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Das sagen Kleingärtner und Kiesewetter über ihre Wechsel von Seckenhausen nach Wildeshausen

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Von: Malte Rehnert, Cord Krüger

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Im roten Trikot wird man ihn weiter sehen – aber nicht mehr im Seckenhauser, sondern im Wildeshauser Dress: Philip Kleingärtner verlässt den Bezirksligisten nach sechs Jahren und sucht in der Landesliga Weser-Ems eine neue Herausforderung.
Im roten Trikot wird man ihn weiter sehen – aber nicht mehr im Seckenhauser, sondern im Wildeshauser Dress: Philip Kleingärtner verlässt den Bezirksligisten nach sechs Jahren und sucht in der Landesliga Weser-Ems eine neue Herausforderung. © töb

„Das Bauchgefühl war bei uns beiden extrem gut“: Philip Kleingärtner Kleingärtner und Nico Kiesewetter von Fußball-Bezirksligist TSG Seckenhausen-Fahrenhorst sprechen über ihre Wechsel zum Weser-Ems-Landesligisten VfL Wildeshausen.

Seckenhausen – Als Zuschauer beim Fußball ist er ein ziemlich unruhiger Typ. „Ich bin am Rand sehr nervös und auch laut – und ich wurde mehrfach gefragt, ob man mich an meinem Stuhl festnageln soll“, sagt Philip Kleingärtner und lacht. Allzu sehr aufregen musste sich der 25-Jährige am Sonntag allerdings gar nicht, denn seine TSG Seckenhausen-Fahrenhorst fegte den TuS Davenstedt zum Auftakt der Bezirksliga-Abstiegsrunde mit 6:2 vom Platz. „Wir haben sie richtig plattgemacht und gar nicht zur Entfaltung kommen lassen“, freute sich der am Knie verletzte Kapitän.

Wahrscheinlich wird Kleingärtner mit diesem Team jedoch nicht mehr gemeinsam auflaufen, denn im Sommer wechselt der Defensivspezialist nach sechs Jahren Seckenhausen – gemeinsam mit Nico Kiesewetter – zum Weser-Ems-Landesligisten VfL Wildeshausen.

Kleingärtner berichtet von „Super-Gespräch“ mit VfL-Coach Marcel Bragula

Nach einem „Super-Gespräch“ mit VfL-Coach Marcel Bragula vor etwa zwei Monaten habe er sich seinen potenziellen neuen Verein ein-, zweimal live angeschaut, berichtet Kleingärtner. Und dann sagte er zu. „Es ist mir sehr schwergefallen, weil die Jungs in Seckenhausen mir ans Herz gewachsen sind“, betont „Pipo“: „Aber ich hatte eben auch den Wunsch, etwas Neues auszuprobieren – in einer höheren Liga.“

Wildeshausen spielt sogar in der Aufstiegsrunde zur Oberliga. Beim VfL wurden die zwei Neuen am Freitagabend im Krandelstadion vorgestellt – Kiesewetter live, Kleingärtner zugeschaltet per Video. „Da waren vier Zeitungsvertreter und noch einige vom Verein dabei“, staunte Kiesewetter: „Da sieht man, welch hohen Stellenwert Fußball dort hat.“

Dass sie nun beide zum selben Club wechseln, „ist natürlich ein Pluspunkt“, meint Kleingärtner, der über Kiesewetter sagt: „Nico ist einer meiner besten Kumpel. Wir unternehmen auch privat viel zusammen.“ Kiesewetter ergänzt: „Das Bauchgefühl war bei uns beiden extrem gut.“ Er wäre aber, fügt Kleingärtner noch an, auch nach Wildeshausen gegangen, wenn Kiesewetter nicht mitgekommen wäre.

Es ist das i-Tüpfelchen, wenn wir einer Meinung sind und künftig weiter zusammenspielen.

Nico Kiesewetter über den Wechsel von Kumpel Philip Kleingärtner und sich zum VfL Wildeshausen

Wann er sein Debüt für den VfL geben kann, ist noch offen. Am Donnerstag unterzieht sich Kleingärtner einem Eingriff am rechten Knie. Erst während der OP werde genau geschaut, was gemacht werden muss. Wird der lädierte Innenmeniskus geglättet, „falle ich vielleicht nur zwei, drei Monate aus“, meint er: „Wenn aber genäht werden muss, bin ich wohl leider nicht vor September oder Oktober zurück.“ Die Verletzung hatte er sich im ersten Testspiel des Winters gegen Thedinghausen zugezogen.

Kiesewetter (26) war im Sommer 2020 zu seinem Heimatverein nach Seckenhausen zurückgekehrt – nach drei Jahren beim TSV Etelsen, für den er zunächst in der Landes- und dann in der Bezirksliga Lüneburg geknipst hatte. Schon seit seiner C-Jugend-Zeit hatte er das Seckenhauser Trikot getragen. Wieder „daheim“, schulte ihn Trainer Iman Bi Ria zum Sechser um, sodass seine Torgefahr auch vom defensiven Mittelfeld ausstrahlte. In Wildeshausen plant sein neuer Trainer Bragula aber wieder weiter vorn mit ihm. Er sieht den Mann, der auch eine Alternative auf beiden Außenbahnen wäre, als „spielenden Stürmer“.

Kiesewetter: „Ich habe mir gedacht: Wenn, dann jetzt.“

Wie Kleingärtner will auch Kiesewetter austesten, ob es noch für die Landesliga reicht: „Mein Ehrgeiz, es ein weiteres Mal höher zu versuchen, ist wieder da. Und ich habe mir gedacht: Wenn, dann jetzt.“ Im September 2021 hatte sich Kiesewetter bei einem Pressschlag eine schwere Fußverletzung zugezogen, fiel mehrere Monate aus und befand sich im „Gefühlschaos. Ich habe auch darüber nachgedacht, ganz aufzuhören“, gesteht er. Doch er machte weiter, traf nun beim 6:2 gegen Davenstedt und will sich mit dem Klassenerhalt aus Seckenhausen verabschieden.

Ab Sommer bildet das Duo dann eine Fahrgemeinschaft nach Wildeshausen. „Wir wohnen nur drei Kilometer voneinander entfernt“, sagt Kiesewetter, „das bietet sich dann natürlich an.“

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