Ausgerechnet gegen seine alte Liebe Twistringen geht Neuenkirchens Stürmer ins Abstiegskampf-Finale

Geisler vor seinem schwersten Spiel

„Wenn ich auf dem Platz stehe, muss ich den Kopf ausschalten“, sagt Neuenkirchens Michael Geisler (li.). - Foto: Flügge

Neuenkirchen - Von Arne Flügge. Michael Geisler steckt tief im Zwiespalt der Gefühle. Wenn es zwischen dem TV Neuenkirchen und dem SC Twistringen Samstag (16.00 Uhr) im finalen Saisonspiel der Fußball-Bezirksliga um Abstieg, Relegation oder Klassenerhalt geht, schlagen in der Brust des Stürmers zwei Herzen.

Insgesamt zehn Jahre lang hatte Geisler für Twistringen die Fußballschuhe geschnürt, als Neuenkirchens Stürmer soll er nun sein Team retten – und seinen Ex-Club damit quasi ins Dilemma schießen. „Ich hab’s mir so sicherlich nicht gewünscht“, sagt der 38-Jährige, „es ist eine Konstellation, auf die ich gerne verzichtet hätte. Ich hatte gehofft, dass es beide Mannschaften vor dem letzten Spieltag klarmachen“

Wie die Teams sicherlich auch. „Wir haben es aber selbst verbockt, jetzt müssen wir das Beste daraus machen“, sagt Twistringens Trainer Stefan Müller. Und Geisler ergänzt: „Beide haben eine richtig schlechte Rückrunde gespielt – und müssen das jetzt ausbaden.“

Wobei Neuenkirchen vor dem Anpfiff „die vermeintlich besten Karten hat“, wie TVN-Trainer Dirk Meyer findet. Seiner Mannschaft reicht ein Unentschieden für den direkten Klassenerhalt. Direkt absteigen kann Neuenkirchen nicht mehr. Schlimmstenfalls wartet die Relegation. Für Twistringen ist – abhängig vom Spiel des FC Sulingen gegen Diepholz – alles möglich: Direkter Abstieg, Relegation und Klassenerverbleib. „Wir haben es noch selber in der Hand.“ Und das, so Stefan Müller, mache das Spiel zu einem ganz besonderen. Die Drähte nach Sulingen werden heißlaufen, und auf dem Platz muss Twistringen dann stets abwägen, welche Marschrichtung nun gerade die richtige ist. „Wir werden mit Sicherheit nicht wie die Wildsau vorn draufgehen“, erläutert Müller, der ein Kampfspiel über 90 Minuten erwartet: „Das Fußballerische wird sicherlich zu kurz kommen.“

Dass Neuenkirchen ein Remis reicht, wird sich auf der anderen Seite nicht auf die taktische Marschroute der Gastgeber auswirken. „Wir werden uns auf keinen Fall darauf ausruhen. Wir gehen genauso in das Spiel, wie zuletzt gegen Bassum, Heiligenfelde und Rehden II“, kündigt Coach Meyer an. Sieben Punkte hatte Neuenkirchen aus den drei Begegnungen geholt. „Wir sind gut drauf, haben so gut wie alle an Bord. Wir werden richtig Gas geben, um am Samstag den Klassenerhalt perfekt zu machen.“ Und dabei „müssen wir nur auf uns schauen. Der Rest zählt nicht“, fordert Meyer.

Und Geisler? „Am schlimmsten“, räumt er ein, „sind diese Tage vor dem Spiel. Du bekommst Nachrichten von Freunden und Bekannten, die dich mit Fragen löchern. Da kommt dann schon ein bisschen Nervösität auf. Für den neutralen Zuschauer ist das sicherlich ein richtig geiles Spiel. Für mich, der zwei Herzen in der Brust hat, dagegen echt ätzend.“

Doch „Michi“ ist Fußballer durch und durch. Und daher „muss ich den Kopf ausschalten, wenn ich auf dem Platz stehe. Denn ich will jedes Spiel gewinnen. Auch im Training.“ Deswegen werde er sich während des Spiels auch keinen Kopf machen, sondern versuchen, seine Leistung zu bringen. Das sei er schließlich auch seiner Mannschaft schuldig. Das allein zähle und nicht die Gedanken „an ein was wäre wenn?“

TVN-Trainer Dirk Meyer wird natürlich auch nicht auf irgendwelche Sentimentalitäten seines Angreifers Rücksicht nehmen. Geisler wird spielen. „Michi ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Natürlich ist das eine für ihn etwas mulmige Situation. Doch wir wissen alle, um was es an diesem Tag geht.“

Es fehlen (Neuenkirchen): Thomas Weiner (Oberschenkelzerrung), Sven Asmus (Schulterverletzung/fraglich).

Es fehlen (Twistringen): Christian Horstmann (Gelbsperre), Oliver Schröder (Knöchelprobleme).

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