SV Lessen mischt die Kreisliga auf und will aufsteigen / Kapitän Plümer lobt Trainer Hollwedel

Das „gallische Dorf“ macht mobil

Dass Lessen in der Fußball-Kreisliga mit acht Gegentoren die mit Abstand beste Abwehr besitzt, liegt auch an Torwart und Kapitän Tobias Plümer (l., hier mit Christian Tönjes).

Kreis-Diepholz - Von Gerd TöbelmannLESSEN · Seit Wochen, im Prinzip schon seit Saisonbeginn reiben sich die Beobachter der Fußball-Kreisliga verwundert die Augen. Mit dem SV Lessen sitzt da ein Team auf dem Thron, dem dies eigentlich nicht zugetraut wurde. Wie das kleine „gallische Dorf“ (600 Einwohner) unter der römischen Vorherrschaft weigert sich der SVL nach Kräften, diesen Platz an der Sonne zu verlassen.

Nach und nach wächst das Selbstvertrauen bei den Lessenern, die auf den ersten Nichtaufstiegsplatz schon sechs Punkte Vorsprung und zudem noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben. „Am Anfang der Saison wollten wir nur oben mitspielen. Ich denke, dass das okay war, denn in der vergangenen Rückserie haben wir nur dreimal verloren“, sagt Torwart Tobias Plümer, der mit seinen erst 23 Jahren auch Kapitän der Truppe ist. Plümer selbst hat großen Anteil daran, dass der SV Lessen eine derart tolle Saison spielt, denn der Keeper musste bisher erst achtmal hinter sich greifen – absoluter Liga-Rekord. Die Verfolger Stuhr und Mörsen haben schon jeweils 15 Tore kassiert.

Um im Vergleich bei den Galliern zu bleiben: „Majestix“ Carsten Hollwedel, schon im sechsten Jahr als Trainer verantwortlich, hat einen Großteil dazu beigetragen, dass Lessen mehr denn je von der Bezirksliga träumen darf. „Die Sparte hat ihm sehr viel zu verdanken. Carsten hat es geschafft, eine dritte Herren zu installieren. Davon hat dann auch die Zweite profitiert – und letztlich dann auch wir, weil der Unterbau größer und besser geworden ist. Uns fällt es momentan leichter, Leistungsträger zu ersetzen, als das noch in der Vergangenheit der Fall war. Tobias Schulz oder Christian Sandmann etwa haben leistungsmäßig einen gewaltigen Sprung gemacht“, lobt Plümer Trainer und Mitspieler.

Dabei kann sich Lessen eine „Granate“, wie sie etwa der letztjährige Kreisliga-Meister TSV Wetschen in Giovanni Esposito (58 Saisontore) hatte, gar nicht leisten. Christoph Dahm als derzeit bester Lessener Schütze bringt es nach 14 Spielen gerade einmal auf neun Treffer. „Wir gehen eben einen anderen Weg, den wir auch im Falle des Aufstiegs nicht verlassen werden. Bei uns gibt es keinen Cent“, versichert Plümer. Der Kapitän bestätigt aber auch, dass etliche seiner Teamkollegen bei den Nachbar-Vereinen FC oder TuS Sulingen hoch im Kurs standen: „Ja, es gab Anfragen, aber die Jungs sind alle geblieben. Das spricht dafür, dass es hier so schlecht nicht ist. Mittlerweile gucken bei uns auch Leute aus Sulingen zu . . .“

Aber kann Lessen den Höhenflug auch in der Rückserie fortsetzen und dann wohl als kleinster Ort in der Bezirksliga mitmischen? Plümer, früher als Bezirks-Schiedsrichter bei vielen Bezirksliga-Partien mittendrin, traut es seiner Mannschaft zu: „Wir haben das Zeug für die Bezirksliga.“ Als härteste Konkurrenten im Aufstiegskampf sieht Plümer den TV Stuhr, den SV Mörsen und den TuS Sudweyhe an, um dann noch nachzuschieben: „St. Hülfe-Heede darf man nicht vergessen.“ Aber momentan hat Lessen die besten Aufstiegskarten. Da müsste dem Team schon der Himmel auf den Kopf fallen, wenn das nicht klappen sollte.

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