Pferdesport und Corona

Reiten im Lockdown erlaubt - unter Auflagen

Reiten zählt zu den Individualsportarten. Deshalb darf der Sport allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands auch weiterhin ausgeübt werden.
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Reiten zählt zu den Individualsportarten. Deshalb darf der Sport allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands auch weiterhin ausgeübt werden.

Das Stichwort heißt „Individualsport“. Reiten fällt in diese Kategorie und ist deshalb möglich. Aber nur unter bestimmten Auflagen und auch nicht für alle: Für Voltigierer geht erst mal gar nichts.

  • Reiten ja - aber mit abgespecktem Programm.
  • Ina Thalmann glaubt: Alle halten zur Stange.
  • Was die Niedersächsische Verordnung vorschreibt.

Syke - Die weitreichenden Corona-Schutzmaßnahmen bringen auch Einschränkungen für den Pferdesport mit sich. Allerdings sind die Regeln nicht ganz so einschneidend wie beim Lockdown im Frühjahr. Möglich ist Individualsport alleine, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands.

Kinder enttäuscht, Einnahmen weg

An den Reitstunden in den Vereinen nehmen normalerweise mehrere Sportler teil. „Wir haben daher den Reitunterricht abgesagt“, berichtet Marina Lange, Vorsitzende vom RFV Maasen-Sulingen. Der Verein hat etliche Schulpferde, um Einsteiger und Reitsportfreunde ohne Perspektive auf einen eigenen Vierbeiner an den Sport heranzuführen. „Die Kinder sind schon enttäuscht – und die Einnahmen fehlen wieder für einen Monat“, merkt die Vereinsvorsitzende an.

„Während wir im März und April alles absagen mussten und der Reitunterricht komplett ausgefallen ist, können wir jetzt nach Rücksprache mit dem Pferdesportverband und der Stadt Syke wenigstens alles, was Einzelunterricht ist, weiterführen“, freut sich Ina Thalmann, Sport- und Jugendwartin im RV Heiligenfelde. „Wir haben das so organisiert, dass die Kinder einzeln alle 14 Tage für eine halbe Stunde Unterricht erhalten.“ Regulär wäre eine Stunde wöchentlich. Damit müssten die Kinder zwar zurückstecken, alle seien aber dankbar, dass überhaupt etwas stattfinde. „Die Kinder brauchen das auch“, beobachtet Ina Thalmann. „Es fällt ja sonst fast alles weg, was sie machen wie Fußball oder Schwimmen.“ Im RV Heiligenfelde ist das Angebot jedoch ebenfalls deutlich reduziert worden. Der Ponyunterricht für die Jüngsten und der Springunterricht sind abgesagt.

Reitabzeichenlehrgang im Sommer

Der November ist eigentlich immer die Zeit der Lehrgänge in den Vereinen. „Die fallen jetzt natürlich weg. Das ist sehr schade“, bedauert Ina Thalmann. Immerhin hätten sie den ursprünglich an Ostern geplanten Reitabzeichenlehrgang im Sommer nachholen können.

Insgesamt ist Ina Thalmann zuversichtlich, dass die Mitglieder weiterhin zur Stange halten. Bei einem erneuten kompletten Lockdown hätte das unter Umständen anders ausgesehen, vermutet sie.

Das Verbot von Mannschaftssport trifft vor allem die Voltigierer. Erst einmal läuft gar nichts. „Das Training ist abgesagt“, erklärt Nina Nürnberg vom RV Sudweyhe. „Wir überlegen, ob es für die Älteren eine Lösung ist, mit jedem einzeln zu trainieren“, merkt die Voltigierausbilderin an. Denn Individualsport sei ja erlaubt und das Pferd brauche das Training mit einem Sportler auf dem Rücken, um in Form zu bleiben. Für die unteren Mannschaften werde es kaum möglich sein, ein Konzept mit Einzeltraining zu stricken. „Dort werden wir pausieren, bis wieder Training in Kleingruppen möglich ist“, sagt Nina Nürnberg. Insgesamt hofft sie, dass die Voltigierer sich im nächsten Jahr wieder auf Turnieren zeigen können. „Wir sind 2020 tatsächlich überhaupt nicht unterwegs gewesen. Für uns war es leider ein reines Trainingsjahr.“

Die Reithalle ist offen

Andreas Greimann, Vorsitzender RFV Okel

Auch für die meisten Fahrer sei es ein reines Trainingsjahr gewesen, erklärt Andreas Greimann. „Bis auf einige Veranstaltungen in der schweren Klasse gab es für die Kutschfahrer keine Turniere“, weiß der Vorsitzende vom RFV Okel. Der Schulbetrieb ruht im November auch dort. Der Verein bietet auch Reitunterricht und Voltigieren an. „Die Reithalle ist offen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Sie kann für Individualsport genutzt werden.

Durch Corona sei es ruhig geworden auf der Anlage, stellt Greimann fest. Die gemeinschaftlichen Aktivitäten fehlen. Sie halten zwar Kontakt über WhatsApp-Gruppen. Das sei jedoch nicht das Gleiche wie das Miteinander an der Reithalle, fällt auch Marina Lange auf. Greimann betont: „Wir müssen mit der Situation leben. Sie betrifft uns alle. Es nutzt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.“

Corona-Regeln: Maske in der Stallgasse

Die Niedersächsische Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus‘ ermöglicht grundsätzlich die Ausübung des Pferdesports als Individualsport auf und in öffentlichen und privaten Sportanlagen und im öffentlichen Raum. Damit sind auch die Reithallen gemeint.

Aber das Hygienekonzept muss eingehalten werden. Die Zahl der Nutzer muss begrenzt werden. Der Abstand muss gewahrt sein – und die Personenströme einschließlich Zu- und Abfahrten müssen gesteuert werden, um Warteschlangen zu vermeiden. Auch die Nutzung der sanitären Anlagen, die regelmäßig zu lüften sind, ist zu regeln.

Individualsport darf alleine, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands betrieben werden, wobei Kontakte auf ein Minimum zu beschränken sind. Gruppentraining ist zwar verboten, aber das nichtorganisierte Ausreiten mehrerer Reiterinnen und Reiter in der Natur ist erlaubt.

Während der Ausübung des Sports muss keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden – beim Aufenthalt im Stall, auf den Stallgassen, in der Sattelkammer, in der Reithalle (vor und nach der Sportausübung) und in den sanitären Anlagen aber schon.

Während der Ausübung des Sports muss keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden – beim Aufenthalt im Stall, auf den Stallgassen, in der Sattelkammer, in der Reithalle (vor und nach der Sportausübung) und in den sanitären Anlagen aber schon.

Ein gastronomisches Angebot in der Pferdesportanlage ist nicht zulässig. Die Pferde können aber natürlich durch fachlich geeignete Personen versorgt und auch tiergerecht bewegt werden.

(Auszug aus den Corona-Empfehlungen des Pferdesportverbandes Hannover vom November 2020).

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