„Ich bin bereit“ / Brinkumer Sprinterin fährt mit Ambitionen zur Europameisterschaft ins italienische Rieti

Freese will die nächste Entwicklungsstufe zünden

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Im Einzel, aber auch mit der Staffel möchte die Brinkumerin Anna-Lena Freese (links) ins EM-Finale. ·

Kreis-Diepholz - Von Daniel WiechertWEYHE/RIETI · Sie hat bereits europäisches Gold in der Tasche, trotzdem ist der Hunger nach Erfolgen längst nicht gestillt.

Sprinterin Anna-Lena Freese geht mit Ambitionen die U 20-Europameisterschaft der Leichtathleten im italienische Rieti an. Schließlich gelang der Athletin vom FTSV Jahn Brinkum Anfang Juli in Mannheim mit 23,28 Sekunden eine Fabelzeit über die 200 Meter, die mehr als hoffen lässt.

Doch schon fast gewohnt stapeln Freese und ihr Trainer Björn Sterzel tief. „Wenn ich meine Zeiten auf die Bahn bringe, kann ich vorne mitlaufen. Doch eine Einzel-Medaille ist wohl noch zu hoch gegriffen“, sagt Freese.

Ein Blick auf die Bestzeiten der 200-Meter-Starterinnen verrät aber, dass Freese mit 23,28 Sekunden auf Platz zwei gelistet ist. Doch auch Sterzel möchte „gar keinen Druck auf Anna-Lena projizieren“. Er geht aber davon aus, dass Freese „eine gute Europameisterschaft absolvieren wird“. Manchmal mache sie sich schlechter als sie ist, was aber auch für sie spreche, meinte der Coach. „Hinterher kann man auf die Kacke hauen, aber nicht vorher“, so Sterzel.

Bereits am Sonntag war Freese nach Frankfurt am Main gereist, dort traf sie auf die deutsche Delegation, insgesamt 73 Athleten. „Da freue ich mich drauf, weil ich dort einige schon echt lange kenne und gute Freundinnen dabei sind“, hatte die 19-Jährige vor der Abreise gesagt.

Besonders innig ist Freeses Beziehung zu Alexandra Burghardt von der LG Stadtwerke München. Kein Wunder – hatten die beiden doch zusammen mit Tatjana Pinto und Katharina Grompe vor zwei Jahren einen Europa-Rekord in der 4x100-Meter-Staffel hingelegt. Mit der Zeit von 43,42 Sekunden hatte das Quartett einen 23 Jahre alten Rekord einer DDR-Staffel geknackt und sich damit Gold in der Staffel geholt.

Die Leistung von damals verleitete die 19-Jährige auch, etwas aus ihrer gewohnten Deckung herauszugehen: „Besonders die Britinnen, aber auch die Niederländerinnen scheinen stark zu sein. Unser Ziel muss aber das Finale sein, und dort ist dann hoffentlich auch eine Medaille drin.“

Das Gefühl des damaligen Erfolgs wurde in gemeinsamen Gesprächen in Frankfurt wieder zum Leben erweckt, bevor es am Montag mit dem Flieger nach Rom und von dort mit dem Bus weiter nach Rieti ging.

Dort verpassen derzeit Sterzel und DLV-Trainer Alexander Seeger der Brinkumer Sprinterin den Feinschliff. Denn viel Zeit bleibt nicht. Am Freitag steht der Vorlauf über die 200-Meter-Distanz an, Samstag zunächst das Halbfinale (15.40 Uhr) und abends um 18.10 Uhr wartet hoffentlich der Finallauf.

Auch wenn zuletzt noch eine kleine Schürfwunde vom Sturz in Mannheim am Knie Freeses auszumachen war, sagt die 19-Jährige: „Das beeinträchtigt mich überhaupt nicht mehr. Ich bin bereit.“

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