1:1 gegen Wulsdorf: Brinkum verliert drei Spieler und den Anschluss

Gelsdorf sieht Rot – und malt schwarz

Brinkum - Von Malte Rehnert· Und mag ein Fußballspiel noch so emotional sein. Wenn der Schiedsrichter es abpfeift, ist meistens wieder Ruhe eingekehrt – anders am Samstag in Brinkum. Da ging’s im Anschluss an die Partie der Bremen-Liga extrem turbulent weiter. Das 1:1 (0:1) zwischen dem gastgebenden und favorisierten Brinkumer SV und dem TSV Wulsdorf schien niemanden zufriedengestellt zu haben.

Besonders erhitzten sich die Gemüter – vor allem die Brinkumer – an der Leistung von Bastian Norden, der keine glückliche Figur abgab. Der Referee von der SG Aumund-Vegesack war an diesem Nachmittag ganz auf Rot eingestellt – in der Wahl seines Hemdes und der Wahl seiner „Straf-Mittel“. Gleich vier Mal (!) griff er sich in die Gesäßtasche und zückte den Roten Karton. Dabei erwischte es drei Brinkumer (Florian Tinzmann, Tobias Klemptner und Ole Laabs) und einen Wulsdorfer (Murat Karayel).

Den letzten Platzverweis gab’s sogar erst nach dem Abpfiff. Als Norden die Teams am Mittelkreis zur Verabschiedung versammelt hatte, beurteilte Laabs dessen Auftritt offenbar zu negativ – Rot! Brinkums Trainer Klaus Gelsdorf konnte es nicht fassen: „Nur, weil er ihm gesagt hat, dass es eine schwache Leistung war.“ Manager Christian Kudla, der gerade vorbeiging, nahm den Spieler nicht so in Schutz und rief Gelsdorf zu: „Dann muss er den Mund halten – ganz einfach.“

Ganz bitter für Brinkum: Es fehlen drei weitere, wichtige Spieler – und das bei der wegen zahlreicher Verletzungen ohnehin schon ziemlich dünnen Personaldecke. „Die Karten tun unheimlich weh, die müssen wir erst mal verdauen“, stöhnte Gelsdorf, der an diesem schwarzen Nachmittag auch noch die sportlichen Felle davonschimmen sah. „Von oben haben wir uns absolut verabschiedet“, urteilte der Coach, der vor der Partie angesichts des bereits stattlichen Rückstands auf Spitzenreiter OSC Bremerhaven ohne Wenn und Aber Siege eingefordert hatte. Nun gab’s nur ein Remis – und die Bremerhavener (3:1 gegen Vegesack) sind jetzt bereits zehn Punkte weg.

Wobei auch klar festzuhalten ist: Wie ein Titelkandidat präsentierte sich der amtierende Meister gegen Wulsdorf nicht gerade. In einer ansonten ordentlichen ersten Halbzeit war eindeutig die Chancenverwertung zu bemängeln. Lars Unger (15.), Tim Ebersbach (16.), Mustafa Celik (19.), Güven Ayik (23.) und Ontje Abendroth (45.) hatten vorher vermutlich kein Zielwasser getrunken, verfehlten alle das Tor. Wulsdorf machte es besser und ging in Front. Sebastian Seebeck schloss einen Konter erfolgreich ab (43.).

Nach dem Seitenwechsel kam dann die Farbe Rot ins Spiel. Erst flog Florian Tinzmann wegen einer Notbremse an Ferenc Karpati (49.). „Völlig zu Recht“, gab Gelsdorf zu. Klemptners Platzverweis war hingegen nicht so eindeutig. Der Brinkumer traf Ercan Otluoglu mit der Hand im Gesicht. „Ich reiß’ mich doch nur los“, verstand Klemptner die Welt nicht mehr, als ihn Norden vom Feld schickte. Und auch Gelsdorf war erstaunt: „Der Schiri stand mit dem Rücken zu Tobias, konnte gar nicht sehen, was passiert ist.“

Zu neunt schlug Brinkum aber zurück: Nach einem Freistoß von Ayik hämmerte Unger den Ball unter die Latte – 1:1 (80.). „Jetzt wollen wir hier gewinnen“, peitschte Gelsdorf sein dezimiertes Team nach vorne und schickte Unger in die Spitze. Der aufgerückte Libero hatte sogar noch eine dicke Chance (90.), scheiterte jedoch an Wulsdorfs Keeper Karayel, der Unger danach attackierte und – wie sollte es anders sein – Rot bekam.

In der hitzigen Nachspielzeit waren auch die Trainer dran. Brinkums „Co“ Markus Hansen und Gelsdorf beschwerten sich nach einem nicht geahndeten Foul an Ayik – und mussten hinter die Barriere. Das galt auch für TSV-Coach Jörg Giesemann, der ebenfalls gemotzt hatte. Nach knapp fünf Minuten Zugabe beendete Norden das denkwürdige Spiel – aber nicht die Diskussionen und Beschwerden . . .

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