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BSV Rehden: Historischer Cup-Sieg als Höhepunkt

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Als Höhepunkt der Vereinsgeschichte bezeichnet Markus Kompp (hinten rechts), Fußball-Vorstand des BSV Rehden, den Rehdener Sieg im Niedersachsenpokal am 23. Juli. Gut drei Wochen später schrammten die Regionalliga-Kicker im DFB-Pokal gegen Aalen haarscharf an der Sensation vorbei.

BSV Rehden - Sie hatten den haushohen Favoriten am Rand einer Niederlage – doch nach 120 dramatischen Minuten samt anschließendem Duell vom Punkt mussten sich die Regionalliga-Fußballer des BSV Rehden aus dem DFB-Pokal verabschieden. Mit 4:5 nach Elfmeterschießen verloren die Schwarz-Weißen ihr Erstrunden-Duell gegen Zweitligist VfR Aalen.

Ein Achtungserfolg nach „unserer wahrscheinlich besten Saisonleistung“, wie Rehdens Sportvorstand Markus Kompp den konzentrierten und couragierten Auftritt des BSV an jenem 17. August bezeichnete. Gleichzeitig bildete diese Partie in der Cloppenburger Arena aber „den Knackpunkt“, urteilt Kompp mit Blick auf den darauf folgenden Abwärtstrend.

Denn „hätten wir damals den Einzug in die zweite Runde geschafft und die Anspannung weiter hoch gehalten, stünden wir jetzt bestimmt auch mit zehn Punkten mehr da.“ Stattdessen kämpft das ambitioniert gestartete kleinste Regionalliga-Dorf nun gegen den Abstieg.

Eine ungewohnte Situation für die Mannschaft, die nach ihrem achten Platz im Endklassement der vergangenen Saison auf ihren Schlüsselpositionen fast unverändert geblieben und am 23. Juli durch den 2:1-Finalsieg im Niedersachsenpokal gegen FT Braunschweig mit breiter Brust in ihre dritte Viertliga-Serie gestartet war. „Der Landespokal war das absolute Highlight – im Jahr 2014, aber auch in unserer kompletten 60-jährigen Vereinsgeschichte“, stellt Kompp heraus. Gleichzeitig bescherte der Coup im Cup dem Kreis Diepholz die bisher beste Bilanz seiner Historie, denn noch niemals zuvor hatte ein Club von hier diese Trophäe geholt.

Auch im weiteren Verlauf ließ Rehden noch mal aufhorchen – etwa am 28. September, als der BSV vom bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter Hamburger SV II ein 1:1 abtrotzte. In der Woche zuvor hatte Trainer Andreas Petersen mit seinem Team seinen letzten Sieg gefeiert – durch ein 5:1 gegen den VfR Neumünster. Ende Oktober dann trat der Nachfolger des im Sommer als Chefcoach ausgestiegenen Björn Wnuck zurück. Zweitherren-Trainer Daniel Gunkel rückte interimsweise auf, sorgte für spielerische Verbesserungen beim Tabellen-Vorletzten und landete zuletzt noch einige Punktgewinne – unter anderem mit dem 0:0 gegen den Tabellenzweiten Werder Bremen II. „Spiele gegen solch große Mannschaften liegen uns eher, weil wir gegen diese Clubs anscheinend besonders motiviert sind“, schildert Kompp. „Solche Leistungen sollten uns Mut für die Rückrunde geben. Aber eins ist schon jetzt klar: So eine Halbserie wie diese spielen wir garantiert nie wieder“, kündigt der Sportvorstand an.

Der Optimismus ist berechtigt – denn ein Manko der Hinrunde scheint überwunden: Rehdens Lazarett hat sich gelichtet. „In die Saison sind wir mit einem gerade von seinem Meniskusschaden genesenen Milos Mandic gestartet, der vorher einer der besten Torhüter der Liga war“, gibt Kompp zu bedenken. „Dann fiel früh unser Abwehrchef Stefan Heyken aus, wenig später unser Mittelfeldstratege Kevin Artmann. Zudem war Danny Arend erst im Herbst wieder fit – einer, der uns mit seinen Toren in der Vorsaison gerettet hat. Diese Ausfälle konnten wir natürlich nicht kompensieren.“ Also mussten einige junge Akteure und Sommer-Neuzugänge in ihrer ersten Regionalliga-Saison teils tüchtig Lehrgeld bezahlen. „Aber man darf nie vergessen, dass diese Spielklasse für uns alle immer noch ein Riesenerfolg ist“, betont Markus Kompp. Dafür betreibt der Verein aus dem 1700-Seelen-Ort einen hohen Aufwand, alle BSV-Akteure gehen einem Hauptberuf nach und trainieren täglich nach Feierabend. Ein Alltag, den sich die Profi-Kicker der Bundesliga-Reserven aus Wolfsburg, Hamburg und Bremen sowie die Zweitliga-Nachwuchsteams des FC St. Pauli und von Eintracht Braunschweig wohl nur schwer vorstellen können. „Von daher ist jedes Spiel in dieser Liga für uns ein Abenteuer“, schildert Kompp. Für 2015 hofft er, dass die Mannschaft mit ihrem neuen Trainer Alexander Kiene möglichst viele dieser Abenteuer mit den nötigen Siegen besteht. ck

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