Brüder im Geiste: Northeims Eggers und Rehdens Damerow schauen machtlos auf lahmende Stürmer

Fleischermeister trifft Kaufmann

Eine Sieben-Tage-Woche hindert ihn nicht daran, nebenbei für Eintracht Northeim zu spielen: Lars-Oliver Eggers (39).

Kreis-Diepholz - REHDEN (ahe) · Souverän sicherten sich der BSV Rehden und Eintracht Northeim im Sommer die Qualifikation zur eingleisigen Fußball-Oberliga Niedersachsen. Der BSV glänzte im Westen mit 66 Toren und Rang drei, Eintracht schoss sich als Sechster im Osten mit 54 Treffern den Weg frei. Vor dem morgigen Duell beider Teams in den Waldsportstätten (16 Uhr) ist die Torquelle auf beiden Seiten versiegt. Zwei 0:1-Niederlagen stoppten die zuvor wieder aufstrebenden Rehdener, Northeim hat gar fünf Pleiten in Folge zu beklagen.

Die Deppen sind behandschuht und können für die Negativerlebnisse am allerwenigsten. Sie heißen Rene Damerow (Rehden, 37 Jahre) und Lars-Oliver Eggers (Northeim, 39). „Das ist eben das Los des Torhüters“, relativiert BSV-Coach und Ex-Profi-Schlussmann Uwe Brunn: „Rene macht seinen Job ausgezeichnet.“ Und das bereits seit Beginn der vergangenen Saison, als der Kaufmann vom VfB Oldenburg kam.

Bei den Südniedersachsen erlebte Eggers hingegen die Geschichte von der Jungfrau und dem Kinde hautnah mit. Northeim, das schon fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat, stand vor fünf Wochen plötzlich ohne Torhüter da. Die etatmäßigen Kräfte hatten sich verletzt. Da erinnerte sich Eintracht-Coach Lutz Lillig, früher Profi bei Arminia Bielefeld, an den mittlerweile 39-jährigen Fleischermeister aus Osterode, wo sich die Wege des altgedienten Lillig und des talentierten Jungspunds Eggers einst kreuzten. Neben Schweinehälften und Wurstrezepten hatte Eggers, dessen größte Stunde Ende der 90-er Jahre mit Arminia Hannover in der Regionalliga schlug, als Trainer

▪ Klassenerhalt ist

▪ Thema in Rehden

noch die heimische A-Jugend im Kopf. Ansonsten war sein Leben bis Mitte Oktober dieses Jahres fußballfrei. So sagt der Reaktivierte: „Ich habe nicht brennend auf den Anruf gewartet, hatte mit dem Kapitel eigentlich abgeschlossen. Ich bin als Fleischermeister selbstständig und habe eine Sieben-Tage-Woche.“ An das gute Miteinander mit Lillig erinnerte sich der 39-Jährige jedoch gerne, „daher mache ich das jetzt bis zum Winter“.

Das Abrutschen bis auf Platz 17 konnte Eggers nicht verhindern, „obwohl es für mich persönlich überraschenderweise richtig ordentlich lief. Ich konnte noch einige Dinger entschärfen. Aber langsam müssen auch die Punkte folgen.“ Möglichst natürlich schon in Rehden. „Deren Zielsetzung kann ja auch nur der Klassenerhalt sein“, sieht Eggers sein Team auf Augenhöhe. „Klar muss man sich damit beschäftigen. Wenn von 20 Mannschaften sechs absteigen und wir nur Zehnter sind, gehört das dazu. Wir hängen unseren Ansprüchen hinterher“, sagt Uwe Brunn. Der mit einigen Vorschusslorbeeren gestartete BSV hat noch ein Polster von sieben Punkten, doch der Coach warnt: „Wir müssen sehen, dass wir wieder stärker werden und an der mannschaftlichen Geschlossenheit arbeiten. Wir werden sehen, wie weit wir damit kommen oder ob wir einen Umbruch brauchen. Im Moment bringt es aber nichts, auf fünf Positionen zu wechseln.“

Das Experiment mit Manuel Meyer als Angreifer wird vermutlich aber zwangsläufig enden, da Meyer mit Bandscheibenproblemen zu kämpfen hat. Brunn: „Ich gehe davon aus, dass Mehmet Koc und Sergej Dikhtiar vorne beginnen. Sie brauchen jetzt die Sicherheit.“

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