Entzündeter Leistennerv / Ziel: OP abwenden

Bange Wochen für Kevin Artmann

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Zum Zuschauen verdammt: Rehdens verletzter Kapitän Kevin Artmann verfolgte das 1:2 gegen Braunschweig von der Tribüne aus.

Rehden - Es sind drei Wochen zwischen Hoffen und Bangen für Kevin Artmann. Seit mehr als einem Monat kann der Kapitän des BSV Rehden nicht mal individuell an Geräten trainieren, seine Leistenbeschwerden zwingen ihn zum Zusehen. „Das ist echt hart, wie für jeden Sportler“, sagt Artmann mit gedämpfter Stimme. „Jetzt versuchen wir es nochmal mit konservativer Therapie – also mit Spritzen. Wenn es sich dann nicht bessert, muss ich unters Messer.“ Artmann hofft natürlich, dass er um die Operation herumkommt. „Aber wenn nicht, lasse ich das vor Weihnachten machen, damit ich wenigstens in der Winterpause die komplette Vorbereitung wieder mitmachen kann.“

Die Rehdener drücken ihm die Daumen. Denn jede Partie ohne den Kopf der Mannschaft bedeutet eine eklatante Schwächung für die Schwarz-Weißen – aktuellstes Beispiel: die 1:2 (0:1)-Schlappe am Samstag gegen Eintracht Braunschweig II.

Seit Ende August plagt sich der Kapitän des BSV Rehden, der Denker und Lenker in der Mittelfeldzentrale des Regionalligisten, mit Leistenbeschwerden herum. Zunächst quälte er sich von Spiel zu Spiel durch. Anfang Oktober, in der ersten Halbzeit des Auftritts beim ETSV Weiche Flensburg, ging gar nichts mehr.

Am Dienstag nun reiste der 29-Jährige zu Dr. Jens Krüger nach Berlin. Der Sportchirurg gilt als eine der besten Adressen in Deutschland, wenn es ums Behandeln von Leisten- und Beckenverletzungen geht. 2008 hatte sich Artmann bei ihm einer Leisten-OP unterzogen, damals noch als Spieler des SV Werder Bremen, dessen medizinische Abteilung den Termin in Berlin organisiert hatte. So wie jetzt. Werders Mannschaftsarzt Dr. Philip Heitmann überwies Rehdens Zehner zu Krüger. Nach eingehenden Untersuchungen gab es „leider keine optimalen Nachrichten“, fasste Artmann die Diagnose zusammen: „Der Nerv, der durch die Leiste geht, ist doch sehr entzündet.“

Zum Leidwesen des Patienten nichts Ungewöhnliches für alle diejenigen, die schon mal eine Leisten-OP über sich ergehen lassen mussten: „Es bildet sich neues Gewebe, es gibt Vernarbungen und Verwachsungen“, schildert der Fußballer, wie es zu der Entzündung kam.

Immerhin: Die erste Spritze, die Dr. Krüger am Donnerstag direkt in den betroffenen Nerv gesetzt hatte, zeigt bereits positive Wirkung bei Artmann: „Ich spüre Besserung.“ Die nächste Injektion soll morgen folgen – wie alle weiteren bei Dr. Heitmann in Bremen. „Vielleicht kann ich dann in dieser Woche schon wieder mit Lauftraining anfangen“, wünscht sich der Mittelfeldmann. Denn ob die Therapie wirklich anschlage, stelle sich nur unter voller Belastung heraus.

Banges Warten für Artmann. „Es nervt. Wenn ich einen Schienbeinbruch hätte, wüsste ich wenigstens, dass ich nach sechs oder acht Wochen wieder loslegen kann. So aber bleibt vieles ungewiss“, seufzt der Kapitän.

ck

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