Nach dem Ende der Ära Neubert: Heiligenfeldes Interimstrainer bläut seinen Landesliga-Fußballerinnen eine defensive Denkweise ein

„Feuerwehrmann“ Janshen setzt auf eine neue Maxime

Frank Janshen (rechts, hier mit Erstherren-Coach Walter Brinkmann) übernimmt die Fußballerinnen des SV Heiligenfelde bis zum Saisonende. - Foto: Flügge

Heiligenfelde - Alles hat offenbar mal ein Ende – selbst die „Musterehe“ zwischen Trainer Kim Neubert und den Kickerinnen des SV Heiligenfelde wurde jüngst kurz vor Beginn der Landesliga-Rückrunde geschieden. Dabei hatte Neubert seine Schützlinge von Kindesbeinen an trainiert und sie im Erwachsenen-Bereich sogar von der Kreisliga bis in die Landesliga geführt. Doch laut dem Ex-Coach hatte sich die Trennung schon seit geraumer Zeit angekündigt: „Es haben sich einfach Abnutzungserscheinungen nach den ganzen Jahren ergeben. Zuletzt fehlte mir bei den Mädels auch etwas der Respekt. Trotzdem war es eine sehr schöne Zeit mit vielen tollen Erinnerungen.“

Dumm nur, dass sich beide Seiten nicht im Guten trennten. Neubert hatte angeboten, die Saison noch vernünftig zu Ende zu bringen oder sich zumindest bei der Suche nach einem Nachfolger zu beteiligen. „Aber das wurde abgelehnt. Ich hatte das Gefühl, der Vorstand stellt mir einfach den Stuhl vor die Tür“, fühlt sich Neubert von seinem langjährigen Herzensverein im Stich gelassen. Woraufhin er Konsequenzen zog und die Mitgliedschaft im SVH nach fast 40 Jahren beendete.

Ein unschöner Abgang, den Nachfolger Frank Janshen gerne vermieden hätte: „So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Zumal ich mich um den Job ja gar nicht gerissen habe, da ich als Co-Trainer der 1. Herren schon ziemlich eingespannt bin. Ich hätte es schöner gefunden, wenn Kim die Mädels noch zum Klassenerhalt geführt hätte.“

Heute Kellerduell gegen Schwüblingsen

Aber dieser Auftrag als „Feuerwehrmann“ bleibt nun an Janshen hängen, der die Aufgabe auch mit Elan angeht: „Ich bin ja schon einmal in der Hinrunde kurz eingesprungen und kenne die Mädels gut. Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Alle ziehen super mit.“ Doch trotz aller Freude – eines stellt der 32-jährige Unternehmer klar: „Ich betreue das Team definitiv nur bis Saisonende. Dann muss ein neuer Trainer übernehmen. Ansonsten sieht mich meine Verlobte ja gar nicht mehr. Momentan bin ich wegen der Mädels und der 1. Herren fast jeden Tag auf dem Platz. Auf Dauer würde mir das zu viel werden.“

Vorher will der Ur-Heiligenfelder seine Schützlinge aber natürlich noch zum Klassenerhalt führen. Angesichts von drei Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz zwar sicherlich machbar, doch für Janshen keinesfalls ein Selbstgänger: „Es geht ja gleich gegen den härtesten Mitkonkurrenten TuS Schwüblingsen (heute/18 Uhr, d. Red.) los. Das Heimspiel sollten wir unbedingt gewinnen, um uns etwas Luft zu verschaffen.“

Den „Hurra-Fußball“ der Neubert-Ära will Janshen dabei vorerst auf Eis legen. Ganz wie es sich für den langjährigen Abwehrchef der 1. Herren gehört, setzt er auf eine stabile Defensive: „In der Landesliga sollte man nicht blind in sein Verderben rennen. Erst einmal müssen wir hinten sicher stehen und dann durch pfeilschnelle Spielerinnen wie Anika Wilms blitzschnell kontern. Das erscheint mir momentan erfolgsversprechender. In erster Linie zählen für uns die Punkte.“ - drö

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