Geliebtes Abenteuer

HSG Phoenix genießt als Aufsteiger die Oberliga

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Durchgesetzt: Mareen Kunze (am Ball) warf in der 53. Minute mit ihrem Tor zum 26:16 eine zwischenzeitliche Zehn-Tore-Führung für die HSG Phoenix heraus.

Twistringen - Von Arne Flügge. Ein Underdog mischt weiter fröhlich die Handball-Oberliga der Frauen auf: Am späten Donnerstagabend feierte die HSG Phoenix beim 26:18 (13:10)-Erfolg gegen die SG Findorff den dritten Sieg in Folge – für einen Aufsteiger fast schon unglaublich. Doch abheben? „Nein“, sagt Spielführerin Nadine Berger, „wir wissen, dass es uns auch schnell mal erwischen kann.“ Vielleicht schon Samstagabend (18.00 Uhr) im Auswärtsspiel bei Spitzenreiter und Titelfavorit VfL Stade.

Doch „selbst wenn wir in Stade eine Klatsche kriegen sollten, sind wir gefestigt genug, um danach nicht einzubrechen“, ist sich Nadine Berger sicher: „Wir sind der klare Außenseiter, haben nichts zu verlieren und werden hochmotiviert unser Bestmöglichstes geben.“ Wichtig sei, „das wir nach dem Spiel mit erhobenen Hauptes vom Feld gehen können, egal wie es ausgeht.“

Warum der Saisonstart bisher so glänzend verlaufen ist? Berger sieht drei ganz wichtige Aspekte: Zum einen habe es der Spielplan mit der HSG Phoenix recht gut gemeint. „Wir hatten nicht gleich zum Auftakt die ganz harten Brocken wie Hude und Stade.“ Zweitens herrsche in der Mannschaft ein unglaublicher Zusammenhalt und Teamgeist. „Wir sind eine Einheit, die sich das Abenteuer Oberliga ganz oben auf die Fahne geschrieben hat. Wir feiern jeden Sieg, als wäre es der letzte gewesen.“ Zu guter Letzt sei dann da noch das Trainergespann Thomas Reinberg/Stefan Honscha. „Sollten wir mal zu euphorisch sein, haben sie eine klare Antwort: noch härteres Training“, schmunzelt Berger, am Donnerstag gegen Findorff mit acht Treffern erfolgreichste Torschützin der HSG Phoenix.

Coach Reinberg freut sich natürlich über die drei Siege am Stück. Doch er weiß, dass dies auch nur eine Momentaufnahme sein kann. Und deshalb lässt der Coach nicht locker, seine Mannschaft zu erden. „Natürlich sind diese drei Siege sehr positiv, und sie geben uns sehr viel Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben. Der Start ist sicherlich auch etwas überraschend, denn als Aufsteiger kannst du damit nicht unbedingt rechnen“, meint Reinberg: „Dennoch ist es wichtig, dass wir jetzt auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Unser vorrangiges Ziel ist der Klassenerhalt.“ Und da liege noch viel Arbeit vor seiner Mannschaft.

Denn obwohl die HSG Phoenix am Donnerstag schlussendlich einen klaren 26:18-Sieg gegen Findorff feierte, war Reinberg mit der Leistung seiner Mädels nicht wirklich zufrieden. Zumindest nicht über die gesamten 60 Minuten. „Es war von beiden Seiten ein zerfahrenes Spiel auf ganz schwachem Niveau“, kritisierte der HSG-Trainer die „extrem vielen technischen Fehler“.

Bis zum 10:10 (27.) war die Partie ausgeglichen, ehe sich die HSG Phoenix nach Toren von Christina Lehmkuhl, Maria Lehmkuhl (per Siebenmeter) und Lale Kuhangel bis zum Wechsel auf 13:10 absetzte. „Nach der Pause haben wir dann noch gleich zwei Tore nachgelegt“, freute sich HSG-Co-Trainer Stefan Honscha, wobei Maria Lehmkuhl in dieser Phase noch einen Siebenmeter verwarf (32.).

Nach dem 12:15-Anschluss von Findorffs Anja Wörz (36.) drehte die HSG Phoenix aber so richtig auf. Mit sechs Toren in Folge ohne Gegentreffer zum 21:12 (43.) erzwangen die Gastgeberinnen die Vorentscheidung. „In dieser Phase waren wir sehr konzentriert und haben endlich auch richtig gut Handball gespielt“, freute sich Trainer Reinberg. Nach einem frechen Siebenmeter-Heber (48.) von Berger zum 23:15 (Honscha: „Das war richtig toll gemacht“) warf Mareen Kunze beim 26:16 (53.) gar eine Zehn-Tore-Führung für Phoenix heraus. „Die Schlussphase war dann wieder zerfahren, und wir haben noch zwei kassiert“, meinte Co-Trainer Honscha, „da waren wir nicht mehr so konzentriert.“

Das darf der HSG Phoenix Samstagabend in Stade freilich nicht passieren. Zudem stellt sich die Frage, ob die Kraft reichen wird. „Wir werden wieder mit viel Moral auflaufen“, verspricht der Co-Trainer. Schließlich habe sein Team in Stade nichts zu verlieren. Meint auch Trainer Reinberg: „Stade sammelt Punkte für den Aufstieg, wir sammeln Punkte gegen den Abstieg. Und wenn wir einen Punkt mitnehmen könnten, wäre das wirklich schon sensationell.“ Und der würde von den Spielerinnen der HSG Phoenix dann sicherlich auch wieder gefeiert werden wie ein Sieg.

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