Für den fünften Triumph beim Bremen-Marathon will Oliver Sebrantke wieder bis an die Grenze gehen

Laufen, bis der Schweinehund Ruhe gibt

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Schafft er es wieder? Oliver Sebrantke ist gut vorbereitet.

Bremen - Von Petra Philippsen. Die Schublade seines Schreibtischs in einer Frankfurter Bank ist immer gut gefüllt. Mit Muffins und Schokolade, da greift Oliver Sebrantke an seinen zehnstündigen Arbeitstagen als Servicemann für Softwareprobleme gerne zu.

Das kann er auch, denn der 39-Jährige aus Stuhr läuft jeden Tag einen Halbmarathon. Das sind 21,1 Kilometer – täglich. Neben dem Job, neben der Pendelei zwischen Bremen und der Main-Metropole. Da beginnt ein Tag schon mal morgens um 5.00 Uhr oder dauert bis spät in die Nacht.

Das sportliche Pensum, das Sebrantke seit vier Jahren derart intensiv abspult, steht dem eines Profi-Läufers in nichts nach. Nur, dass dieser nach dem hartem Training viel Zeit zum Regenerieren hat, während Sebrantke da längst wieder am Schreibtisch arbeitet.

Aber das, was im Winter 2001 einmal als Schnapsidee in einer Kneipe entstanden war, ist längst Sebrantkes Passion geworden. Seinen ersten Marathon hatte er damals in Hamburg noch mit blutigen Füßen und Krämpfen bezahlt. Heute holen sich meist die Anderen Blasen, wenn sie Sebrantke einholen wollen. So wird es wohl auch am Sonntag kommen, wenn um 9.45 Uhr der 11. Bremer Marathon startet. Den hat der Stuhrer bereits vier Mal gewonnen (2009, 2011, 2013, 2014) und ist unter den 1200 Teilnehmern der Gejagte: „Alle wissen, dass ich unbedingt zum fünften Mal gewinnen will. Das wäre etwas Besonderes.“

Sebrantke siegt zum vierten Mal beim Bremen Marathon

Sebrantke läuft am Sonntag zum 50. Mal einen Marathon, zum 50. Mal im Leben 42,195 Kilometer. „Für mich ist Laufen inzwischen wie Zähneputzen“, sagt er, „aber natürlich will auch ich manchmal ohne Zähneputzen ins Bett.“ Den inneren Schweinehund, den kennt Sebrantke allzu gut. Doch der gewinnt selten. Obwohl es besonders hart wird, wenn er am Sonntag dann auf den letzten Metern der Strecke auf die Schlachte abbiegt, „und da sitzen alle nett mit ihrem Bier in der Hand und ich denke: Bleib doch einfach stehen...“

Da heißt es dann: weiterlaufen und Zähne zusammenbeißen. Das muss Sebrantke oft, denn irgendetwas tut ihm immer weh. Schmerzfrei ist er noch in keinen seiner Bremen-Marathons gegangen.

Doch Sebrantke ist eben ehrgeizig, vielleicht noch einen Tick mehr als die anderen 7300 Läufer, die am Wochenende für die verschiedenen Lauf-Disziplinen gemeldet haben. Inzwischen gehört das Rennen in der Hansestadt zu den Top Ten der deutschen Marathon-Events. Und wer den Hauptlauf gewinnen will, der muss an Sebrantke vorbei. Mancher Konkurrent, wie der Bochumer Klaus Eickel, meldet sich oft erst bis eine Stunde vor dem Startschuss an. „Es wird immer gepokert“, sagt Sebrantke, „man sieht erst nach dem Start, wer eigentlich dabei ist.“ Doch solche Störfeuer kümmern ihn nicht. Er ist bereit, könnte wieder unter die magische Marke von 2:30 Stunden laufen.

Aber wichtiger ist der Sieg an sich. Rausgehen, mit dem schieren Willen des Geistes den schmerzenden Körper besiegen. Das Adrenalin spüren. Das ist der Kick. Und obendrauf zur Feier des fünften Titels dann fünf Stücke Kuchen essen. Die hätte sich Sebrantke aber so oder so verdient.

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