Werders Kirill Gerassimenko holt zwei Punkte beim 3:1 gegen Grenzau / Falck fehlt / Am Ende Sechster in der Bundesliga

Heimsieg ohne Falck: Werder Bremen feiert Gerassimenko

Werder Bremens Tischtennis-Spieler Kirill Gerassimenko kniet jubelnd auf dem Boden.
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Geschafft! Ausgepumpt, aber happy geht Werder Bremens Matchwinner Kirill Gerassimenko nach seinem Sieg gegen Grenzaus Cristian Pletea in die Knie.
  • Spitzenspieler Mattias Falck hatte sich erkältet abgemeldet. Trotzdem feierte Tischtennis-Bundesligist Werder Bremen einen 3:1-Heimsieg gegen TTC Zugbrücke Grenzau. Weil sich Kirill Gerassimenko in Top-Form zeigte.

Bremen – Nach dem verwandelten Matchball warf Kirill Gerassimenko den Schläger weg, sank in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle auf die Knie, breitete die Arme aus und schaute an die Hallendecke. Danach streckte er alle Viere ganz von sich. Der Kasache in Diensten des Tischtennis-Bundesligisten SV Werder Bremen hatte alles gegeben und zwei Einzelpunkte beim 3:1-Heimerfolg der Bremer gegen den Vorletzten TTC Zugbrücke Grenzau geholt. Ein Sieg ohne Spitzenspieler Mattias Falck, der wegen einer Erkältung in Schweden geblieben war. Werder schloss die Bundesliga-Saison damit als Sechster ab.

„Vor einigen Wochen haben wir uns diesen Platz als Ziel gesetzt. Schön, dass wir das jetzt erreichen konnten“, meinte Werders Coach Cristian Tamas.

Gerassimenko, der von 2017 bis 2019 zwei Jahre für die Grenzauer am Tisch stand, war das kurz nach dem Spiel erst einmal egal. Es dauerte einige Minuten, bis der 24-Jährige wieder bei Atem war – und seine Berg- und Talfahrt in den letzten Tagen erklären konnte. Hintergrund: Die Bremer mussten ihr Saisonfinale auf Montag legen, weil Gerassimenko noch bis Sonntag in Doha (Katar) im Einsatz war, wo es um die zentralasiatischen Plätze für die Olympischen Spiele in Tokio ging. Der Kasache schied erst im Halbfinale gegen den Usbeken Zokhid Kenjaev nach 3:4 Sätzen aus, was aber zu wenig war, denn nur der Sieger (Nima Alamian aus dem Iran) war qualifiziert. Gerassimenko kann aber noch auf eine Hintertür hoffen: „Aufgrund meiner Weltranglisten-Position könnte es noch klappen.“

Ich hoffe, dass ich bald wieder in meine Heimat fliegen kann.

Werders Kirill Gerassimenko war schon neun Monate nicht mehr in Kasachstan.

Gegen Grenzau war von Reisestrapazen nichts zu sehen. Im ersten Match setzte er sich gegen den Griechen Ioannis Sgouropoulos in vier Sätzen durch, wobei der Grenzauer keinen komplett durchtrainierten Eindruck machte. Und beim Stande von 2:1 für Werder (zuvor hatte Marcelo Aguirre gewonnen und Hunor Szöcs verloren) machte Gerassimenko mit dem exzentrischen Rumänen Cristian Pletea (warf in seinen beiden Partien jeweils einmal den Schläger) beim 3:1-Erfolg recht kurzen Prozess und leistete sich nur im zweiten Satz (3:11) einen Durchhänger.

Als sich Gerassimenko wieder berappelt hatte, ließ er die wegen der Coronakrise hoffentlich einmalige Saison (größtenteils ohne Zuschauer) noch einmal Revue passieren: „Ich bin jetzt gerade doch ziemlich glücklich, aber auch ziemlich kaputt, denn es war wirklich eine harte Saison. Manchmal hatten wir drei Spiele in einer Woche. Das hat ganz schön geschlaucht mit den ganzen An- und Abreisen. Aber letztlich bin ich mit unserem sechsten Platz jetzt zufrieden, obwohl ich natürlich gern ins Halbfinale gekommen wäre.“

Stenogramm

SV Werder Bremen - TTC Zugbrücke Grenzau 3:1: Kirill Gerassimenko - Ioannis Sgouropoulos 11:13, 11:6, 11:7, 11:9; Marcelo Aguirre - Cristian Pletea 11:13, 14:12, 5:11, 11:5, 11:7; Hunor Szöcs - Robin Devos 11:13, 11:8, 14:12, 6:11, 9:11; Kirill Gerassimenko - Cristian Pletea 11:5, 11:7, 3:11, 11:4.

Aber da war nicht nur der sportliche Stress, den er als Bundesligaspieler auf sich nehmen musste. Auch privat brachte Corona im Leben des 24-Jährigen doch auch viel durcheinander. Grassimenko nennt da ein Beispiel: „Wegen der Reisebeschränkungen und der Quarantäne war ich schon neun Monate nicht mehr in meiner Heimat. Jetzt ist die Saison vorbei. Ich hoffe, dass ich bald mal wieder nach Kasachstan fliegen kann. Aber so schlecht geht es mir auch nicht, denn zum Glück ist meine Freundin bei mir, die in Bremen unter anderem Deutsch studiert.“

Und dies mit ihrem Kirill wohl auch schön übt, denn der 24-Jährige gab die Antworten im Gespräch in passablem Deutsch.

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