70-jähriger Triathlet vor seiner letzten Langdistanz – ausgerechnet Hawaii

Gerhard Neye durchbohrt zum Ende das dickste Brett

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Maik Schindler sicherte sich mit einer Zeit von unter neun Stunden die Qualifikation für den „wahren“ Ironman.

Stuhr/ Weyhe - Für die allermeisten Triathleten bleibt der Start beim legendären Ironman auf Hawaii lebenslang ein unerfüllter Traum. Nicht so bei Maik Schindler (28/SC Weyhe) und dem 70 Jahre alten Gerhard Neye (LC Hansa Stuhr Tri-Wölfe).

Am 12. Oktober werden die beiden Triathleten um 7 Uhr mit rund 1 800 weiteren Athleten von Kailua-Kona aus in den anstrengendsten Wettkampf ihrer bisherigen Sportlerkarriere starten. Mit welchen Erwartungen? „Das primäre Ziel ist, einen ordentlichen Wettkampf abzuliefern“, erklärt Maik Schindler. Ähnlich äußert sich Gerhard Neye: „Für mich gilt es nur durchzukommen, einmal Hawaii zu erleben. Trotzdem denkt man ja über eine mögliche erreichbare Zeit nach.“

Die Qualifikationen für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gelangen Maik Schindler und Gerhard Neye am 7. Juli bei der Ironman-EM in Frankfurt. Schindler sicherte sich als Vierter seiner Altersklasse M 25 mit Bestzeit von 8:59:25 Stunden einen der begehrten Slots. Neye wurde gar in 13:31:27 Stunden Europameister der AK 70.

Seitdem absolvierten beide in Vorbereitung auf Hawaii unzählige Trainingskilometer. „Alles lief soweit nach Plan“, berichtet Schindler, wobei dem 28-Jährigen in den letzten Wochen das Wetter zusetzte: „Die letzten Einheiten, insbesondere das Radfahren, waren schon ziemlich hart.“

Auch für den mehr als 40 Jahre älteren Neye gab es kein „Sich-Hängen-lassen“: Wöchentlich dreimal 15 bis 20 Kilometer Laufen, drei Radeinheiten zwischen 60 und 120 Kilometer sowie dreimal Schwimmen bis zu drei Kilometern, dazu mutete sich der Tri-Wolf Krafttraining und Sauna zu.

Dabei kann anderes schon mal zu kurz kommen. Selbst auf das Tennisspielen mit seiner Mannschaft vom TV Stuhr verzichtete Neye nach dem letzten Punktspiel im August zugunsten des Triathlontrainings. Das fiel allerdings auch ihm zuletzt immer schwerer. Schließlich waren es doch viele einsame Einheiten: „Nicht nur, weil kein Tri-Wolf mehr eine Langdistanz im Programm hatte, sondern vor allem, weil ich mit meinen 70 Jahren in einem anderen Trainingsbereich trainiere als die deutlich jüngeren Sportkollegen.“

Welche Bedingungen beim Ironman auf Hawaii auf den 3,8 Schwimm-Kilometern in der Bucht von Kailua-Kona, den 180 Rad-Kilometern vorbei an Lava-Feldern und den 42,2 Lauf-Kilometern herrschen werden, können Schindler und Neye nur ahnen. Dabei stützt sich Neye auf die Erfahrungen von Horst Wittmershaus und Frank Mömkes: „Beide waren ja auf Hawaii, als sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit befanden. Beide waren aber mit ihrer erzielten Endzeit nicht so richtig zufrieden. Gründe dafür waren das Schwimmen ohne ‚Neo‘ im offenen Meer bei Wind, Wellen und Strömung sowie Radfahren und Laufen bei 35 Grad im Schatten und starkem Wind.“

Ähnlich könnte es auch Schindler und Neye bei ihrem Rennen ergehen. „Ich werde versuchen, den Marathon durchzulaufen und den Wettkampf ein wenig zu genießen“, hat sich Maik Schindler als demnächst jüngster Weyher Hawaii-Starter vorgenommen. Für Neye mit seiner 20-jährigen Marathonerfahrung „ist es schon eine besondere Gnade, über so viele Jahre Sport zu treiben und dabei verletzungsfrei geblieben zu sein“. Auf Hawaii will sich Neye aber von der Triathlon-Langdistanz verabschieden: „2004 hat Manfred Hinzmann in der AK 65 mit der Zeit von 14:16 Stunden den zehnten Platz erreicht. Ich rechne für mich mit 14:30 Stunden.“ · el

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