Barnstorfs Kapitän Nils Mosel ist ganz heiß auf den Super-Hit in Bremervörde

„Für solche Spiele lebt man doch als Handballer“

Barnstorf - Von Malte RehnertMehr Kracher geht nicht. Der Erste empfängt den Zweiten, der beste Angriff der Handball-Oberliga die beste Abwehr. Und weil das Duell zwischen dem TSV Bremervörde und der punktgleichen HSG Barnstorf/Diepholz morgen (18.00 Uhr) am viertletzten Spieltag steigt, fällt auch noch die Vorentscheidung im Meisterschafts-Krimi. Im Interview beurteilt Kapitän Nils Mosel (29), was im Titelrennen für seine HSG spricht.

Wie große ist so kurz vor dem Knaller die Nervosität?

Nils Mosel: Ehrlich gesagt, habe ich im Moment andere Sorgen. Ich habe mir einen Nerv im Nacken eingeklemmt und in dieser Woche kaum trainiert. Es ist auch noch auf der linken Seite – und zieht runter in den Wurfarm. Das ist eklig.

Ihr Einsatz ist in Gefahr?

Mosel: Ich bin in Behandlung, um rechtzeitig fit zu sein. Und ich denke, das schaffe ich auch irgendwie – für so ein Spiel . . .

Wie würden Sie den Charakter der Partie mit wenigen Worten beschreiben?

Mosel: Umgangssprachlich würde man sagen: Für solche Spiele reißt man sich in der Woche den Arsch auf. Für solche Spiele lebt man doch als Handballer, das sind die kleinen Bonbons.

Fällt am Samstag die Entscheidung im Kampf um die Meisterschaft?

Mosel: Dass immer Ausrutscher passieren können, ist klar. Aber ich denke: Wer dieses Ding gewinnt, ist zu 90 Prozent Meister. Es ist DAS Spiel. Wer da nicht 100 Prozent gibt, kann eine ganze Saison verspielen.

Gleiche Punktzahl (39:5), nur zwei mickrige Tore Differenz – enger geht’s kaum.

Mosel: Das stimmt. Mit Hatten hatte ich in Achim mal ein ähnliches Spiel. Aber jetzt ist es noch knapper, so hatte ich es noch nie. Man wird andauernd angesprochen. Die Leute sagen: ,Ich fahre die 160 Kilometer, kein Problem. Wann muss ich da sein?‘ Das macht einfach Spaß.

Was spricht im Spitzenspiel für Ihre HSG?

Mosel: Auch, wenn es abgedroschen klingt: Der Angriff gewinnt die Schlacht, die Abwehr den Krieg. Bremervörde ist vorne am besten, wir eben hinten. Das kann nur ein geiles Spiel werden, die Chancen stehen 50:50. Da werden Kleinigkeiten den Ausschlag geben – vielleicht die Torhüterleistungen. Oder, wie man den gegnerischen Haupttorschützen in den Griff bekommt. Gut für uns ist sicherlich, dass wir unsere Krise in dieser Saison schon überstanden haben und mit sechs Siegen hintereinander anreisen. Bremervörde hingegen hat zuletzt verloren.

Und zwar in Hatten, bei Ihrem Ex-Club. Was gab’s als kleines Dankeschön?

Mosel: Nichts. Natürlich bin ich Hatten dankbar – aber als ich damals da weggegangen bin, ist die Mannschaft ziemlich auseinandergebrochen. Ich kenne da nur noch ein, zwei Leute, zu denen ich allerdings keinen festen Kontakt habe. Ich hatte ein bisschen drauf gehofft, dass sie Bremervörde schlagen. Und ich finde es nur fair, schließlich haben sie uns auch drei Punkte abgenommen (lacht).

Bremervörde ist seit Jahren ein Barnstorfer Begleiter. Wie sind Ihre Erinnerungen an die letzten Duelle?

Mosel: Viele Emotionen, immer enge Kisten – und eine versaute Weihnachtsfeier, als wir da mal verloren haben. Das müsste aber noch mit Hatten gewesen sein. Und dann natürlich diese bittere Niederlage 2008.

Am 26. April musste sich die HSG damals auswärts mit 31:37 geschlagen geben. Bremervörde feierte anschließend ausgelassen die Meisterschaft und den Aufstieg in die 2. Liga.

Mosel: Und das war keine schöne Situation. Die Korken knallten – und wir haben uns das nur angeguckt. Ein bisschen hat man es Bremervörde gegönnt. Aber wir waren auch etwas neidisch, weil wir es vorher schon versaubeutelt hatten.

Und wenn es morgen Abend wieder so ist?

Mosel: Dann müssten wir zumindest nicht schon wieder zum Titel gratulieren. Ich finde aber, dass es an der Zeit ist, den Bann zu brechen und die ganze Sache mal umzudrehen.

Gewinnt Barnstorf, wäre die Bahn frei für Meisterschaft und Aufstieg. Wie sehr reizt Sie die 3. Liga?

Mosel: Sie ist sehr attraktiv, eine tolle Liga mit vielen neuen Hallen. Es macht viel Spaß, da zu spielen.

Ist Barnstorf personell schon gewappnet für eine höhere Spielklasse?

Mosel: Auf ein, zwei Positionen müssten wir nachlegen – etwa auf der rechten Seite. Bei mir werden die Knochen immer poröser. Und bei Denis Maksimovich weiß man auch nicht, wie lange das mit dem Knorpelschaden noch gutgeht. Ein Linkshänder wäre also gut, aber natürlich ist das Sache des Trainers.

Abschließend noch mal kurz zum Spiel: Mit welchem Gefühl reisen Sie denn nun morgen nach Bremervörde?

Mosel: Mit ganz viel Vorfreude, ganz viel Motivation und ganz viel Leidenschaft. Und hoffentlich nehmen wir dann zwei Punkte mit – dann hätten wir im Bus eine schöne Party . . .

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