Trainer Walter Brinkmann sieht Aufsteiger TuS Sulingen für die Landesliga gerüstet / Gezielte Verstärkungen

Mit Mut und Euphorie ins Abenteuerland

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Team-Manager Thorsten Neumann, Trainer Walter Brinkmann und sein spielender Co-Trainer Thorolf Meyer (hinten von links) freuen sich für die Landesliga über folgende Neuzugänge (vorn v.l.): Salam Garaf, David Schröder, Tomasz Tomasik, Richard Sikut und Marc Jamieson. ·

Sulingen - Von Arne FlüggeWas war das für eine Saison für die Fußballer des TuS Sulingen?! 29 Siege in 30 Punktspielen, souveräner Meister der Bezirksliga, Aufstieg in die Landesliga – und als i-Tüpfelchen noch der Gewinn des Bezirkspokals mit der damit verbundenen Qualifikation für den NFV-Pokal. Ein ganzer Verein befand sich fast in Ekstase – und selbst der sonst so besonnene Trainer Walter Brinkmann ließ sich von der grenzenlosen Euphorie anstecken.

Und die ist in Sulingen bis heute nicht verflogen. Denn Brinkmann glaubt fest daran, dass seine Mannschaft auch in der Landesliga eine gute Rolle spielen kann. Und daher will der 51-Jährige, was das Saisonziel anbelangt, auch gar nicht erst mit den übliches Floskeln und Understatements daherkommen. Bei der Benennung seiner Ziele gibt sich Brinkmann gar etwas philosophisch. Die Weisheit, Erwartungen möglichst niedrig anzusetzen, um nicht enttäuscht zu werden, sei jedenfalls nicht sein Ding. „Davon halte ich nichts“, sagt der Coach, „denn niedrige Erwartungen verraten zweierlei: eine ziemlich große Lebensangst und offenkundige Schwierigkeiten im Umgang mit Enttäuschungen.“ Da sei es besser zu lernen, um Enttäuschungen leichter zu bewältigen. Und daher gibt Brinkmann aus: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz, einen vorderen Rang in der Fairnesstabelle und im Bezirkspokal ins Halbfinale einziehen.“

Eine klare Ansage des Sulinger Trainers, die er in der Qualität seiner Mannschaft begründet sieht. „Die Jungs haben einen unglaublichen Willen, auch in der Landesliga alles rauszuhauen. Und sie sind noch in der Lage, eins draufzusetzen“, hat der TuS-Trainer in der Vorbereitung bereits ausgemacht: „Was in der abgelaufenen Saison passiert ist, hat sich in die Köpfe der Spieler eingebrannt. Davon werden sie ihr Leben lang etwas haben und diese Mentalität jetzt auch mit in die neue Liga nehmen.“

Die Gefahr, seine Spieler könnten nun denken, es geht einfach mal so erfolgreich weiter, sieht Brinkmann nicht. „Die Mannschaft ist in den letzten Jahren gewachsen, sie hat sich weiterentwickelt, sie sucht diese neue Herausforderung und stellt sich ihr“, sagt Brinkmann. Allerdings wüssten die Spieler auch, dass in jedem Einzelnen noch eine Menge Potenzial schlummert, was noch nicht abgerufen ist. „Und auch der Reifeprozess ist noch nicht abgeschlossen“, weiß der Sulinger Coach: „Ich denke also, dass da noch etwas kommt.“ Außerdem werde er zusammen mit seinem Co-Trainer Thorolf Meyer und den Betreuern „alles tun, um dem Team kein Alibi zu geben“.

Der TuS Sulingen sei professionell aufgestellt, habe optimale Trainingsbedingungen, nun auch einen Kunstrasenplatz, in Christian Wrobel einen Torwarttrainer und einen Betreuerstab, der sich um alle Belange kümmert. Zum ersten Mal absolvierten die Sulinger in der Vorbereitung sogar ein dreitägiges Trainingslager.

Und Brinkmann weiß, dass diese Bedingungen für die Spieler auch zusätzlicher Ansporn sind. „Die Vorfreude bei allen ist riesengroß. Es kitzelt, und das ist gut“, berichtet der Übungsleiter: „Die Jungs sollen wieder die Freude und den Spaß am Fußball haben und die gleiche Euphorie entwickeln wie im letzten Jahr.“

Natürlich werden die Anforderungen in der Landesliga höher sein. Und daher legte Brinkmann, mit seinem Team gerade Sieger beim Wietzen-Cup, in der Vorbereitung erstmal besonderen Wert auf die Fitness. „Der ist natürlich eine Grundvoraussetzung. Aber wir machen auch nicht zu viel.“

Wichtig wird es sein, die Mannschaft auf die Anforderungen in der neuen Klasse einzustellen. „In der abgelaufenen Saison konnten wir oft haushalten. Es gab Phasen in einem Spiel, da haben wir richtig Gas gegeben, dann konnten wir wieder die Partie in Ruhe kontrollieren. Das wird jetzt nicht mehr der Fall sein. Wir müssen immer 90 Minuten alles geben.“

Daher gilt es im Training, die Handlungsschnelligkeit und auch das schnelle Umschalten zu intensivieren. „Fußball unter Zeit- und Gegnerdruck“, nennt es Brinkmann. Wobei er an seinem bisherigen System nichts ändern will: „Wir sind da schon sehr modern aufgestellt. Vielleicht werden wir hier und da etwas defensiver agieren.“

Das schnellere und intensivere Spiel wird Kraft kosten. Und deswegen ist Brinkmann auch froh, dass sich der TuS noch einmal gezielt verstärkt hat, um einerseits den Konkurrenzkampf anzuheizen, andererseits mehr Alternativen zu haben. Salam Garaf und Richard Sikut kamen aus Vilsen, Tamasz Tomasik vom BSV Rehden II. Darüberhinaus verpflichteten die Sulinger in David Schröder (TSV Bassum) und Marc Jamieson (TSV Wunstorf) noch zwei Torhüter.

„Die Ausfallquote kann in der Landesliga viel höher werden. Deshalb ist es sehr wichtig, auch in der Breite besser aufgestellt zu sein. Und alle Spieler haben das Zeug für die Landesliga und passen in unser System“, meint Brinkmann. Natürlich, so der Sulinger Trainer, müssten die Neuen „jetzt erstmal an die Tür klopfen und zeigen, was sie draufhaben“.

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