählt vom Training am Deich

Älter ging es nimmer in Weyhe: Manfred Hinzmann (rechts), 73, mit seinem „Vorbild“ Horst Greb, einen Monat älter.
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Älter ging es nimmer in Weyhe: Manfred Hinzmann (rechts), 73, mit seinem „Vorbild“ Horst Greb, einen Monat älter.

Weyhe - Von Arne HelmsBeim Start des zweiten Weyher Duathlons hätten ihm die Athleten leid getan, sagte Organisator Horst Wittmershaus. Nach den ersten paar Metern dürften sich Gänsehäute und bibbernde Lippen allerdings von den 214 Hartgesottenen verabschiedet haben. Drei Stunden später galt es daher vielmehr, Mitleid mit Wittmershaus zu entwickeln. Er stand dort im böigen Sonntagswind und wartete darauf, dass die beiden letzten Teilnehmer die Ziellinie überqueren. Wittmershaus wollte sie abklatschen. So, wie er es mit jedem Einzelnen getan hatte.

Wittmershaus war sichtlich froh, dass ihm seine 80 Helfer diesen Akt des Respektzollens ermöglicht hatten. Sein Anstand verbot es ihm daher auch, sich der anstehenden Siegerehrung zu widmen. Erst wollte er den beiden ältesten Startern, dem 73-jährigen Manfred Hinzmann aus Stuhr und dem gleichaltrigen Horst Greb aus Wilhelmshaven – Mitte der 90er-Jahre Altersklassen-Gewinner des Ironman auf Hawaii – zu ihren Leistungen gratulieren.

Zurück kamen Lobes- und Liebesbekundungen – nicht nur von den beiden Senioren im Feld. „Die Veranstaltung wurde mit ganz viel Liebe organisiert“, gratulierte Christiane Golenia, nachdem sie selbst viele Hände für ihren Sieg in der Frauen-Konkurrenz geschüttelt hatte. Die 53-Jährige wünschte sich, „dass es hier weitergeht. Es ist ein tolles Gelände und die Strecke ist gut – wenn sie gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird.“ Mit diesem Zusatz legte sie den Finger in jene Wunde, die auch Wittmershaus schmerzen bereitet hatte. „An mir soll die dritte Auflage nicht scheitern“, sagte der Organisator, „aber da muss auch die Verwaltung mitspielen.“

Wittmershaus hatte wiederholt auf die durch die Änderung der Radstreckenführung entstandenen Gefahren aufmerksam gemacht. Weil trillerpfeifende Helfer vor allem die Abfahrt am Barrier Krusenberg entschärften, gab es keine Stürze. Wittmershaus will trotzdem auf eine Änderung drängen, um noch tiefer in das Duathlon-Wettkampfgeschehen einzutauchen: „Wir können der größte Veranstalter Niedersachsens werden.“ Noch nicht mal die im Harz ausgetragenen Landesmeisterschaften hätten zuletzt die Weyher Teilnehmerzahlen erreicht.

61 Aktive waren es im Hauptwettbewerb der Männer gewesen. Die Schnellsten: Achim Groenhagen (Emden), Tammo König (Oldenburg) und der Weyher Maik Schindler. Die ersten zehn Kilometer Laufen hatten Groenhagen, König und der Triathlet Eike Carsten Pupkes dominiert. Kopf an Kopf ging es nach knapp 33 Minuten in die Wechselzone. Auf dem Rad (42 Kilometer) kapitulierte Pupkes früh. Im Gegensatz zu den Konkurrenten auf Zeitfahrrädern hatte sein Rennmodell ihm zu viel Energie geraubt. Den Rest erledigte die offene, windanfällige Strecke zwischen Sudweyhe und Okel.

Der Zweikampf um Platz eins hatte sich ebenfalls schnell entschieden. „Ich wusste nicht, was die anderen können. Und sich umzudrehen, wäre wegen der Nässe zu gefährlich gewesen“, blickte Groenhagen zurück, als er vom Siegerpodest geklettert war. Hätte er einen Blick nach hinten gewagt, er wäre ins Leere gegangen. Fast die kompletten zwei Minuten Vorsprung von der Radstrecke rettete der Sieger nach dem abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf ins Ziel. Dort wartete Horst Wittmershaus.

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