Maik Schindler und Gerhard Neye bewältigen den Ironman auf Hawaii / Jetzt erst mal Urlaub

Erfüllte Lebensträume im Paradies

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Beste Laune: Maik Schindler (links) und Gerhard Neye posieren vor einem riesigen Ironman-Plakat, auf dem in kleiner Schrift alle diesjährigen Teilnehmer verewigt sind. ·

Syke / Weyhe / Stuhr - Von Malte Rehnert. Maik Schindler und Gerhard Neye legen im Paradies gerade ein bisschen die Beine hoch. Am Strand relaxen, im Meer planschen – all das bei Sonnenschein und rund 30 Grad. Einfach mal abschalten und bloß keinen Sport treiben. Denn vor dem perfekten Urlaub auf Hawaii stand die ultimative Quälerei.

Die beiden Triathleten absolvierten den legendären, spektakulären und und für seine extremen Bedingungen mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit berüchtigten Ironman. Und sie schafften das, was sie sich beim Flug in den 50. Bundesstaat der USA fest vorgenommen hatten: Sie kamen ins Ziel!

„Die letzten Meter auf dem Ali’i Drive waren etwas extrem Emotionales für mich. Nach all den Jahren harten Trainings hat sich dort für mich ein Lebenstraum erfüllt. Die Stimmung war in der gesamten Rennwoche einfach spitze“, schwärmt Schindler. Der 28-Jährige Bremer, der für den SC Weyhe startet, finishte – angefeuert von Freundin Elena – nach 9:18,06 Stunden. Eine richtig starke Zeit, die ihm bei ungefähr 2 000 Teilnehmern Gesamtplatz 132 und in seiner Altersklasse (M 25 bis 29) sogar Rang 16 einbrachte.

Neye brauchte für die letzte Langdistanz seiner Karriere deutlich länger, ist allerdings auch ein paar Jährchen älter als Schindler. Der „Tri-Wolf“ vom LC Hansa Stuhr bewältigte die 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen in 14:39,08 Stunden. Um sich das noch genauer vorstellen zu können: Der 70-Jährige schwamm morgens um sieben Uhr los und lief abends um 21.39 Uhr über die Ziellinie in Kona, als Neunter seiner Altersklasse (M 70 bis 74), in der 26 Starter gemeldet hatten. „Es war hart, aber auch sehr emotional“, findet Neye, der sich die Empfehlung von Top-Triathlet Timo Bracht zu Herzen genommen hatte: „,Hier läuft die Kür, Ankommen ist alles‘, hat er gesagt. Ich habe ganz bewusst meine Uhren abgelegt und den Wettkampf nur nach Gefühl bestritten. Im Nachhinein war das genau das Richtige für mich.“

Insgesamt hatten die beiden Ausdauersportler bei einem der härtesten Rennen der Welt recht angenehme Verhältnisse, wie Schindler urteilt. Als er morgens in der Bucht von Kailua-Kona ins Meer sprang, „zeigte sich der Pazifik sehr gnädig. Der Wellengang war an diesem Tag nicht besonders schlimm.“ Im Gegensatz zum Ironman in Frankfurt, wo er im Juli mit Bestzeit (8:59,25) sein Hawaii-Ticket gelöst hatte, ließ es der 28-Jährige diesmal ruhig angehen: „Ich habe mich eher defensiv positioniert und bin somit der größten Schlägerei aus dem Weg gegangen.“ Nach einer Stunde und zwei Minuten im Wasser („Damit kann ich als mittelmäßiger Schwimmer sehr zufrieden sein“) wechselte er aufs Rad. „Zum Glück hielten sich die gefürchteten Mumuku-Winde einigermaßen in Grenzen, so dass auch dort alles nach Plan verlief, sehr kontrolliert und gleichmäßig“, urteilt Schindler, der vier Stunden und 47 Minuten für die Strecke benötigte und dann den abschließenden Marathon in Angriff nahm. Und der hatte es in sich: „Die ersten drei Kilometer fühlten sich sehr bescheiden an, da kamen die ersten Zweifel auf“, gesteht Schindler. Der nächste „große Hänger“ folgte bei Kilometer 15 und einem „fiesen, 300 Meter langen Anstieg“. Doch Aufgeben kam nicht infrage. „Ich habe mich dann zum Glück wieder gefangen und meinen Rhythmus gefunden“, berichtet Schindler, der letztlich eine Marathonzeit von 3:21 Stunden hinlegte.

Als er um 16.18 Uhr Ortszeit alle Strapazen überstanden hatte und den angenehmen Teil des Hawaii-Trips einläutete, war Neye noch mittendrin. Der 70-Jährige musste sich ein wenig umgewöhnen. Erst das extrem frühe Aufstehen um 3.30 Uhr, vor dem Start folgte das obligatorische Body-Marking („Ich hatte zum ersten Mal Tattoos auf beiden Oberarmen“) – und dann auch noch Schwimmen ohne Neoprenanzug. „Der Pazifik hat eine Temparatur von 27 Grad, da gehen alle ohne rein. Das habe ich noch nie in einem Wettkampf gemacht, deshalb hatte ich höchsten Respekt“, erzählt Neye: „Aber dann lief alles gut. Es sind Meeresschildkröten und Delfine mit uns geschwommen – und meine Zeit von 1:53 Stunden war völlig in Ordnung.“ Auf dem Rad wurde es dann „richtig heiß. Und der Gegenwind auf dem zweiten Abschnitt warf mich ein bisschen zurück“. Aber er kämpfte sich durch und wechselte nach 6:56 Stunden vom Rad auf die Laufstrecke, die er in 5:28 Stunden hinter sich brachte – ohne größere Probleme.

Neye blieb in etwa in der Zeit, die er vorab angepeilt hatte (14:30). Und er klang hinterher hochzufrieden: „Ich habe den Wettkampf ohne Krämpfe geschafft und konnte den Zieleinlauf so richtig genießen. Der Ironman war ganz klar der sportliche Höhepunkt in meinem Leben!“

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