3:1 – Vilsen holt den Kreispokal / 19-Jähriger zweifacher Torschütze / TuS Syke viel zu harmlos

Ein Garaf und ganz viel Leidenschaft

Stolz stemmt Vilsens Kapitän Simon Röper (li.) den Kreispokal in den wolkenverhangenen Sulinger Abendhimmel. ·
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Stolz stemmt Vilsens Kapitän Simon Röper (li.) den Kreispokal in den wolkenverhangenen Sulinger Abendhimmel. ·

Sulingen - Von Arne FlüggeDer Kleinste war der Größte. Wie ein Wirbelwind war Salam Garaf bis zu seiner Auswechslung in der 88. Minute durch die Defensive des TuS Syke getobt und hatte seinen SV Bruchhausen-Vilsen beim 3:1 (2:0) mit zwei Toren und einer Torvorlage zum Kreispokalsieg geschossen. „Ein schönes Gefühl. Das für mich bisher größte Erlebnis“, jubelte der erst 19-jährige Sturmfloh: „Aber die ganze Mannschaft hat toll gespielt. Dass es so klar wurde, hatte ich nicht erwartet.“

Denn hätten die Vilser ihre Chancen konsequenter genutzt – die Partie wäre für die schwachen Syker zu einem Desaster geworden. „Wir haben nicht das Herz und die Leidenschaft gehabt, die man braucht, um so ein Finale anzugehen“, seufzte Sykes scheidender Trainer Matthias Rose: „Vilsen hat es uns vorgemacht und daher auch völlig verdient gewonnen.“ Was Vilsens Interimscoach Andreas Mann, der den im Urlaub weilenden Coach Jörn Meyer vertrat, nur unterstreichen konnte: „Wir waren Syke in allen Belangen überlegen: Spielerisch, kämpfersich, Einstellung und Konzentration. Die Jungs haben dieses Spiel richtig angenommen.“

Allerdings dauerte es gut 20 Minuten, ehe der SV Bruchhausen-Vilsen Fahrt aufnahm. Nachdem Christian Mewes noch aus elf Metern am Syker Torwart Gerrit Schmidt gescheitert war (26.), durfte Vilsen neun Minuten später das erste Mal jubeln. Eine schöne Kombination über Christian Riemenschneider schloss Salam Garaf mit einem trockenen Schuss aus zwölf Metern neben den rechten Pfosten zum 1:0 ab. Nur vier Minuten später folgte die nächste Co-Produktion des Vilser Sturms: Diesmal tankte sich Garaf über links durch, passte scharf in die Mitte, wo Riemenschneider stand, den Ball zunächst volley an die Latte setzte, eher er den Abpraller doch noch über die Linie drückte. „Viele belachen uns wegen unseres Dreimetersturms – Salam einsfünfzig, Christian einszweiundfünfzig. Da haben die beiden es allen gezeigt“, freute sich Vilsens Kapitän Simon Röper über den Doppelschlag seines Sturmduos.

Syke war geschockt, gelähmt, kam nur sporadisch nach vorn – und beraubte sich seiner besten Chancen selbst, weil Guy Franklin und Jean Charles Luyindula ständig meterweit ins Abseits tappten. „Ich hatte schon vorher die Vermutung, dass sich einige Spieler einfach zu viele Gedanken gemacht haben und vom Kopf her nicht frei waren“, sagte Syke-Coach Rose: „Zudem haben wir bei den Gegentoren zu viele individuelle Fehler gemacht.“

Die Ansprache des Trainers und die Aufmunterung zur Pause, die Partie noch drehen zu können – das alles war nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff für die Katz’: Mit dem Rücken zum Tor nahm Salam Garaf den Ball an, eine schnelle Drehung, die Kugel kurz vorgelegt und rein ins Vergnügen – 3:0. „Salam ist mit seinen erst 19 Jahren schon absolute Extraklasse. Er ist schnell, ballsicher und immer gefährlich. Das ist schon irre“, staunte Vilsens Coach Andreas Mann.

Zwar gelang dem TuS Syke nach einer Unsicherheit in der Vilser Deckung durch Ruslan Arify noch das 1:3 (79.) – doch das war nur ein Strohfeuer, zumal Sykes Rene-Pierre Liebert noch Gelb-Rot sah und Vilsens Mewes und zweimal Garaf es verpassten, aus dem Sieg einen Kantersieg zu machen.

Und nachdem Kapitän Simon Röper („Wir haben eine tolle Mannschaft“) den Siegerpokal in den Sulinger Abendhimmel stemmen durfte und die im Vorfeld gefertigten Sieger-T-Shirts übergezogen wurden, gab’s noch ein Versprechen: „Heute geht die Post ab!“

Auch der TuS Syke hatte sich im Vorfeld Gewinner-Shirts besorgt. Die wurden dann feierlich verbrannt. Am Abend, im Garten von Betreuer Karsten Köitsch, im Lagerfeuer . . .

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