TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, Jahn Brinkum und TV Stuhr kooperieren im Handball mit neuer HSG Stuhr

Gemeinsam gegen gleiche Probleme

Die Handball-Spartenleiter Jürgen Schneider (Jahn Brinkum), Peter Thölken (Seckenhausen-Fahrenhorst) und Mario Wittenberg (TV Stuhr) sowie Seckenhausens Kassenwart Ralf Ahndorf (vorn v.l.) unterzeichneten den Kooperationsvertrag zur Bildung der HSG Stuhr – unter den Augen der Kassenwartinnen Ulrike Amelsberg (TV Stuhr) und Elke Gärtner (Brinkum), der Vorsitzenden Rolf Meyer (FTSV), Reinhard Drabner (Seckenhausen) und Maximilian Wagner (Stuhr) sowie der zweiten TSG-Vorsitzenden Christel Faulhaber (stehend v.l.). -  Foto: ck

Seckenhausen - Von Cord Krüger.Rolf Meyer atmete erleichtert auf. „Dieser Schritt kommt spät – aber nicht zu spät“, wünschte sich der Vorsitzende des FTSV Jahn Brinkum am Dienstagabend im Vereinsheim der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, wo er zusammen mit seinen Amtskollegen der gastgebenden TSG und des TV Stuhr sowie den Handball-Spartenleitern den Kooperationsvertrag zur Bildung der HSG Stuhr ab der neuen Saison unterzeichnete. Ihr gemeinsames Ziel: Die drei Clubs aus der großen Gemeinde wollen dauerhaft Handball für alle Altersklassen anbieten. Und dies funktioniert eben nur zusammen mit entsprechend ausreichend Aktiven.

Bereits im November 2014 hatten sich die Spitzen der benachbarten Handball-Abteilungen erstmals getroffen, um Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu erörtern – damals auf Einladung des FTSV. Dessen Spartenleiter Jürgen Schneider erinnerte sich: „Wir haben seinerzeit eingesehen, dass es so für uns alle in Zukunft so nicht weitergeht, jedenfalls nicht in diesem Sport.“ Seitdem liefen die Planungen für diese HSG. Nachwuchsmangel als Folge des demografischen Wandels, immer knapper bemessene Hallenzeiten – „diese Probleme haben wir doch alle gemeinsam“, verdeutlichte FTSV-Kassenwartin Elke Gärtner. Die Folgen: Bestimmte Mannschaften kommen mangels Personal vielleicht nicht zustande, die verbliebenen Spieler hören auf „oder werden von stärkeren Vereinen aus Bremen oder Delmenhorst abgeworben“, erklärte Mario Wittenberg, Abteilungsleiter des TV Stuhr.

Trotzdem gab es in den Clubs auch vereinzelt Vorbehalte. Schließlich hatte eine Jugend-Spielgemeinschaft mit Brinkum und Seckenhausen vor rund zehn Jahren nur zwei Spielzeiten gehalten, ehe beide Sparten wieder getrennte Wege gingen.

Inzwischen aber überwiegt der Optimismus, dass das neue Modell tragfähig ist. Seit der nun fast beendeten Saison nämlich kämpfen die Jugendteams in der Mannschaftspielgemeinschaft um Punkte. „Die Jungs und Mädels kennen sich sowieso aus der Schule oder vom Training in derselben Halle“, schilderte Peter Thölken.

Nachwuchsmangel und begrenzte Hallenzeiten

Der Spartenleiter der TSG ist froh, dass er und seine Kollegen damals dem Willen einiger Mütter und Väter nachgekommen sind: „Ich kann es jetzt ja so brutal formulieren: Die Eltern unserer männlichen D-Jugend haben uns gesagt, dass wir von ihnen einen Tritt in den Hintern bekommen, wenn wir nicht bald mit den anderen Vereinen das Gespräch suchen.“

Nun könnte es in der neuen Saison sogar für zwei männliche D-Jugend-Teams der HSG Stuhr reichen. Hinzu kommen zwei männlich/weiblich-gemischte E-Jugenden, eine männliche A- und eine C-Jugend. Bei den Mädchen meldet die HSG nach bisherigem Stand eine E- und eine D-Jugend. „Die jetzige A-Jugend wächst heraus und geht in den Damen-Bereich über. Zwei, vielleicht sogar drei dieser Teams gehen in den Ligen an den Start. „Unterhalb der E-Jugend richten wir Gruppen ein, die spielerisch an den Handball herangeführt werden, aber noch nicht am Punktspielbetrieb teilnehmen“, skizziert Wittenberg. Er stand für die rechtlichen Rahmenbedingungen am engsten in Kontakt mit dem Handball-Verband Niedersachsen (HVN), so dass am Dienstag ein unterschriftsreifes Papier vorlag.

Die größte Fraktion der neuen HSG bilden die Männer: „Unser Ziel ist es, vier Mannschaften zu melden“, verriet Thölken. Die Erstvertretung bestehe im Wesentlichen aus dem jetzigen Verbandsliga-Team des FTSV Jahn Brinkum. Die Crew von Trainer Sven Engelmann steht derzeit allerdings auf dem letzten Platz, so dass Jürgen Schneider aktuell von einem Neustart in der Landesliga ausgeht.

Qualifizierte Trainer und mehr Ehrenamtliche

Nichts ändern soll sich an den Nutzungsmöglichkeiten der Sportstätten. „Die Spielorte wollen wir beibehalten“, kündigte Wittenberg mit Blick auf die Hallen in Brinkum und Moordeich an. Doch mit den Zusammenlegungen „haben wir ganz andere Per-

spektiven“, hob Thölken her-vor: „Wir können aus einem Haufen qualifizierter Trainer wählen und Hallenzeiten besser bündeln.“ Elke Gärtner fügte hinzu, dass „unsere Handballer nun kein schlechtes Gewissen mehr haben müssen, wenn sie mal ein Training verpassen“. Bisher bedeutete dies, dass dann nur sechs oder acht Mann eine ganze Halle belegten, während Trainingsgruppen aus anderen Sportarten mit einem kleineren, abgetrennten Teil auskommen mussten.

Elke Gärtner stellte klar, dass sich für den Einzelnen in puncto Zugehörigkeit nichts ändere: „Jeder bleibt Mitglied seines Stammvereins und kann die anderen Sport-Angebote wie bisher nutzen kann.“ Allerdings freut sie sich auf leichtere Organisationsarbeit: „Wir können die Sparten-Vorstandsarbeit auf mehrere Schultern verteilen.“

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