Verband annulliert Oberneulands Spiele

Erleichterung und Entsetzen

Kreis-Diepholz - REHDEN · In Rehden wird diese Entscheidung wirken wie eine Schlaftablette. In Kiel und Wilhelmshaven machen sie heute Nacht vielleicht gar kein Auge zu. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des FC Oberneuland hat der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) gestern festgelegt, dass sämtliche Spiele des FCO in der Regionalliga annulliert und die noch ausstehenden Partien nicht gewertet werden.

Der Verband berief sich auf seine Spielordnung und erklärte Oberneuland zum Regelabsteiger. Damit ereilte den Verein aus dem Bremer Nobelviertel das gleiche Schicksal wie schon Ende 2012 den ebenfalls insolventen VfB Lübeck – der Zeitpunkt kurz vor dem Saisonende aber macht die Situation ungleich pikanter.

Der BSV Rehden hat vor dem Gastspiel heute (14.00 Uhr) beim FC St. Pauli II plötzlich fünf Zähler Vorsprung auf den letzten verbliebenen Abstiegsplatz, auf dem jetzt der SV Wilhelmshaven steht. Vor der Entscheidung des NFV hatte allein das bessere Torverhältnis für die Rehdener gesprochen. „Ein gewisser Druck ist jetzt weg“, atmete Coach Predrag Uzelac auf. Ein Sieg heute bei den Kiez-Kickern, und der BSV könnte bereits fest für seine zweite Saison in der Regionalliga planen.

Die verbleibenden zwei Partien wären bedeutungslos – zumindest fast: Tritt der BSV am Mittwoch zum Nachholspiel in Oberneuland an, könnte Kapitän Maarten Schops seine Rotsperre absitzen und im Saisonfinale gegen Cloppenburg wieder auflaufen.

Ganz andere Sorgen hat Holstein Kiel, das die Meisterschaft vor der Entscheidung bereits so gut wie sicher hatte. Alles kalter Kaffee. Unterliegen die „Störche“, die sechs Punkte verloren, heute im Spiel gegen den neuen Tabellenführer TSV Havelse (verlor nur einen Punkt), ist der Titel futsch. Die Kieler hatten bereits im Vorfeld den renommierten Sportanwalt Christoph Schickardt engagiert und kündigten auch gestern an, sich weitere Schritte nach der Prüfung der Entscheidung vorzubehalten.

Doch der NFV teilte in seiner Pressemittelung schon mit, dass „aus rechtlicher Sicht kein Ermessensspielraum“ hinsichtlich des Umgangs mit dem insolventen FC Oberneuland bestehe. Oder wie sich Rehdens Vereinsboss Friedrich Schilling ausdrückte: „Kiel kann auch den Papst anrufen. Die können nichts machen.“ · ahe

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