33-Jähriger beerbt Bei der Kellen beim Bezirksligisten

Tim Bösche wird neuer Trainer des TuS Sulingen II

Zupacken – davor hat sich Tim Bösche nie gescheut. Jetzt kehrt der frühere Torwart als Trainer der Sulinger Zweiten zurück – und weiß um die „schwere Aufgabe“.
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Früher Torwart, bald Trainer: Tim Bösche übernimmt den TuS Sulingen II – und weiß um die „schwere Aufgabe“.

Sulingen – Die Bezirksliga-Fußballer des TuS Sulingen II bekommen einen neuen Chef, dessen Gesicht so neu für viele gar nicht ist: Tim Bösche, früherer Erst- und Zweitherren-Torhüter, übernimmt zur neuen Saison als Trainer die Mannschaft von Christian Bei der Kellen. Der bisherige Coach hört beim Bezirksligisten aus beruflichen Gründen auf: Als Fachdienstleiter beim Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg ist er in der Pandemie stärker denn je beansprucht, und sein Arbeitspensum dürfte angesichts der nach wie vor angespannten Corona-Lage mittelfristig nicht sinken.

  • Die Zusage des 33-Jährigen gilt sowohl für die Bezirks- als auch für die Kreisliga.
  • Es kommen vielversprechende Talente aus der A-Jugend dazu, Bösche will aber auch frühere Teamkollegen für die Landesliga-Reserve gewinnen.
  • Dass der frühere Schwarmer nach Sulingen kam, ist einer kuriosen Begebenheit zu verdanken.

„Für Christians Entschluss haben wir vollstes Verständnis, und ich bin froh, dass wir in Tim unseren absoluten Wunschkandidaten für die Zweite gewinnen konnten“, unterstreicht Sulingens Fußball-Abteilungsleiter Ralf Knake.

„Wenn Ralf das meint, ist es ja schön zu hören“, kommentiert Bösche trocken das Kompliment, doch er ahnt: „Es wird eine schwere Aufgabe.“ Denn die personell arg gebeutelte Landesliga-Reserve rangiert mit den wenigsten Toren (sechs) und den meisten Gegentreffern (41) auf dem siebten und vorletzten Platz der Südstaffel.

„Der Kader war echt dünn“

„Da kann man Christian aber keinen Vorwurf machen, denn der Kader war echt dünn“, weiß Bösche: „Wenn wir zwischendurch nicht die eine oder andere Verstärkung aus der Ersten bekommen hätten, sähe es punktemäßig wohl noch finsterer aus.“

Also macht er sich jetzt daran, einige alte Kontakte abzutelefonieren: „Wir bekommen zur neuen Saison mehrere gute Leute aus der A-Jugend dazu, vielleicht kann ich aber noch den einen oder anderen früheren Mitspieler aus der Ersten und Zweiten überzeugen.“

Auch von dieser Bindeglied-Funktion zwischen den diversen Mannschaften verspricht sich Knake einiges: „Es ist schön, so einen Nachfolger aus den eigenen Reihen gefunden zu haben.“

Das darf man eigentlich gar nicht erzählen: Toto Meyer hat mich damals quasi verpflichtet – im Stubu.

Tim Bösche erinnert sich an seine Zusage als Sulinger Torwart vor nunmehr zehn Jahren – in einer Bremer Disco.

Bösche kam vor zehn Jahren in den Sulinger Sportpark, zuvor hatte er seit seinem siebten Lebensjahr für den TSV Schwarme gespielt. 2011 verließ er den damaligen Kreisligisten und schloss sich dem seinerzeit frisch in die Bezirksliga aufgestiegenen TuS Sulingen an. „Wie das zustande kam, darf man eigentlich gar nicht erzählen“, meint der heute 33-Jährige grinsend, tut es dann aber doch: „Toto Meyer hat mich damals quasi verpflichtet – im Stubu.“ Seine Zusage am Tresen der Bremer Disco an den früheren Erstherren-Stürmer Thorolf („Toto“) Meyer – im Nachhinein ein Glücksfall für den Vater zweier Kinder: „Eigentlich wollte ich gar nicht so lange bleiben. Aber meine Familie und ich fühlen uns hier superwohl, die Ältere spielt in der U 8, die ich gerade trainiere. Und sie war sofort heiß darauf, dass ich die Zweite übernehme“, sagt der Mann, der mit dem heutigen Erstherren-Trainer Meyer zusammen in einer Firma arbeitet und Nachbar von A-Junioren-Coach Piotr Skitek ist: „Ich denke also, dass es beim Austausch untereinander keine Probleme gibt.“

Der frühere Keeper galt als einer der Eckpfeiler des erfolgreichen Kollektivs unter Trainer Walter Brinkmann, feierte 2013 das Double aus Bezirksliga-Meisterschaft und Bezirkspokalsieg. 2014 brach er sich jedoch den linken Fuß – und fing nach seiner Rückkehr wieder in der Zweiten an. Kurz darauf übernahm er diese Mannschaft interimsweise als Spielertrainer und half mit, dass sie sich vor dem Abstieg aus der 1. Kreisklasse rettete. „Es ist also gewissermaßen eine Rückkehr“, schildert Bösche – und er freut sich auf die Aufgabe. Ob nun in der Bezirksliga oder im Fall des Abstiegs in der Kreisliga – seine Zusage gilt für beide Fälle. Falls die Saison doch noch fortgesetzt werden sollte, wäre er sogar zu einem früheren Einstieg an der Seite Bei der Kellens bereit: „Ich will mich da nicht aufdrängen, aber ich helfe gerne, wenn ich kann.“

Rückzug aus beruflichen Gründen: Als Fachdienstleiter beim Nienburger Gesundheitsamt hat Christian Bei der Kellen zu viel wenig Zeit zum Coachen. Er bleibt dem TuS aber im Spartenvorstand erhalten.

Auch Bei der Kellen bleibt dem TuS erhalten – als Beisitzer im Spartenvorstand. Die jüngste Wahl bei der Abteilungsversammlung nahm der 48-Jährige an.

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