Deutscher Meister im Duathlon / Rösner dominiert MK 50 / Krüger verkrampft

Fahrenholz‘ Aufstieg bei fünf Grad und Regen

„Bei einer DM startest du nur, wenn du wirklich was draufhast.“ Philipp Fahrenholz ließ Taten folgen. ·
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„Bei einer DM startest du nur, wenn du wirklich was draufhast.“ Philipp Fahrenholz ließ Taten folgen. ·

Kreis-Diepholz - Von Arne HelmsCOTTBUS/SYKE · Erste Deutsche Meisterschaft als Duathlet, erster nationaler Titel: Der Aufstieg des jungen Philipp Fahrenholz von den Tri-Wölfen des LC Hansa Stuhr verläuft rasant. In Cottbus gewann der 21-Jährige über die sogenannte Kurzdistanz (10 km Laufen/ 40 km Radfahren/ 5 km Laufen) in 1:56:05 Stunden und sprach auf der Rückfahrt nach Stuhr vom „Wahnsinn. Mir ist eine Riesenlast von den Schultern gefallen. Das staut sich ja den ganzen Winter auf.“

Fahrenholz war nicht in den Osten der Republik gereist, um einfach nur teil zunehmen. Nein: Die Ansprüche des Mannes im orange-blauen Trikot der Tri-Wölfe sind mit jedem Erfolg in Duathlon, Triathlon und Radsport gestiegen. Und so sagte er nach seinem Triumph, für den er fast eine Minute Vorsprung auf den zweitplatzierten Max Köhler herausholte, im tiefsten Bewusstsein der eigenen Stärke: „Bei einer DM startest du nur, wenn du wirklich was draufhast. Und wenn ich starte, will ich auch gewinnen.“ Die sechs Konkurrenten in der Altersklasse AK 20 habe er allesamt nicht gekannt – und dennoch sei es „von Anfang an realistisch gewesen, hier zu gewinnen“.

Bei fünf Grad und Regen („Es war super-kalt und eklig“) war der Sport-Student am Sonntag um 9 Uhr ins Rennen gegangen. In die erste Wechselzone kam er als Dritter. Bloß nicht zu schnell angehen, dachte sich Fahrenholz, seine Anfälligkeit für Krämpfe immer im Hinterkopf. Schon nach sieben Rad-Kilometern auf der anspruchsvollen Strecke, auf der vor allem die zwölf knackigen Anstiege über die Autobahn an den Kräften zerrten, hatte sich die Behutsamkeit ausgezahlt. Der Stuhrer übernahm die Führung und ging mit zwei Minuten Vorsprung auf die letzte Laufstrecke. „Da war ich froh, dass ich mich nicht mehr komplett abschießen musste. Ein Krampf, und der Verfolger ist da.“ Doch Fahrenholz hielt durch – und seine Entscheidung, den Weyher Duathlon auszulassen, für „absolut richtig“.

Was dem passieren kann, der über das Limit hinausgeht, bekam Florian Krüger vom SC Weyhe zu spüren. Von schweren Krämpfen geplagt, kam der 16-Jährige als 13. der Jugend A ins Ziel und war am Ende nur „froh, dass ich das Rennen beenden konnte. Ich hoffe, dass ich mich nicht schlimm verletzt habe und in drei Wochen beim Deutschland-Cup in Halle an den Start gehen kann.“ Auf den ersten 3,3 Lauf-Kilometern von Cotttbus war laut Vater und Trainer Frank Krüger „richtig die Post abgegangen“. Krüger landete nur in der zweiten Radgruppe, rieb sich darin in der Verfolgungsarbeit auf und konnte vor dem Eingang in die letzte Wechselzone kaum noch gehen. Eine Erklärung dafür kam von Frank Krüger: „Er ist gerade von der Jugend B in die Jugend A aufgestiegen. Jetzt sind die Strecken doppelt so lang.“ Für die Gesamtdistanz (3,3 km Laufen/ 20,1 km Radfahren/ 1,7 km Laufen) benötigte er 51:31 Minuten.

Der zweiten neuen Deutschen Meisterin aus dem Landkreis Diepholz, Gesine Rösner vom Tri-Team aus Schwarme, war es auf der Radstrecke ähnlich gegangen wie dem 36 Jahre jüngeren Krüger. „Die habe ich total unterschätzt“, meinte die 52-Jährige, die sich das so erklärte: „Im Alter hat man zwar mehr Weisheit – aber man macht auch mehr dummes Zeug.“ Die Kurzdistanz der MK 50 hatte sie dennoch problemlos dominiert. In 2:23:49 Stunden kam sie fast sechs Minuten vor der Verfolgerin ins Ziel. Damit befinde sie sich „im Plan für die Triathlon-WM von London im September“, sagte Ehemann und Coach Peter Rösner zufrieden.

Gleich zum Saisonauftakt feierte Gesine Rösner damit schon ihren fünften Deutschen Meistertitel. Von dieser Bilanz ist Philipp Fahrenholz noch ein Stück entfernt. Talent hin oder her.

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