SPIELER DES WOCHENENDES Ganz besonderer Auftritt von Sulingens Bjarne Meyer

Erst der Armbruch, dann das Tor

Dynamisch und vor allem schussstark: Bjarne Meyer ist Stammkraft beim FC Sulingen und fühlt sich dort pudelwohl. 
archiv
+
Dynamisch und vor allem schussstark: Bjarne Meyer ist Stammkraft beim FC Sulingen und fühlt sich dort pudelwohl. archiv

Sulingen – Als seine Teamkollegen in der Gaststätte „Zum Schwarzen Ross“ bei Ute den so wichtigen Sieg im Spitzenspiel feierten, saß Bjarne Meyer im Sulinger Krankenhaus. „Leider konnte ich nicht dabei sein, weil ich erst um kurz vor halb eins zu Hause war“, berichtet der 20-Jährige vom Fußball-Bezirksligisten FC Sulingen. Die Untersuchungen am späten Freitagabend ergaben: glatter Bruch der Elle am linken Unterarm, sechs Wochen Gips und eine ebenso lange Sportpause. „Ich hatte gehofft, dass es nur eine starke Prellung ist und war richtig geschockt“, erzählt Meyer. Die Verletzung hatte er im Auswärtsspiel beim SV BE Steimbke (3:2) erlitten und – bemerkenswert – trotzdem weitergemacht, sogar per Distanzschuss (eine seiner größten Stärken) das wichtige 2:2 erzielt. Durch den Erfolg beim ärgsten Verfolger festigte der FC Platz eins in der Bezirksliga-Staffel II.

Allerdings muss der Spitzenreiter nun wochenlang verzichten auf den vierfachen Saison-Torschützen, der 2019 aus Süstedt (wo er nach wie vor wohnt) gekommen war. „Wir haben eine tolle Qualität im Kader, auch in der Breite – und werden das kompensieren“, sagt Trainer Sascha Jäger. Er weiß aber, dass es nicht einfach wird, denn: „Bjarnes Leistungskurve ging steil nach oben. Er kann Spiele alleine entscheiden, hat in Sachen Spieleröffnung und Spielintelligenz eine herausragende Gabe. Eine Augenweide – ich liebe solche Spieler.“

An der eigenen Eckfahne war Meyer in Steimbke das folgenschwere Malheur passiert. „Ich bin weggerutscht und dann irgendwie unglücklich auf den Arm gefallen“, schildert er. Geknackt habe es nicht, auch die Schmerzen seien zunächst nicht allzu groß gewesen: „Ich denke, das war das Adrenalin.“ Auch, dass er noch zwei-, dreimal auf die Hand fiel, sei erträglich gewesen. In der Halbzeit, als der Arm ein wenig zur Ruhe kam, tat’s dann jedoch etwas mehr weh.

Doch der angehende Groß- und Außenhandelskaufmann wollte nicht in der Kabine bleiben – zumal der FC mit 1:2 hinten lag. Er spielte weiter – und Jäger war „froh. Sein Tor war für uns die Eintrittskarte zurück ins Spiel.“ Beim Jubeln wich Meyer seinen Mitspielern aber lieber aus: „Ich hatte ein bisschen Angst, dass mir einer zu nahe kommt.“ Sekunden später ließ er sich dann doch auswechseln (54.) und verfolgte den Rest der Partie – inklusive des Siegtreffers von Konstantin Meyer – mit einem Kühlpack an der Seitenlinie.

Anschließend ging es mit Mutter Yvonne und Freundin Sarah, die genau wie Vater Stephan, Oma Marlene und Opa Hans-Dieter nahezu immer dabei sind, ins Sulinger Krankenhaus. Dort bekam Meyer, dessen Bruder Lauritz bei den A-Junioren der JSG Mörsen-Twistringen spielt, einen blauen Gips verpasst. „Ich hätte wegen der Sulinger Vereinsfarben auch gerne Rot genommen, aber ich konnte es mir leider nicht aussuchen“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Am Mittwoch folgt eine Röntgenkontrolle, nach der entschieden wird, ob eine OP nötig ist. Stand jetzt kommt Meyer ohne aus. Er muss allerdings anderthalb Monate zuschauen. Bitter, denn „ich war richtig gut in Form“. Aber, betont er, „lieber jetzt als in der Meisterrunde“. Die will der Mittelfeldmann, der meistens links spielt und von dort wunderbar nach innen ziehen und abschließen kann, mit dem FC unbedingt erreichen – und dort dann auch „eine gute Rolle spielen“. Von der Landesliga und möglichen Stadtdderbys gegen den TuS spreche momentan jedoch noch niemand, versichert Meyer.

Stattdessen redet er gerne über den FC und wie wohl er sich dort auch in seinem zweiten Jahr fühlt. „Super Mitspieler, super Trainer – das hier ist wie eine Familie für mich. Es war definitiv die richtige Entscheidung.“ Klingt nicht so, als würde er bald wechseln wollen.

Aktuell beschäftigt sich der Werder-Fan ohnehin nicht mit seiner sportlichen Zukunft, sondern mit der Gegenwart – und damit, den Alltag zu meistern. Mit Gipsarm gar nicht so leicht, hat er festgestellt. „Das Anziehen ist zum Beispiel echt schwierig“, verrät Meyer und fügt mit einem Lachen an: „Und die Brote müssen mir momentan meine Eltern schmieren . . .“

Von Malte Rehnert

Der linke Unterarm in Gips: Bjarne Meyer muss eine lange Fußball-Pause einlegen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

Ein Taktikkniff – und schon läuft’s: Brinkum gewinnt 3:0 in Bremerhaven

Ein Taktikkniff – und schon läuft’s: Brinkum gewinnt 3:0 in Bremerhaven

Ein Taktikkniff – und schon läuft’s: Brinkum gewinnt 3:0 in Bremerhaven
Wer greift sich Gold in Göttingen?

Wer greift sich Gold in Göttingen?

Wer greift sich Gold in Göttingen?
Matthias Kidler: Der Weltenbummler

Matthias Kidler: Der Weltenbummler

Matthias Kidler: Der Weltenbummler
Oliver Sebrantke und die schöne Quälerei auf Hawaii

Oliver Sebrantke und die schöne Quälerei auf Hawaii

Oliver Sebrantke und die schöne Quälerei auf Hawaii

Kommentare