Sechste der Deutschen Meisterschaft

Freese besteht die Reifeprüfung

Ihr erster Frauen-Wettkampf kam Anna-Lena Freese ziemlich „angespannt“ vor, „jeder guckt nur auf sich“. Für die Brinkumerin war er trotzdem gelungen. ·
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Ihr erster Frauen-Wettkampf kam Anna-Lena Freese ziemlich „angespannt“ vor, „jeder guckt nur auf sich“. Für die Brinkumerin war er trotzdem gelungen. ·

Dortmund / Brinkum - Von Arne Helms. Eine Woche nach dem zweiten Platz bei der U 20 wollte sich Anna-Lena Freese die Deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund als Bonbon gönnen.

Noch mehr Selbstvertrauen tanken, die Luft mal mit 4 500 Zuschauern teilen. Zuckersüß lag der Drops dann gestern auch auf der Zunge, als die Vorläufe beendet waren. Brinkums 200-Meter-Sprinterin war ins Finale eingezogen. Dort bestand die 19-Jährige bei ihrer ersten Meisterschaft im Frauen-Lager die Reifeprüfung: Rang sechs; im Kampf mit den sieben schnellsten Frauen Deutschlands hatte sich nur ein klitzekleiner saurer Kern im Bonbon entblößt.

Freese blieb in 24,91 Sekunden fast eine halbe Sekunde hinter ihrer Qualifikationszeit (24,46) zurück. Im Gegensatz zum Vorlauf aber (Bahn 4) hatte sie im Finale auf der Bahn 2 starten müssen, innen also – eine ganz schlechte Voraussetzung für große Läuferinnen wie die 1,78-Meter-Frau. Die enge Kurve koste „in der Halle mindestens eine halbe Sekunde“, erklärte Björn Sterzel. „Die größte Entscheidung“, so der Coach, falle somit schon im Vorlauf. Die vier Schnellsten dürfen in den zwei Finalläufen auf die beiden äußeren Bahnen.

„Für mich hatte ich trotzdem die Hoffnung, noch einen Tick schneller laufen zu können“, berichtete die Brinkumerin: „Aber die Beschleunigung war nicht so wie sonst, und im zweiten Kurventeil habe ich irgendwie nicht alles gegeben.“ Da dürfte der Kern seine Säure entwickelt haben, genau da. In der Junioren-Konkurrenz war Freese vor Wochenfrist noch als Mitfavoritin dabei gewesen, der Druck entsprechend hoch. In Dortmund lief sie ihre „Zugabe“, wie sie es nannte, „ich war lockerer als die anderen“ – vielleicht zu locker, um die diesjährige Bestleistung von 24,37 Sekunden noch einmal anzugreifen. „Im Vorlauf war Anna aber ja nicht mal eine Zehntelsekunde langsamer als letzte Woche, deswegen ist heute nicht alles schlecht“, ordnete ihr Coach das Wochenende ein.

An die Siegerzeit von Inna Weit (23,53/LC Paderborn) darf Freese in diesem Winter nicht denken. Auch die Ergebnisse von Maike Dix (23,61/TV Wattenscheid 01) und Katharina Grompe (23, 72/LG Olympia Dortmund) hätten persönliche Bestzeit für die 19-Jährige bedeutet. Durch die Knieverletzung im Vorjahr gingen die vielen Hallenwettkämpfe jetzt schon „an die Substanz“, erzählte Sterzel: „Es ist alles optimal. Anna hat die Zeit abgerufen, die in dieser Hallensaison ihre Grenze ist.“ Und Sechste zu werden, bei der ersten Teilnahme, „sooo schlecht ist das nicht“, sagte Freese. Sie lachte.

Wohl auch, weil die Hoffnung aus Brinkum gemerkt hat, „dass die Älteren auch nur mit Wasser kochen“, so Sterzel. Das muss beim Aufwärmen allerdings ziemlich heiß gewesen sein. „Jeder guckt nur auf sich, keiner spricht mit den anderen. Es ist angespannter als bei der U 20“, fand die Athletin. Sie selbst hingegen hatte sich am Samstag wie immer vorbereitet. Etwas einlaufen, am Abend „ein schönes Schnitzel“ (Sterzel) – und schon wurde das Bonbon zum Nachtisch gereicht.

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