Erste Liga-Pleite der HSG Barnstorf/Diepholz hausgemacht: „Unser Angriff war überhaupt nichts“

Harmlos in Neerstedt – 17:20

+
An Entschlossenheit in der Abwehr mangelte es Barnstorfs Ulf Grädtke (rechts, gegen Neerstedts Ole Goyert) nicht. Mit dem Deckungsverhalten war HSG-Trainer Dag Rieken zufrieden.

Aus Neerstedt Berichtet - Cord KrügerSelbst Dag Riekens letzter Versuch lief ins Leere. 55 Sekunden vor Schluss des Oberliga-Fights beim TV Neerstedt nahm der Coach der HSG Barnstorf/Diep-holz Donatas Biras aus dem Tor und setzte Andrius Gervé als siebten Feldspieler ein. Er hätte auch einen achten und neunten Handballer bringen können. Fraglich, ob die schwachen Schiedsrichter oder die überforderten Zeitnehmer das noch gemerkt hätten. Doch die 17:20 (10:9)-Niederlage wäre wohl trotzdem nicht mehr abwendbar gewesen.

Erstens, weil Neerstedt am Freitagabend „einfach den größeren Siegeswillen gezeigt hat“, lobte Rieken seinen Ex-Club. Zweitens, weil den Gästen vorn die Durchschlagskraft fehlte: „Unsere Angriffsleistung war überhaupt nichts, da haben wir viel zu wenig Druck aufgebaut“, monierte Rieken. „Vorn einfach zu schlecht“, fand auch HSG-Rechtsaußen Bastian Carsten-Frerichs, mit Rieken zurück an alter Wirkungsstätte: „Letzte Woche gegen Schwanewede war das schon nicht gut, aber heute haben wir nicht mal 20 Tore geschafft.“ Sich selbst mit seinen drei Treffern nahm er nicht heraus.

Bezeichnend für Barnstorfs Offensivschwäche: Erst nach knapp fünfeinhalb Minuten fiel das erste HSG-Tor – zum 1:1 durch Ulf Grädtke, der wieder für Gervé als Kreisläufer beginnen durfte. „Ulf hat heute länger gespielt, weil er das gegen Schwanewede gut gemacht hat – und er hat auch stark angefangen“, erläuterte Rieken seinen weitgehenden Verzicht auf den litauischen Nationalspieler Gervé. „Aber unsere Kreisläufer haben zu wenig Bälle aus dem Rückraum bekommen.“ Tatsächlich musste sich Grädtke vieles selbst erarbeiten, hätte Sekunden nach dem 1:1 erneut per Gegenstoß treffen können, doch der starke TVN-Keeper Christoph Kuper parierte. Dies war fast schon die letzte Szene, in denen die HSG so frei zum Wurf kam. Zu gut und zu beweglich arbeitete die 5:1-Deckung von Trainer Jörg Rademacher, der darüber einfach nur „sprachlos“ und „stolz auf mein Team“ war: „Sonst haben wir sehr offensiv gedeckt, aber mir war klar, dass wir umstellen müssen, weil Barnstorf individuell zu stark ist. Durch die Kompaktheit war es für die HSG schwer, Lücken zu finden“, freute sich der Ex-Profi.

Dementsprechend nervös wurde die HSG. Zwei leichtfertige Ballverluste von Saulius Liutikas, zwei Abspielfehler von Laurynas Palevicius, ein halbherziger Wurf von Tobias Meyer in Neerstedts Abwehrblock – wahrlich keine Leckerbissen für die 280 Fans. Auch die Grün-Weißen bekleckerten sich nicht mit Ruhm, so dass Malte Kasper erst nach 13 Minuten das 4:3 für die Hausherren markierte. Grädtke glich zum 5:5 aus (17.) und traf nach 23 Minuten zur ersten Zwei-Tore-Führung (8:6/23.) – der Beginn der stärksten HSG-Phase. Palevicius und Meyer stellten auf 10:7 (30.), Kasper kassierte nach Marcel Reuters 8:10 eine Zeitstrafe – doch dann das: Finn Richter scheiterte mit einem Siebenmeter an Kuper, Eike Kolpack versenkte einen Tempogegenstoß mit dem Pausenpfiff zum 9:10. Die Uhr war da längst abgelaufen, weil die Zeitnehmer dösten. „Ein Sch...-Gegentor“, ärgerte sich Rieken über die Situation, der auch Carsten-Frerichs lange hinterhertrauerte: „Da wären wir mit drei Toren weg gewesen und hätten nach der Pause mehr Ruhe gehabt.“

Stattdessen zeigte nur der starke Torhüter Biras (insgesamt 13 Paraden) Normalform, als er kurz nach Wiederanpfiff gegen Kolpack und Andrej Kunz glänzte. Mit ihren nächsten Versuchen glichen beide aber zum 11:11 aus (37.). Carsten-Frerichs gelang das 15:14 (47.) und Palevicius die letzte Barnstorfer Führung zum 16:15, ehe der nun groß auftrumpfende Kolpack mit dem 16:16 (54.), 18:16 (57.) und 19:17 den Gästen den Rest gab. „In der zweiten Halbzeit sind wir besser auf die Nahtstellen gegangen. Weil wir die Leute gebunden haben, hatte ich auch mehr Zeit beim Wurf“, erklärte Neerstedts Halblinker seinen Sahne-Schlussspurt.

Dabei hatte Rieken genau davor gewarnt: „Die Vorgabe war klar, dass wir möglichst keine Würfe zulassen wollten, aber am Ende ist Eike zu oft frei zum Wurf gekommen.“ Auch HSG-Kapitän Martin Golenia unterstrich: „Nichts von dem, wie Neerstedt gespielt hat, hat uns überrascht. Wir waren auf alles eingestellt.“ Geholfen hat es nichts.

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Meistgelesene Artikel

Arambasic geht das Herz auf

Arambasic geht das Herz auf

Kreisauswahl gewinnt Sichtungsturnier

Kreisauswahl gewinnt Sichtungsturnier

Sogar Kasperlik trifft ins Tor

Sogar Kasperlik trifft ins Tor

HSG Barnstorf/Diepholz unterliegt in Edewecht – 28:33

HSG Barnstorf/Diepholz unterliegt in Edewecht – 28:33

Kommentare