TRAINER-TANDEM Mohrland und Klostermann liegen beim Handball auf einer Wellenlänge

Das gefürchtete Dienstagstraining. . .

Fest im Sattel bei den Handball-Landesliga-Frauen der HSG Barnstorf/Diepholz: Klaus Klostermann (l.) und Mario Mohrland. Hier sitzt das Trainer-Tandem auf einem geliehenen Fahrrad-Tandem. Foto: Borchardt

Barnstorf - Da haben sich zwei gesucht und gefunden: Mario Mohrland und Klaus Klostermann drücken als Trainer-Tandem den Landesliga-Handballerinnen der HSG Barnstorf/Diepholz ihren Stempel auf. Sie gehen mit dem letztjährigen Tabellensechsten in ihre dritte Saison. Gibt es während der Spiele und Übungseinheiten unterschiedliche Auffassungen? „Zu 98 Prozent sind wir einer Meinung, liegen auf dem gleichen Level“, unterstreicht der 57-jährige Klaus Klostermann, der zu seiner aktiven Zeit mit dem MTV Barnstorf in der Oberliga um Punkte gekämpft hat. So sieht es auch der 43-jährige Mohrland, der vor Jahren beim Bundesligisten TSV GWD Minden zwischen den Pfosten gestanden hat: „Unser Gespann harmoniert.“

Diese Einschätzung bestätigt auch Tochter und Kapitänin Carla Klostermann: „Die beiden könnten von ihrer Art gar nicht unterschiedlicher sein, aber in Sachen Handball sprechen sie einfach die gleiche Sprache. Mario, der eher den ruhigeren und strategischen Part übernimmt, der uns aber auch immer wieder an unsere sportlichen Grenzen führt. Papa, den die meisten seit der Jugend kennen und sein Dienstagstraining fürchten und auch lieben, da kann es schon einmal lauter werden. Zusammen schaffen sie es, den verrückten Haufen zu motivieren und mit Spaß am Handball zu sportlichen Höchstleistungen zu führen.“

Dreimal in der Woche trainieren die Barnstorferinnen. Die dritte Einheit erfolgt freitags, ist vor allem für die Studentinnen gedacht. „Klaus zieht von der Intensität her die Daumenschraube dienstags gern an, aufgrund seiner Fitness macht er noch alles mit“, erläutert Mohrland, der sich bei Schussserien verstärkt um die Torhüterinnen kümmert. Klostermann wiederum schult die Feldspielerinnen, arbeitet mit ihnen positionsbezogen.

Mit dem Gros der Spielerinnen (es sind sechs) arbeitet Klaus Klostermann seit der D-Jugend zusammen. In der Spielzeit 2014/2015 stieg er mit den Frauen in die Landesliga auf. Nach dem Abstieg in die Landesklasse legte der Elektromeister in der Serie 2017/2018 eine Pause ein. Bernd Öhlmann übernahm die Mannschaft. Mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Landesklasse verließ er die HSG Barnstorf/Diepholz nach zwei Serien, fand bei SFN Vechta II eine neue Herausforderung. Sein Nachfolger wurde Mario Mohrland. Am 28. April 2018 schaute er sich zusammen mit Klaus Klostermann die Partie in der Landesklasse zwischen dem TV Dinklage II und Spitzenreiter HSG Barnstorf/Diepholz an. „Ich habe für mich eine Verstärkung gesucht, da hat es die erste Kontaktaufnahme gegeben“, erinnert sich der Berufsschullehrer. Da er im Handball mit Klostermann auf einer Wellenlänge liegt, sind sie zusammengekommen. In ihrem ersten Landesliga-Jahr führten sie den Aufsteiger auf den vierten Platz.

Die durch die Corona-Pandemie abgebrochene Saison 2019/2020 war für die HSG Barnstorf/Diepholz von mehreren personellen Rückschlägen geprägt. „Die Verletzungen haben unsere Konzepte über den Haufen geworfen“, betont Mohrland. Eineinhalb Wochen vor Serienbeginn zog sich Spielmacherin Julia Bahr einen Kreuzbandriss zu. Am sechsten Spieltag erwischte es in der Begegnung beim ASC GW Itterbeck (18:18) Neuzugang Lina Witte, die sich ebenfalls das Kreuzband riss. Ohne Vorbereitung sprang Denise Bahr, die aufgrund eines Kreuzbandrisses und eines Asien-Aufenthalts mehrere Monate gefehlt hatte, in die Bresche. Sie wechselte sich im mittleren Rückraum mit Laura Oehlmann ab. „Wir haben Denise und Laura ins kalte Wasser geworfen“, sagt Mohrland rückblickend. In Linkshänderin Vivien Scheland (Achillessehnenriss), Torhüterin Svenja Gatzemeier (Meniskus- und Bänderriss im Knie), Torfrau Lena Brüggemann (Handbruch), Rückraumakteurin Kim Klostermann (Syndesmose-Reizung) und Linksaußen Carla Klostermann (heftiger grippaler Infekt) gab es weitere Ausfälle. „Zum Glück sind andere Spielerinnen wie Alena Meyer in die Bresche gesprungen“, lobt Mohrland beispielsweise die linke Flügelangreiferin.

Klostermann findet den Saison-Abbruch schade: „Wir hätten noch zwei Plätze gutmachen können.“ In einem Punkt sind sich die Trainer einig: „Alle Spielerinnen haben einen Schritt nach vorn gemacht.“ Das gilt auch für Torjägerin Karla Witte, mit 139/22 „Buden“ beste Werferin in der Landesliga Weser-Ems.

Die HSG Barnstorf/Diepholz geht mit einem 17er-Kader in die Serie 2020/2021. „Das Grundgerüst der Mannschaft besteht aus Spielerinnen aus der Region. Bei allen wollen wir noch mehr Konstanz erreichen und möglichst jedes Spiel gewinnen“, nennt das erfolgreiche Duo Mohrland/Klostermann sein Ziel. Wenn dann einmal der Oberliga-Aufstieg herausspringen würde, hätten die beiden Handball-Trainer nichts dagegen.

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