Starke Leistung beim 2:2 gegen Bückeburg

Fußball-Landesligist TV Stuhr beweist Moral

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Torben Drawert hatte in der 76. Minute die Chance zum 3:2. Doch der Stuhrer kam bei der Flanke einen Schritt zu spät.

Stuhr - Von Daniel Wiechert. Der Abpfiff war noch nicht verhallt, da sackte Rene Rogalla zusammen. Völlig entkräftet legte sich der Außenbahnspieler des TV Stuhr auf den Rücken, streckte alle Viere von sich, während sein Teamkollege Dimitri Steen in Katzenbuckel-Stellung um Luft rang. Die Stuhrer hatten im Landesliga-Heimspiel gegen den VfL Bückeburg alles rausgehauen – als Lohn sprang immerhin ein 2:2 (2:1) heraus, dass den Gastgebern Mut macht.

„Den Jungs war nicht anzusehen, dass sie vor diesem Spieltag Tabellenletzter waren“, sagte TVS-Trainer Stephan Stindt: „Sie haben ein Bomben-Spiel abgeliefert.“ Sein Trainer-Kumpel Christian Meyer stieß ins gleiche Horn: „Uns geht es gar nicht so sehr um Punkte, sondern darum, ob wir in dieser Liga mithalten können. Und heute waren wir mindestens gleichwertig.“

Das Stuhrer Trainer-Duo hatte mit einer ungewöhnlichen Aufstellung überrascht. Beim Aufsteiger spielten die etatmäßigen Stürmer Riccardo Azzarello und Dimitri Steen etwas zurückgezogen, in der vordersten Linie agierten Jan-Phillip Brünings und Torben Drawert.

In der Anfangsphase waren die Gastgeber um einen geregelten Spielaufbau bemüht. Die defensiven Mittelfeldspieler Tim Langreder und Adrian Herrmann ließen sich immer wieder zurückfallen, holten die Bälle bei Innenverteidiger Janik Troue ab, um dann mit langen Vertikalbällen die sprintstarken Drawert, Brünings und Steen in Position zu bringen. In der zwölften Minute brach Drawert erstmals rechts bis zur Grundlinie durch, doch seine Hereingabe wurde im letzten Moment geblockt.

Von Bückeburg war wenig zu sehen. Trotzdem ging das Team von Trainer Torben Brandt in Führung: Per Drehschuss aus sieben Metern traf Tim Buchwald zum 1:0 (23.). Zwei Minuten später hämmerte Brünings den Ball von der Strafraumgrenze aus über das VfL-Tor. Und dann bewies Meyer hellseherische Fähigkeiten. „Wir sind jetzt drin“, teilte er seinen Spielern lautstark mit, ehe Drawert allein vor Bückeburgs Keeper Patrick Spilker auftauchte und aus 14 Metern ins linke Eck traf – 1:1 (38.). Kurz vor dem Pausenpfiff stahl sich Herrmann nach einem verlängerten Einwurf am langen Pfosten weg, ließ den Ball gekonnt zum 2:1 (45.) ins linke Eck tropfen.

Nach der Pause erwischten die Gäste den besseren Start. Mit einem sehenswerten Seitfallzieher stellte Tobias Versick auf 2:2. Jetzt entwickelte sich vollends ein offener Schlagabtausch. Tim Buchwald köpfte eine Flanke nur knapp über das Stuhrer Tor (55.), Drawert rauschte nach einer starken Kombination über Steen und Herrmann nur knapp am Ball vorbei (76.), ehe Steen nach Doppelpass mit Rogalla an VfL-Keeper Spilker scheiterte (82.). Es blieb beim Unentschieden.

„Die Jungs stecken nie auf“, freute sich Meyer über die Moral seiner Mannschaft. Die vergangenen Wochen mit den Niederlagen gegen Steimbke (0:1) und Almstedt (0:2) seien nicht leicht gewesen: „Und trotzdem hat man heute gesehen, dass das Team absolut intakt ist. Das macht uns als Trainer-Team auch stolz.“

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