Er lehrt wieder das Fürchten

Lemfördes Stürmer Esposito gibt „auf dem Platz für die Mannschaft sein letztes Hemd“

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Der Mann für die (wichtigen) Tore: Giovanni Esposito (r.) schoss gegen Eilvese das entscheidende 2:1.

Lemförde - Von Carsten Drösemeyer. Giovanni Esposito ist für Fußball-Bezirksligist TuS Lemförde so etwas wie die Lebensversicherung im Kampf um den Klassenerhalt: Trotz seiner 36 Lenze weiß der Lagerarbeiter einfach, wo das Tor steht – wie sein 2:1-Siegtreffer beim jüngsten Coup über Titelfavorit STK Eilvese eindrucksvoll unterstrich.

Dabei begann Esposito seine Karriere gar nicht als klassischer Mittelstürmer, wie er sich erinnert: „In der Lemförder Jugend habe ich zunächst immer im offensiven Mittelfeld gekickt. Erst als ich in den Herrenbereich gewechselt bin, hat mich mein damaliger Trainer Giorgio Travaglino sofort in den Sturm beordert.“ Eine Entscheidung mit Weitblick, da Esposito seitdem auf diversen Stationen seinen Ruf als Goalgetter der Extraklasse unter Beweis stellte. Ob nun im Kreis Diepholz für Lemförde, Rehden und Wetschen – oder auf den Sportplätzen in Nordrhein-Westfalen, der 36-Jährige zerfetzte mit schöner Regelmäßigkeit die gegnerischen Tornetze. „Ich weiß halt, wo ich stehen muss“, schmunzelt der Routinier: „Das kann man nicht lernen. Das gehört zu einem Stürmer einfach dazu. Ich bin zwar nicht mehr 18, aber die Torgeilheit ist immer noch da.“

Nicht nur die – auch auf seinen Torinstinkt kann sich Esposito selbst im reiferen Fußballeralter unverändert verlassen. Deshalb zögerte Lemfördes Trainer David Schiavone vor der vergangenen Saison auch keine Sekunde, seinen alten Kumpel zu verpflichten. „Ich kenne Giovanni von Kindesbeinen an. Einige halten ihn vielleicht für einen speziellen Charakter, aber zwischen uns gab es nie Probleme. Er hat bei mir zwar einige Sonderrechte und muss etwas weniger trainieren, doch dafür gibt er auf dem Platz für die Mannschaft sein letztes Hemd.“

Und Esposito zahlte das Vertrauen von Schiavone prompt mit Toren zurück. Nicht zuletzt dank seiner 31 Treffer schaffte der TuS den Sprung in die Bezirksliga, ehe sich vorerst die Wege wieder trennten. „Ich habe mir den Bezirksliga-Aufwand zunächst nicht mehr zugetraut. Immerhin bin ich Schichtarbeiter und habe eine Familie“, erläutert Esposito: „Also bin ich nach Oppendorf in die Kreisliga C zu meinem Onkel Gino Ronzetti gewechselt. Dort brauchte ich nicht zu trainieren und konnte einfach nur spielen.“

Aber schon nach einer Halbserie fühlte sich der Kanonier „schlichtweg unterfordert. Das Niveau war einfach zu niedrig. Deshalb habe ich bei David nachgefragt, ob er sich meine Rückkehr vorstellen könne.“ Selbstredend nahm Schiavone seinen Jugendfreund mit Kusshand zurück – und musste diese Entscheidung auch „zu keiner Sekunde bereuen. Uns fehlte ja im Abstiegskampf ein echter Knipser. Und den haben wir jetzt mit Giovanni.“

In der Tat darf Lemförde seit dem Comeback von Esposito bei nur noch einem Pünktchen Rückstand zum Relegationsplatz wieder vermehrt auf eine weitere Spielzeit in der Bezirksliga hoffen. Doch selbst bei einem Abstieg in die Kreisliga würde Esposito nicht wieder von Bord gehen, wie er glaubhaft versichert: „Ich bin zwar felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt, aber meine Zusage gilt auch für die Kreisliga. Ich bleibe ganz sicher.“

Klingt für die Abwehrrecken des Diepholzer Kreises bestimmt fast wie eine Drohung. Zumal ihnen in einigen Jahren weiteres Ungemach drohen könnte. „Mein zehnjähriger Sohn Christiano ist auch Stürmer“, grinst Esposito: „Mit ihm habe ich noch viel vor. Er kann sicher mal in meine Fußstapfen treten.“ Wenn der Apfel nicht allzu weit vom Stamm fallen sollte, dann bestimmt. Der Name Esposito dürfte bei den gegnerischen Defensivreihen also noch für viele Jahre Angst und Schrecken verbreiten.

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