Brinkum kassiert 25:26 in Oldenburg

Engelmanns arrogante Trantüten

In der Defensive geschont, war Hannes Brennings Leistung am Kreis mit fünf Toren noch ein Lichtblick für den FTSV Jahn Brinkum.

Kreis-Diepholz - BRINKUM (ahe) · Trantütig – ein schönes Wort, dem in der Sportberichterstattung viel zu selten Beachtung geschenkt wird. Sven Engelmann, dem Coach von Handball-Verbandsligist Jahn Brinkum, musste man das Adjektiv nach der 25:26 (14:12)-Pleite seines Teams beim TvdH Oldenburg noch nicht mal in den Mund legen. Die Leistung seines Teams brachte ihn am Samstag von ganz alleine auf diese Beschreibung.

Zur Ober-Trantüte war Matthias Schneider aufgestiegen, als noch zwei Sekunden auf der Uhr waren. Gerade hatte Oldenburgs Marco Hoffmann für seine Spielverzögerung die Rote Karte gesehen, Ralf Warfelmann trat für Brinkum zum Freiwurf an. Ohne Aussicht auf den nötigen Torerfolg – es stand schließlich 25:26 – passte Warfelmann zum besser postierten Nebenmann, dem Zeit genug für einen Abschluss geblieben wäre. „Aber Matthias hatte nichts Besseres zu tun, als mit dem Schiedsrichter zu diskutieren“, ereiferte sich dessen Coach. Ergebnis: Schneider konnte den Ball nicht fangen, das Spielgerät plumpste zu Boden, Ende.

Den Rückraumakteur daher aber nun zum Sündenbock abzustempeln, wäre die falsche Schlussfolgerung. Ralf Warfelmann machte es auf der halblinken „Königsposition“ insgesamt ebenfalls nicht besser und ließ sich von der offensiven Oldenburger Deckung „die Butter vom Brot nehmen“ (Engelmann). Viel zu spät trennten sich die beiden Shooter vom Ball. Regisseur Carsten von der Heyde brauchte nach Aussage seines Trainers „ein Navi-Gerät, um das Tor zu finden“, zielte bei sieben Versuchen aber dennoch fünfmal daneben. „Auch von den Außen Christoph Schneider und Maik Bhola (jeweils nur ein Tor, Anm. d. Red.) muss mehr Entlastung kommen“, fand Engelmann kein Ende der Fehlerkette. 32 verworfene Bälle und 20 technische Mängel hatte er nach 60 Minuten auf Video gebannt. „Damit werde ich die Mannschaft noch so manches Mal quälen“, kündigte Engelmann an: „Ich dachte, aus diesem Loch wären wir raus.“

Ohne den gesperrten Kreisläufer Meik Schäfer, der von Hannes Brenning (fünf Tore) zumindest offensiv ordentlich vertreten wurde, schaukelten die Gäste das 14:12 zur Halbzeit trotzdem relativ locker in die Kabine. Anschließend jedoch ging es Stück für Stück mitten rein in das ominöse Loch. Auf Keeper Aschkan Sadeghi folgte in der 43. Minute (18:18) Michael Mischok, weil die Gastgeber Sadeghi ausgeguckt hatten. Das Talent machte einen guten Job, konnte die nicht existente Offensive an diesem Tag jedoch nicht auch noch übernehmen. „Vielleicht haben wir da irgendwie eine Arroganz im Kopf“, suchte Engelmann nach Ursachen für eine Leistung, die er schlussendlich mit einem Wort beschrieb: „Trantütig.“

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