Fußball-Bezirksligist BSV Rehden II steht derzeit mit nur acht Spielern da

Der große Aderlass

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Die Lage ist ernst, doch Sascha Feldt, Co-Trainer des BSV Rehden II, wirft die Flinte nicht ins Korn.

Und Cord Krüger - Von Arne Flügge. Am Montag ist Trainingsauftakt beim BSV Rehden II – aber an richtiges Training ist für Coach Daniel Gunkel und Co-Trainer Sascha Feldt nicht zu denken. Dem Fußball-Bezirksligisten sind die Spieler ausgegangen. Nur acht sind übrig geblieben, gleich 16 Kicker (siehe Kasten) haben den Club verlassen, kein neuer ist bislang hinzugekommen. Der große Aderlass in Rehden – und Feldt seufzt: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Der BSV Rehden II verliert dabei auch seinen besten Torschützen: Mazlum Sünün schließt sich dem SV Holdorf in der Bezirksliga Weser-Ems 4 an. Für ihren Vertragsamateur erhalten die Rehdener dem Vernehmen nach eine Ablöse von 2500 Euro. Als Trainer erwartet Sünün ein in Rehden ebenfalls noch bestens Bekannter: Baya Baya, einstiger Leistungsträger der BSV-Ersten in der Oberliga und bis 2012 Stütze der Zweiten in der Bezirksliga.

Den umgekehrten Weg, den aus der Reserve in den Kader der ersten Mannschaft, wollte eigentlich Mazlum Sünün gehen. „Aber letztlich konnte ich mich nicht so durchsetzen, wie ich mir das vorgenommen hatte“, erklärt der 20-Jährige. Nach seinen 23 Toren in der abgelaufenen Bezirksliga-Serie hatte der Stürmer gehofft, wenigstens die Vorbereitung im Regionalliga-Team mitmachen zu dürfen. Doch diese Chance ergab sich nicht. „Das ist schade, aber ich gehe deswegen nicht im Bösen“, unterstrich Sünün: „Vielleicht wäre mir der Aufwand auch auf Dauer zu hoch gewesen.“ Denn bei einer Diepholzer Lokomotiven-Fabrik will er weiter eine gute Ausbildung hinlegen, und sein zweites Hobby nach dem Fußball nimmt ihn zunehmend in Anspruch: Sünün singt und spielt Gitarre in einer Band, „und wir werden immer öfter gebucht.“ Da trifft es sich gut, dass die Holdorfer nur zwei Mal pro Woche trainieren.

Sascha Feldt kann Sününs Entscheidung nicht nachvollziehen, und ihm drängt sich der Verdacht auf, „dass es bei Mazlum nur ums Geld ging. Wir haben ihm klargemacht, dass wir ihn halten wollen. Aber er hat sich das alles auch selbst ein bisschen kaputt gemacht.“

Doch die Spielerflucht an einem einzigen Mann festzumachen, würde der Sache nicht gerecht werden. Wo also liegen die Gründe dafür begraben? Einige Spieler haben wegen ihres Studiums keine Zeit mehr, andere wollen zu ihren Heimatvereinen zurück, einer zog seine Zusage zurück – und bei vielen Akteuren aus dem Regionalligakader, die in der Zweiten gespielt hatten, wurden die Verträge nicht verlängert.

Generell sei es für eine zweite Mannschaft schwer, Spieler zu bekommen, denn bei der U23 würde kein Geld fließen. „Jeder, der Fußball spielen kann und möchte, ist bei uns herzlich willkommen“, sagt Feldt, „wir können eine Perspektive bieten. Jeder kann sich mit Leistungen belohnen, indem er dann mit der Regionalliga-Mannschaft trainieren kann.“ Doch dieser Ehrgeiz habe sich bei vielen in überschaubaren Grenzen gehalten.

Also gilt es für den BSV Rehden II, jetzt erstmal abzuwarten, bis der Regionalligakader steht. Vier Spieler sollen dann regelmäßig in der Zweiten auflaufen. Am Montag führt Feldt zudem Gespräche mit zwei Torhütern. An Aufgabe denkt er nicht. „Ich glaube, dass wir in zwei Wochen eine gute Mannschaft zusammen haben werden“, so der 38-Jährige. Die müsse sich dann aber erstmal finden. Und daher, sagt Feldt, „ist die Vorbereitung schon mal zertrümmert“.

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