In den Farben getrennt, im Ziel vereint

Sulinger Clubs heben eine Jugendfußball-Spielgemeinschaft aus der Taufe

Die neue JSG Sulingen als Win-Win-Situation – da sind sich Dominic Brock (li., Jugendleiter beim TuS) sowie Andreas Lüdeke (Jugendleiter beim FC) sicher. Foto: jsg sulingen
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Die neue JSG Sulingen als Win-Win-Situation – da sind sich Dominic Brock (li., Jugendleiter beim TuS) sowie Andreas Lüdeke (Jugendleiter beim FC) sicher.

Sulingen – Der Ball ruht statt zu rollen. Da bleibt Zeit, um an die Zukunft zu denken. Und ab Sommer wird sich einiges verändern im Sulinger Fußball. Der FC Sulingen und der TuS Sulingen haben eine Jugendfußball-Spielgemeinschaft (JSG) gegründet, die zur Saison 2020/2021 in Kraft treten wird. „Es war endlich Zeit für gewisse Veränderungen“, sagt Jugendleiter Dominic Brock in einer Mitteilung der TuS-Pressestelle: „Gerade, was den Jugendbereich anbelangt.“ Andreas Lüdeke, Jugendleiter beim FC, pflichtet ihm bei. Es gehe um das Wohl aller fußballbegeisterter Kinder in Sulingen und umzu. Zwar solle es auch weiterhin eine „gesunde Rivalität“ zwischen den Sulinger Clubs geben, aber die Zeit der Grabenkämpfe sei beendet. „Ich kann mir heute ruhigen Gewissens in meiner FC-Jacke ein Spiel beim TuS anschauen, genauso wie Dominic in seiner TuS-Jacke zum FC-Platz kommen kann. Da fliegen keine Molotow-Cocktails“, erzählt Lüdeke mit einem Lachen.

Die neue JSG ist vielmehr ein weiterer Schritt Richtung mehr Solidarität, ein Schulterschluss, mit dem neue Synergien geschaffen werden.

Die Planungen sind ziemlich ausgereift. Zur neuen Saison wird die JSG Sulingen bereits mit zwölf Teams an den Start gehen. Für alle Kinder sei etwas dabei, betonen die Jugendleiter unisono. „Natürlich wollen und müssen wir leistungsorientierten Fußball anbieten und fördern“, erklärt Lüdeke: „Aber ganz wichtig ist es uns, auch Fußball als Breitensport anzubieten.“ Für Brock ist das Motto klar: Stärken stärken, Schwächen schwächen.

Die JSG setzt mit dem jüngeren Jahrgang der D-Jugend (U12) ein, noch jüngere Kids bekommen die fußballerischen Grundlagen weiterhin in den jeweiligen Clubs vermittelt. „Das soll auch dazu dienen, damit die Kinder erst mal eine Vereinszugehörigkeit aufbauen und kennenlernen können“, führt Lüdeke aus. Die Jugendleiter wissen, dass es in der Schnittstelle zu Problemen kommen kann und wird. Schließlich werden Teams, die vielleicht jahrelang bis zum Ende der E-Jugend zusammengespielt haben, dann neu zusammengewürfelt. Es könne durchaus sein, „dass einige Eltern mit der Entscheidung der Trainer, wo ihr Kind künftig spielt, nicht mmer einverstanden sind“, weiß Lüdeke. Hier gehe es um ehrliche, gute Kommunikation, um Probleme und Streit zu verhindern.

Fachpersonal ist auch bereits gefunden. So wird Stefan Rosenthal künftig die erste C-Jugend trainieren, Lukas Koop und Lars Mesloh unterstützen „Taler“. Brock, Hermann Jürgens sowie Torwarttrainer Jens Stubbemann nehmen die B-Junioren unter ihre Fittiche, während die A-Jugend künftig von Piotr Skitek und Sascha Feldt gecoacht werden. Für einige Teams, wie beispielsweise die zweite B-Jugend, wird noch nach Übungsleitern Ausschau gehalten.

Am Ende versprechen sich alle Beteiligten einen Mehrwert von der Jugendfußball-Spielgemeinschaft. „Es ist eine Win-Win-Situation für die Kids und anschließend für den Herrenbereich der beiden Vereine“, betont Lüdeke. Das perspektivische Ziel der JSG ist klar formuliert: Die Kinder fußballerisch so zu fördern und fordern, dass sie später im Herrenbereich beiden Vereinen weiterhelfen – ob Landesliga, Bezirksliga, Kreisliga oder Kreisklasse. Mit der JSG sollen die jungen Fußballer in Sulingen verwurzelt werden, sodass sie nach der Jugendzeit nicht zu anderen Clubs abwandern. „Ein Verein allein hätte das nicht mehr hinbekommen“, glaubt Ralf Knake, Abteilungsleiter Fußball im TuS Sulingen. Die jetzige Lösung sei eine „Top-Sache“.

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