Famullas Traum: Kovac 2.0

Mörsens Coach wechselt nach Kreispokalfinale die Seiten

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Friedhelm Famulla will sich mit einem Titel vom SV Mörsen-Scharrendorf verabschieden: „Das wäre nach dem verpassten Bezirksliga-Aufstieg ein tolles Trostpflaster.“ 

Neuenkirchen - Zwei Trainer, ein Abschiedsspiel – da sind große Emotionen programmiert. Doch nur für einen von beiden kann das heutige Kreispokalfinale zwischen dem SV Mörsen-Scharrendorf und dem TSV Weyhe-Lahausen (Anstoß 18 Uhr, in Neuenkirchen) zum denkbar perfekten Abschluss führen.

TSV-Coach Thorsten Eppler versucht jedoch, allzu großen Druck von seiner Mannschaft fernzuhalten: „Für uns ist es jetzt schon ein gelungener Abschluss – so oder so. Wir freuen uns einfach nur auf das Endspiel“, erklärt er. Schließlich ist Weyhe-Lahausen im wahrsten Sinne des Wortes „Last Minute“-Pokalfinalist. Mit 0:3 lag der TSV im Halbfinal-Derby gegen den TuS Sudweyhe II schon zurück. Doch dann bekamen die Eppler-Schützlinge die zweite Luft, glichen in der Nachspielzeit zum 3:3 aus und gewannen das anschließende Elfmeterschießen mit 7:5.

Doch nicht nur deswegen sieht der Übungsleiter sein Team als leichten Außenseiter. „Mörsen ist individuell besser besetzt als wir. Aber wenn wir die gleiche mannschaftliche Geschlossenheit wie im Halbfinale abrufen können, wird es ein enges Spiel“, glaubt Eppler, der nach dem Spiel den Trainerstab weiterreichen wird. Kurioserweise an den Mann, der heute zum letzten Mal die Geschicke auf der gegenüberliegenden Seite leiten wird: Friedhelm Famulla.

„Es ist ein bisschen so wie bei Nico Kovac und den Bayern“, sagt Famulla mit einem Augenzwinkern. Doch ähnlich wie beim Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt hat Mörsens Coach den Ehrgeiz, sich mit einem Titel zum Ligakonkurrenten zu verabschieden: „Das wäre nach dem verpassten Bezirksliga-Aufstieg ein tolles Trostpflaster.“ Angst in einen Gewissenskonflikt zu kommen, hat der Coach des Kreisliga-Dritten keinesfalls: „Bis einschließlich unserer Abschlussfahrt nach Mallorca gilt mein Interesse nur dem SV Mörsen-Scharrendorf.“

Darüber hinaus fehlt Famulla der Kreispokal-Titel noch in seiner Sammlung. Zwar durfte der 62-Jährige in seiner Trainerlaufbahn bereits sechs Aufstiege feiern, im Pokal war ihm das Glück jedoch meist nicht hold. „Ich mache das seit 34 Jahren und bin jetzt zum ersten Mal im Finale“, verhehlt Famulla nicht, dass ein Triumph ganz nach seinem Geschmack wäre.

Dazwischen steht aber noch der TSV Weyhe-Lahausen – bei dem Eppler ebenfalls von einem Abschied nach Maß träumt. Auch wenn er zugibt, dass ihm seine eigene Mannschaft in puncto Feierlaune nicht ganz geheuer ist: „Also die Nacht nach unserem Sieg über Sudweyhe II ging trotz Arbeitstag bis Donnerstagmorgen. Da kriege ich schon ein bisschen Angst, wenn ich mir vorstelle, was die Jungs im Fall der Fälle veranstalten würden.“ - ntr

Es fehlt (SV Mörsen-Scharrendorf): Bjarne Uhlhorn (privat verhindert).

Es fehlen (TSV Weyhe-Lahausen): Moritz Anton, Bastian Böttjer (beide fraglich aufgrund von Verletzungen).

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