Wagenfelds neuer Trainer geht die heikle Mission mit Enthusiasmus an

Ein Fall für Rodewald

„Ich freue mich auf die Arbeit hier“, betont Jörg Rodewald (links) vor seinem Trainerdebüt beim TuS Wagenfeld. Foto: Pollex

Wagenfeld - Von Carsten Drösemeyer. Wagenfelds neuer Coach Jörg Rodewald ist zwar im Diepholzer Fußballkreis noch ein unbeschriebenes Blatt, als Trainer allerdings ganz sicher kein heuriger Hase.

Im Gegenteil: Seit 1995 steht der 56-Jährige schon an der Seitenlinie. „Damals habe ich aber nur die Minikicker trainiert“, erzählt der Kripobeamte mit einem Lachen: „Da meine beiden Söhne selbst spielen, habe ich als Trainer mitgeholfen und dann schnell Feuer gefangen.“ Zunächst noch als Jugendcoach, doch schon zu dieser Zeit entwickelte sich Rodewald in rasantem Tempo weiter, machte einen Trainerschein nach dem anderen und ist seit 2004 stolzer Inhaber der A-Lizenz. „Am Anfang war das eigentlich nur als Hilfe für meine Kinder gedacht“, erinnert sich der glühende Bayern-Fan: „Aber nach einiger Zeit habe ich dann richtig Blut geleckt.“

Was sich lohnen sollte, da der Erfolg nicht lange auf sich warten ließ. Fünf Jahre lang arbeitete Rodewald im Nachwuchsleistungszentrum von Arminia Bielefeld und hatte dort seinen ältesten Sohn Patrick erneut unter seinen Fittichen. Wie auch im Jahr 2009, als der 56-Jährige die A-Junioren von Preußen Espelkamp übernahm und zum Klassenerhalt in der Westfalenliga führte. „In Espelkamp lief es wirklich gut“, denkt Rodewald gerne zurück. Kann man so sagen, da er die A-Jugend als Vizemeister übergab und danach die erste Herren in der Landesliga drei Spielzeiten lang über Wasser hielt.

Doch 2014 war es nach fünf Jahren wieder Zeit für eine Veränderung. Die der Kriminalhauptkommissar beim Kreisligisten SV Eilinghausen-Werste fand. „Die haben mir bei meinem Amtsantritt gleich eine knallharte Ansage gemacht. Ich durfte kein Spiel mehr verlieren, damit der Aufstieg noch glückt. Eine heftige Nummer“, schmunzelt Rodewald.

Aber der Freund des gepflegten Ballbesitzes lieferte, gewann elf Partien in Folge und hievte die Westfalen in die Bezirksliga. Damit nicht genug, schaffte er mit Eilinghausen ein Jahr später sogar den Durchmarsch in die Landesliga und etablierte das Team dort bis 2018. „Das war eine super schöne Station“, schwärmt Rodewald: „In den vier Jahren ist uns ja ein kleines sportliches Wunder gelungen.“

Dann dürfte er für die Station in Wagenfeld genau der Richtige sein. Auch das Bezirksliga-Schlusslicht benötigt angesichts von zwölf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer praktisch ein Wunder – im Idealfall aber eher ein größeres. Doch Rodewald geht die Mission voller Enthusiasmus an: „Mir ist klar, dass die Aufgabe nicht einfach wird. Um noch die Klasse zu halten, muss es schon gut laufen. Aber Wagenfeld ist ein toller Verein. Ich freue mich auf die Arbeit hier.“ Zumal er wieder mit Filius Patrick vereint ist, den er aus Eilinghausen weglotste.

Selbiger soll laut Rodewald tatkräftig mithelfen, die Löcher in der TuS-Defensive zu stopfen: „53 Gegentore bislang sind einfach zu viel. Ich habe ein ganz simples Credo: Wenn wir keinen Treffer kassieren, können wir zumindest nicht verlieren.“ Ob diese Taktik noch zum Klassenerhalt führt? Gut möglich. Schließlich wäre es für Rodewald nicht die erste erfolgreiche „Mission Impossible“.

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