Anna-Lena Freese: Deutsche Meisterin

Erst Erstaunen, dann Dauergrinsen

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Kaum zu glauben, aber wahr: Anna-Lena Freese sicherte sich in Göttingen den Deutschen U 23-Meistertitel über 100 Meter.

Göttingen - Eine nette Frau vom DLV holte Anna-Lena Freese in die Realität zurück. „Ich habe mir gerade meine Sachen übergezogen und wusste gar nicht, was los war“, schildert die 19-Jährige.

Sie musste dem Deutschen Leichtathletik-Verband ein Interview geben und erfuhr erst in diesem Moment ein Detail, was sie gerade geschafft hatte: Deutsche U 23-Meisterin über 100 Meter – und das in 11,46 Sekunden. „Als ich die Zeit hörte, musste ich erst mal schlucken“, erzählt Freese. Die Sprinterin vom FTSV Jahn Brinkum ist nach dem tollen Lauf von Göttingen die viertschnellste Frau Deutschlands und findet das „ziemlich krass. Ich bin die ganze Zeit mit einem Grinsen herumgelaufen.“

Nur Tatjana Pinto (Münster/11,22), Verena Sailer (Mannheim/11,24) und Inna Weit (Paderborn/11,39) waren in diesem Jahr noch flotter unterwegs als Freese, die schon ihren dritten Deutschen Meistertitel holte und sich damit selbst total überraschte. Die ersten beiden DM-Triumphe waren noch in der U 20 und jeweils über 200 Meter. Nun ist sie auch eine Altersklasse höher und über die halbe Distanz die Beste. „Vorher habe ich gedacht: Es wäre schön, wenn ich ins Finale komme – und dann so was“, staunt Freese und mutmaßt: „Wahrscheinlich lag es daran, dass ich mir keinen Druck gemacht habe und total locker war.“

Für Speerwerfer Tim Cordes war der Wettkampf laut Trainerin Ute Schröder „ein bisschen Schnuppern bei den Größeren“.

In ihrem Vor- (11,75) und Zwischenlauf (11,76) war die Brinkumerin recht souverän auf Platz eins gelaufen, im Finale steigerte sie sich dann noch mal deutlich und gewann erneut klar vor Luise Hollender (SC Neubrandenburg/11,64) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge/11,65), die beide älter sind als sie. Freese verbesserte dabei auch ihre eigene Bestzeit von 11,59 auf 11,46 Sekunden. „Der Lauf hat sich insgesamt richtig gut angefühlt – sogar beim Start, wo ich schon oft meine Schwächen hatte. Daran haben wir intensiv gearbeitet“, meint Freese.

Alles in allem sind ihre Leistungen und ihre aktuelle Topform durchaus bemerkenswert, schließlich hat sich die 19-Jährige wieder mühsam herankämpfen müssen. Vor knapp einem Jahr stürzte sie bei der U 20-WM in Barcelona und verletzte sich am Knie, die Saison war im Eimer. Alles vergessen, betont Freese: „Das ist Schnee von gestern und nicht mehr in meinem Kopf.“ Sie hat nun wieder „viel Spaß“, ist „richtig motiviert“ und blickt „auf jeden Fall sehr optimistisch“ in die Zukunft. Zwei Highlights im Juli sind die Deutschen Meisterschaften in Ulm und die U 20-EM in Rieti (Italien), bei denen Freese vermutlich über die 200 Meter startet.

Die anderen beiden DM-Starter aus dem Kreis Diep-holz kehrten zwar nicht mit einem Titel oder einem Treppchenplatz aus Göttingen zurück, ihre Trainerin Ute Schröder vom TSV Asendorf war dennoch „im Großen und Ganzen zufrieden“. Speerwerfer Tim Cordes verpasste mit 58,49 Metern das Finale, alles andere wäre jedoch auch eine dicke Überraschung gewesen. „Tim war der Zweitjüngste unter 17 Teilnehmern und musste zwischen zwei 80-Meter-Werfern ran. Für ihn war das in diesem erlesenen Feld eine gute Erfahrung auf höchstem Niveau, ein bisschen Schnuppern bei den Größeren“, sagt Schröder. Dreispringer Louis Knüpling landete mit 14,14 Metern auf Rang sieben, brachte im Finale nur einen gültigen Sprung zustande. „Louis hat momentan ein wahnsinniges Sprungpotenzial, steht aber auf Kriegsfuß mit dem Balken“, seufzt Schröder: „Wenn doch nur dieses Brett nicht wäre . . .“ · mr

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