Gegenseitige Komplimente vor Finale

Kreisliga-Meister Wagenfeld und FC Sulingen II am Samstag im Kreispokal-Endspiel

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Verlockend: Tasjan Schnieder und der FC Sulingen II können sich ausgerechnet im Finale für die Kreisliga-Niederlage gegen Wagenfeld revanchieren, die den Abstieg besiegelte.

Kirchdorf – Der Bus muss am Samstag zweimal fahren. Erst kutschiert er die Kreisliga-Fußballer des TuS Wagenfeld nach Kirchdorf, dann holt er eine ganze Ladung Fans ab, die sich das um 18.00 Uhr beginnende Finale gegen den bisherigen Liga-Gefährten FC Sulingen II nicht entgehen lassen wollen. Wagenfelds Coach Oliver Marcordes ahnt aber bereits, dass dort nicht alle hineinpassen: „Es werden viele selbst anreisen, denn die Begeisterung ist riesig.“ Die Szenen nach der am letzten Spieltag gesicherten Kreismeisterschaft vor knapp zwei Wochen stützen die These des Trainers. „Es gab sogar einen Empfang im Rathaus für uns – direkt nach der Rückkehr vom Spiel am Sonntagabend“, schildert Marcordes schmunzelnd: „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Draußen warteten viele Leute. Scheinbar steht das ganze Dorf hinter uns“, freut sich der 38-Jährige.

Sein Team und er waren übrigens gerade vom FC Sulingen II gekommen, dessen Abstieg sie zum Saisonkehraus mit einem 2:1-Sieg besiegelt hatten. Marcordes weiß, dass dies dem erneuten Aufeinandertreffen innerhalb von nur 13 Tagen eine pikante Note verleiht: „Sicher ging es für den FC um viel, aber wir wollten unbedingt Meister werden.“ Er lobte die Einstellung der Bezirksliga-Reserve: „Man hat gesehen, dass es Sulingen in der ersten Halbzeit mehr wollte als wir. Von daher war es vielleicht die richtige Warnung.“ Denn dass die Favoritenrolle morgen bei den Wagenfeldern liegt, will der Chef des gefährlichsten Kreisliga-Angriffs (101 Tore) und der sichersten Abwehr (30 Gegentore) nicht wegreden. „Aber ich will jetzt endlich mal diesen Pott“, sagt der Mann, der als Spieler mit dem TSV Wetschen zweimal und später mit den Alten Herren des Barnstorfer SV dreimal im Finale gescheitert war: „Und niemand soll glauben, dass das von allein läuft.“ Bisher deutet in seinem Kader nichts auf eine lasche Einstellung hin: „Zuletzt hatten wir 20 Leute beim Training, alle sind fit“, schildert Marcordes. Dementsprechend bedauert er schon jetzt, dass er fünf von seinen 23 Männern sagen muss, dass sie nicht im Kader stehen. „Aber alle fahren mit“, verspricht der TuS-Coach.

Hat das Double im Visier: Wagenfelds Trainer Oliver Marcordes will auch den Kreispokal gewinnen. Foto: Borchardt

Auch die Nordsulinger reisen fast in Bestbesetzung an – bis auf Kenneth Wohlann, dessen Urlaubsplanungen weit vor dem Finaleinzug abgeschlossen waren. „Er und seine Feundin hatten noch überlegt, die Reise zu stornieren“, sagt sein Co-Trainer Lukasz Konopinski. Ansonsten können er und Trainer Viktor Seiberlich auf die komplette Kapelle zurückgreifen. „Auch die Jungs nehmen sich einen Bus, aber Viktor und ich fahren nicht mit“, sagt Konopinski trocken. Was zunächst nach einem tiefen Zerwürfnis zwischen Trainerteam und Spielern klingt, hat einen einfachen Grund. Seiberlich und Konopinski stehen bereits vier Stunden vorher auf dem Platz – als Akteure der Ü 32 vom FC, die das Altherren-Pokalfinale gegen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst bestreitet.

Dort rechnet sich der Co-Trainer mehr aus als abends im Herren-Endspiel: „Wagenfelds Chancen liegen bei 70:30“, gesteht Konopinski: „Diese Mannschaft hat enorm viel Qualität, allein Roman Esanu ist eine Klasse für sich“, adelt Konopinski den 32-fachen Torschützen. Dennoch trauert er der Niederlage zum Kreisliga-Toreschluss hinterher. „Natürlich haben die Jungs nach dem Abstieg die Köpfe hängen lassen – aber vor allem deshalb, weil in diesem Spiel etwas für uns drin gewesen wäre.“ Für ihn bedeutet dies wiederum ein Fünkchen Hoffnung: „Es wird viel über den Kampf laufen. Wer nicht bereit ist, die letzten fünf oder zehn Prozent zu geben, wird dieses Finale verlieren.“  ck

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