Nur der Abgang von Böschen tut weh

Gaede froh, dass Cobzas bleibt

Wietzens Trainer-Urgestein Friedhelm Gaede (re.) baut in der kommenden Saison auf folgende Neuzugänge (v.l.): Majid Derwisch, Orhan Boran und Marcel Alpert. Auf dem Bild fehlt Simon Dietrich.

Kreis-Diepholz - Von Carsten DrösemeyerWIETZEN · Friedhelm Gaede, Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Wietzen, gilt als vorsichtiger Zeitgenosse. Manche würden ihn sogar als übervorsichtig bezeichnen.

Deshalb verwundert es kaum, dass der 60-Jährige trotz eines ausgezeichneten siebten Platzes der Vorsaison lieber kleinere Brötchen backt: „Für uns zählt einzig und allein der Klassenerhalt. Schließlich ist das zweite Jahr für einen Aufsteiger stets das schwerste.“

Eigentlich ein klarer Fall für das Sport1-Phrasenschwein, doch Gaede schiebt sofort eine plausible Begründung hinterher: „Wir haben mit Dennis Böschen einen richtig guten Manndecker verloren. Das schmerzt gewaltig. Neben Robert Fiterer fehlt mir jetzt ein zweiter gleichwertiger Innenverteidiger. Das könnte ein großes Problem werden.“ Könnte es, muss es aber nicht. Schließlich verließ den TSV ansonsten lediglich noch Reservestürmer Sascha Noske, so dass Wietzen unverändert über eine äußerst schlagkräftige Truppe verfügt.

Zumal es dem Aufsteiger gelang, in Orhan Boran sowie Majid Derwisch zwei hoffnungsvolle Talente vom Landesligisten ASC Nienburg loszueisen, die der ohnehin bereits exquisit bestückten Offensive um Toptorjäger Maurice Gaede (stolze 19 Treffer) und Otto Cobzas noch mehr Qualität verleihen sollen. Gerade der erst zur Winterpause vom Ligakonkurrenten VfL Münchehagen dazu gestoßene Cobzas erwies sich als echter Glücksfall. Flink, trickreich und zudem extrem torgefährlich weckte das Mittelfeld-Juwel schnell die Begehrlichkeiten anderer Teams – entschied sich letztendlich aber für das familiärere Wietzer Umfeld. Sehr zur Freude von Gaede: „Zum Glück hat Otto in der Nähe eine Stelle gefunden. Mit ihm und meinem Sohn Maurice sind wir im offensiven Mittelfeld exzellent aufgestellt. Dafür hakt es leider etwas im defensiven Bereich.“

Allerdings nicht auf der Torhüterposition. Der immerhin schon 39-jährige Torsten Klein erinnert von Statur und Coolness doch stark an den früheren Bremer Klasse-Keeper Andreas Reinke und erwies sich in brenzligen Situationen stets als Turm in der Schlacht. Eigentlich wollte Klein seine Torwarthandschuhe bereits an den Nagel hängen, ließ sich von den Wietzer Verantwortlichen aber überreden, noch eine Saison weiter

▪ Torsten Klein noch

▪ einmal überredet

zu machen. „Torsten zählt zu den besten Schlussmännern der gesamten Bezirksliga. Seine Routine werden wir noch dringend benötigen“, baut Gaede auf seine unangefochtene Nummer eins. Deshalb gönnt er Klein in der Vorbereitung auch die eine oder andere Verschnaufpause beim Training – ganz im Gegensatz zum Rest des Teams.

Trotz tropischer Temperaturen scheucht der 60-Jährige seine Mannschaft zweimal die Woche kreuz und quer durch die Wietzer Grünanlagen. Zu seinem Leidwesen entfallen allerdings die legendären Sandkuhlen-Läufe. „Dafür ist es derzeit einfach zu warm. Schade, da konnte man herrlich Kondition bolzen – auch wenn die Jungs die Schinderei gehasst haben“, schmunzelt Gaede. Doch auch so dürfte sich der TSV zum Punktspielauftakt in guter körperlicher Verfassung präsentieren. Da spielerisch ebenfalls kaum Defizite auszumachen sind, sollte das selbstgesteckte Ziel des Klassenerhalts keine allzu hohe Hürde darstellen. Und dann spräche eigentlich wenig dagegen, dass Gaede „nullt“ und seinem neunten Jahr als Wietzer Coach noch ein zehntes folgen lässt.

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