Rehdens Vorsitzender gegen möglichen Ausbau der Arenen zu „Gefängnissen“

Friedrich Schillings flammender Appell

Eugen Gehlenborg (l.) hörte sich am Rande des Regionalliga-Spiels zwischen dem BSV Rehden und dem VfR Neumünster interessiert die Sorgen der Vereinsvorsitzenden Friedrich Schilling (Rehden, rechts) und Detlef Klusemann (Neumünster, Mitte) um zu strikte Vorschriften an. ·
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Eugen Gehlenborg (l.) hörte sich am Rande des Regionalliga-Spiels zwischen dem BSV Rehden und dem VfR Neumünster interessiert die Sorgen der Vereinsvorsitzenden Friedrich Schilling (Rehden, rechts) und Detlef Klusemann (Neumünster, Mitte) um zu strikte Vorschriften an. ·

Kreis-Diepholz - REHDEN · Eugen Gehlenborgs Antrittsbesuch beim BSV Rehden erwies sich am Sonntag für die Gastgeber als gute Gelegenheit, dem neuen Vorsitzenden des Norddeutschen Fußball-Verbands (NFV) einiges mit auf den Weg ins Bremer NFV-„Hauptquartier“ zu geben.

„Für uns ist es wichtig, dass wir als kleine und neue Regionalliga-Vereine vom großen Verband mitgenommen werden“, unterstrich Rehdens Vereinsvorsitzender Friedrich Schilling vor dem Punktspiel gegen Mitaufsteiger VfR Neumünster. Klare Worte fand er zu der aktuellen Sicherheitsdiskussion, die im Oktober mit der Forderung nach Absperrungen für alle Stehplatzbereiche ihren Anfang nahm (wir berichteten): „Wir hoffen nicht, dass wir unser schönes Stadion zu einem Gefängnis ausbauen müssen, falls die Statuten irgendwann vorsehen sollten, dass jeder Zuschauer, und sei er noch so harmlos, durch Gitterstäbe aufs Spielfeld sehen muss.“

Als Beispiele nannte er die wirklich ungefährlichen Anhänger des BSV Rehden: „Vor jedem Auswärtsspiel werden wir vom gastgebenden Verein gefragt, wie viele Fans von uns ungefähr mitfahren.“ Die Antwort bewege sich meist in einer Größenordnung von „zehn oder 20 – davon sind die meisten Rentner, hinzu kommen ein paar Frauen. Die muss man wirklich nicht in einen Käfig sperren.“ Schilling erinnerte daran, dass der BSV seine Hausaufgaben gemacht und für „Risiko-Spiele“ einen separaten Gästeblock geschaffen habe. Doch danach stand zwischenzeitlich mitten in der laufenden Spielzeit die Forderung vom Verband im Raum, rund ums komplette Stadion einen 2,20 Meter hohen Zaun zu ziehen. „Unser wichtigstes Anliegen ist, dass wir davon verschont bleiben“, appellierte Schilling an Gehlenborg: „Wir wollen keine Festung bauen müssen!“

Der Verbands-Boss aus Garrel verstand die Sorgen und räumte ein, „dass wir in gewisser Weise Getriebene sind: Die Innenminister der Bundesliga sagen, dass die Fußballvereine mehr eigene Infrastruktur schaffen müssen.“ Sonst drohe der Abzug von Polizeibeamten als Sicherheitspersonal für die Spiele. „Da es sich aber um eine neu geschaffene Regionalliga handelt, wollten es einige von uns besonders gut machen“, umschrieb Gehlenborg die nachträglichen Überlegungen der Sicherheitskommission mitten in der laufenden Saison. Allerdings bat er ebenso um Verständnis – und berichtete von seinen eigenen Erfahrungen vom Besuch des DFB-Pokalspiels zwischen dem TSV Havelse und dem VfL Bochum, „wo ich fast selbst in einem solchen Käfig gelandet wäre“. So weit kam es nicht, doch in einem Block brannten plötzlich Bengalos. Komme es dann zu Personenschäden, stehe zwangsläufig die Frage an den NFV im Raum: „Habt ihr alles getan, um dies zu verhindern?“

In Rehden drohte dieses Szenario auch am Rand des 2:1-Heimsiegs gegen Neumünster nicht. Sowohl der BSV-Anhang als auch die knapp 40 mitgereisten Fans der „Veilchen“ feuerten friedlich ihre Teams an. So soll’s bleiben. · ck

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